02.09.2018 - 16:16 Uhr
TrabitzOberpfalz

Drei auf einen Streich

Leerstand beseitigen, Ortskern bereichern, Jugendlichen helfen: Im Umbau des Trabitzer Meierhofes sehen die bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer und CSU-Landtagsabgeordneter Tobias Reiß ein "Idealkonzept" verwirklicht.

Nicht fehlen durfte bei Sozialministerin Kerstin Schreyers (sitzend zwischen Landtagsabgeordnetem Tobias Reiß und Bürgermeisterin Carmn Pepiuk) Besuch in Trabitz der Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde. Stehend: CSU-Bezirkstagskandidat Matthias Grundler und "LearningCampus"-Geschäftsführer Benjamin Zeitler.
von Bernhard PiegsaProfil

Die von den "LearningCampus"-Geschäftsführern Dr. Benjamin Zeitler und Stephan Müller monierten Sicherheitsvorschriften für Ferienfreizeiten oder Gruppenfahrten wertete die Sozialministerinbei ihrem Besuch (wir berichteten) als Spiegelbild und Folge eines für Deutschland typischen "Sicherheitsstrebens". Dieses spiegele sich auch in einem "Helikopter-Eltern"-Verhalten wider: "Um auf Gerichtsprozesse zu reagieren oder von vornherein Beschwerden zu vermeiden, kommen teilweise abstrus wirkende Vorgaben zustande."

Der Einschätzung der Geschäftsführer stimme sie zu, sagte Kerstin Schreyer: "Wir als Gesellschaft müssen überlegen, inwieweit wir unsere Kinder lebensuntüchtiger machen, wenn wir ihnen immer weniger zutrauen." Bei der Ganztagsbetreuung seien Kultus- und Sozialministerium für eine Vielfalt von Modellen offen, die auf die örtlichen Gegebenheiten zugeschnitten werden könnten.

Anerkennende Worte hatte sie für Landtagsabgeordneten Tobias Reiß: "Sie haben das Glück, einen besonders engagierten Abgeordneten zu haben, der gegenüber der Regierung freundlich, aber bestimmt Probleme anspricht und auf Lösungen drängt." Bürgermeisterin Carmen Pepiuk und die "Learning-Campus"-Vertreter dankten der Ministerin für ihr Interesse an Gemeinde und Unternehmen.

Die Sozialministerin und Tobias Reiß, der Kerstin Schreyer den Besuch in Trabitz vorgeschlagen hatte, lobten ihrerseits die Kreativität von Gemeinde und Pädagogik-Dienstleister, die Respekt verdiene: Durch den gemeinsamen Umbau des Meierhofes zu einer stationären Betreuungseinrichtung für zehn Jugendliche würden in einem Zug ein Leerstand beseitigt, der Ortskern bereichert und belebt sowie ein Beitrag zur Förderung hilfebedürftiger Jugendlicher geleistet. In ein solches "ideales Konzept" seien auch Fördergelder gut investiert.

"Learning-Campus"-Geschäftsführer Benjamin Zeitler wertete die Entscheidung, das Unternehmen in Trabitz anzusiedeln und den Meierhof als Betreuungseinrichtung zu mieten, als glücklich: "Trabitz mag eine kleine Gemeinde sein, bietet aber manches, was andere Gemeinden nicht haben, vor allem die Nähe zur Natur mit dem Heindlweiher und den nahen Wäldern oder eine gute Anbindung nach Weiden und Bayreuth, wo sich Bildungseinrichtungen befinden, mit denen wir im Zuge der stationären Jugendhilfe kooperieren."

Mit dem Eintrag ins Goldene Buch und einem Rundgang durch das Meierhof-Gebäude klang Kerstin Schreyers Besuch aus. Auch Gemeinderäte aller Fraktionen sowie Mitglieder des CSU-Ortsverbands nahmen daran teil.

Zum Abschluss ihres Besuchs in Trabitz besichtigte Sozialministerin Kerstin Schreyer (Vordergrund links, mit "LearningCampus"-Geschäftsführer Benjamin Zeitler, Landtagsabgeordnetem Tobias Reiß und Bürgermeisterin Carmen Pepiuk) die Meierhof-Baustelle. Im Herbst 2019 zieht hier eine Jugendbetreuungseinrichtung ein.

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