24.06.2019 - 13:32 Uhr
TrabitzOberpfalz

Glücksfall für Gemeinde und Pädagogen

Für beide Seiten sei dieses „Abkommen“ ein Glücksfall: Darin waren sich Bürgermeisterin Carmen Pepiuk und „Learning Campus“-Geschäftsführer Benjamin Zeitler bei der Unterzeichnung des Mietvertrags für das Meierhof-Hauptgebäude einig.

Für zunächst zehn Jahre mit Verlängerungsoption haben Benjamin Zeitler und Bürgermeisterin Carmen Pepiuk den Mietvertrag zwischen Gemeinde Trabitz und Pädagogikdienstleister "Learning Campus" für das frühere "Memory" ab. In das gemeindeeigene historische Haus wird im November eine Jugendbetreuungseinrichtung einziehen.
von Bernhard PiegsaProfil

Dieser regelt für zunächst zehn Jahre die Nutzung des gemeindeeigenen einstigen „Memory“ als stationäre Jugendbetreuungseinrichtung des in Trabitz ansässigen Pädagogikdienstleisters.

„Bezugsfertig ist das Gebäude ab 1. November, doch kann ‚Learning Campus‘ schon vorher mit der Einrichtung der Räume beginnen“, kündigte Carmen Pepiuk an. Bis dahin sind nach Benjamin Zeitlers Einschätzung auch die betriebsrechtlichen Hürden überwunden: „Die Heimaufsicht bei der Regierung der Oberpfalz hat zugesagt, dass uns die Betriebserlaubnis alsbald schriftlich zugehen werde. Deshalb nehmen wir auch bereits Kontakt zu Jugendbehörden auf, haben einen Einrichtungsleiter bestimmt und Personal eingestellt.“

Bei Besuchen in Trabitz seien Mitarbeiter der Regierung und des Neustädter Kreisjugendamts von Gebäude und Projekt „begeistert“ gewesen: „Nach ihrem Kenntnisstand gibt es in Bayern wenig Vergleichbares.“ Besondere Vorzüge des für seinen neuen Zweck „bestens“ geeigneten Hauses lägen in der Einbettung in ein ruhiges, naturgeprägtes Umfeld und in der guten Bahnanbindung, die den Weg zu Schulen und Arbeitsplätzen erleichtere. „Die Vertreter des Jugendamts eines Nachbarlandkreises haben all dies und auch den Luxus der Einzelzimmer als ‚optimal‘ gelobt.“

Für zehn Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 18 Jahren werde das Haus Platz bieten, erläuterte Zeitler. „Ziel der Betreuung ist, junge Menschen aus ernsten familiären Problemsituationen auf ihrem Weg in ein normales, unbelastetes selbständiges Leben zu begleiten.“ Der Kontakt mit Eltern und Familien bleibe dabei möglichst gewahrt. „Oft ist ja nur ein vorübergehender Abstand nötig, ehe die Jugendlichen wieder in ihre Familien zurückkehren können.“ Allerdings werde diese Art der Erziehungsbegleitung auf längere Sicht nicht an Bedeutung verlieren. „Die gesellschaftliche Entwicklung ist so, dass die Familie immer öfter nicht mehr den traditionellen festen Halt als ‚stabiler Anker‘ bietet.“

Bürgermeisterin Pepiuk freute sich, dass Kommune und Pädagogen mit einer gemeinsamen „positiven zukunftsorientierten Entscheidung“ dem jahrelang ungenutzten Gebäude „wieder einen Sinn“ geben werden. Hierzu trage auch der Mehrzweckraum im bahnhofseitigen Westflügel bei, der der Gemeinde und ihren Vereinen vielfältige Nutzungsoptionen eröffnen werde.

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