23.03.2020 - 12:21 Uhr
TrabitzOberpfalz

Für minderjährige Flüchtlinge weniger ausgegeben

Der „Meierhof“ macht neugierig: Auch der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Neustadt zeigte sich in der 16. Sitzung beeindruckt vom historischen Gebäude, das Trabitz renovieren ließ und größtenteils an „Learning Campus“ vermietet hat.

Bei der von Landrat Andreas Meier geleiteten Sitzung des Kreisjugendhilfeausschusses in Trabitz stellte Jugendamtsleiterin Andrea Höning den Jugendhilfe-Haushaltsentwurf vor.
von Bernhard PiegsaProfil

Der in Trabitz ansässige Pädagogikdienstleister nutze die frühere Gaststätte „Memory“ für eine heilpädagogische Jugendwohngruppe, aber auch für Fortbildungen, erläuterte LC-Co-Geschäftsführer Stephan Müller. „Wir sind sehr froh, hier im Meierhof und in Trabitz zu sein“, betonte Müller und verwies auch auf das gegenüberliegende Hauptbüro des gemeinnützigen Unternehmens und den seit 2019 in LC-Trägerschaft stehenden Kindergarten. Im Meierhof würden derzeit sechs Kinder und Jugendliche betreut. Auf drei Jahre Planungs- und zwei Jahre Umbauarbeit blickte Bürgermeisterin Carmen Pepiuk in ihrem Grußwort zurück: „Dank der langfristigen Nutzungsperspektive als stationäre Jugendhilfeeinrichtung und der großzügigen Förderung von Seiten verschiedener Stellen haben wir diesem Gebäude wieder einen Sinn gegeben und eine Ruine in einen Blickfang zurückverwandelt.“

Im Mittelpunkt der Sitzung standen die Jugendhilfe-Haushaltsdaten, die Kreisjugendamtsleiterin Andrea Höning erläuterte. Im Haushaltsjahr 2019 habe man für Jugendhilfezwecke 9,75 Millionen Euro ausgegeben: rund 500.000 Euro weniger als im Haushaltsplan prognostiziert. Zwar hätten die Ausgaben für Erziehungsberatungsstellen „deutlich zugenommen“, was unter anderem mit der Aufnahme der „Schreibaby-Beratung“ in die Regelförderung zusammenhänge. Doch seien die Heimkosten für unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) und die Aufwendungen für Erziehungsbeistände erheblich hinter den veranschlagten Beträgen zurückgeblieben. Auch ein Staatszuschuss zu den Kindertagesstätten-Teilnahmebeiträgen habe sich entlastend ausgewirkt.

An Einnahmen habe man 2019 knapp 2,47 Millionen Euro verbucht: annähernd 97.000 Euro weniger als erwartet. Dies hänge mit einer rückläufigen „umA"-Zahl und der daraus resultierenden Kürzung von Kostenerstattungen des Bezirks zusammen, erklärte Andrea Höning. Für 2020 gehe man insbesondere wegen der mutmaßlich weiterhin niedrigen Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge von einem neuerlichen Einnahmenrückgang aus, weshalb die Einnahmenprognose auf 2.352.651 Euro reduziert worden sei. Demgegenüber kalkuliere man im Haushaltsplan 2020 allerdings mit Ausgaben von knapp 10,547 Millionen Euro, was gegenüber den Ist-Zahlen für 2019 einem Plus von gut 790.000 Euro gleichkäme.

Mit deutlichen Kostensteigerungen rechne die Jugendhilfe bei stationären Maßnahmen wie Heimerziehung und sonstigen betreuten Wohnformen, bei „Eingliederungshilfen für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche“, aber auch bei „ambulanten Hilfen“ wie Erziehungsbeiständen, Betreuungshelfern und sozialpädagogischen Familienhilfen. Kleinere Mehraufwendungen dürfte es bei Vollzeitpflegemaßnahmen sowie für Kinder in Tageseinrichtungen geben. Von 1,1 Millionen auf 650.000 Euro gekürzt habe man dafür den Kostenansatz für unbegleitete minderjährige Ausländer, nachdem 2019 faktisch nur knapp 580.000 Euro ausgegeben worden seien. Der Ausschuss billigte den Haushaltsentwurf für 2020 einstimmig.

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