24.03.2019 - 13:02 Uhr
TrabitzOberpfalz

Großes Verfahren für kleine Erweiterung

So will es das deutsche Bauplanungsrecht: Auch geringfügige Flächennutzungsplan-Änderungen erledigen sich nicht auf dem „kleinen Dienstweg“.

von Bernhard PiegsaProfil

Das gilt auch für die geplante Erweiterung des Ortsbereichs Grub um eine zur Bebauung vorgesehene Außenbereichs-Grundfläche am östlichen Ortsrand. Die in der ersten Stufe des Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahrens eingegangenen Stellungnahmen behandelte der Gemeinderat in seiner Märzsitzung.

Die meisten der zu befragenden „Träger öffentlicher Belange“ hätten gegen die „Einbeziehungssatzung Grub-Ost“ keine Einwände erhoben, gab Bürgermeisterin Carmen Pepiuk zur Kenntnis. Die übrigen Stellungnahmen hätten sich zumeist auf allgemeine Hinweise und Anregungen beschränkt. Konkrete Verbesserungsvorschläge kämen von der Abteilung „Städtebauförderung“ des Landratsamts, die eine Eingrünung des neuen Ortsrands etwa durch eine Streuobstwiese empfohlen habe, und vom Weidener Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, das den „Verlust einer landwirtschaftlichen Nutzfläche“ bedauert und es für wünschenswert erklärt habe, „bestehende innerörtliche Baulücken im Gemeindegebiet zu schließen“.

Die Gemeindevertreter entgegneten hierauf, dass die Gemeinde sich „stets bemüht, Baulücken zu schließen“. Ein Beispiel sei das geplante Baugebiet „Am Bühl“. Dies setze aber voraus, dass die Kommune „über die entsprechenden Flächen verfügen“ könne. Das Sachgebiet „Naturschutz“ der Kreisverwaltung schließlich mahnte eine Ausgleichsfläche an, die der Bauherr als Kompensation für die neu bebaute und damit versiegelte Fläche zu stellen habe. Stellungnahmen aus dem Kreis der Einwohner seien nicht eingegangen, informierte Pepiuk. Der Gemeinderat nahm die Behördenäußerungen zur Kenntnis, die zweite Stufe der Öffentlichkeitsbeteiligung wird demnächst eingeleitet.

Für das vielgenutzte Kreisjugendring-Angebot „Fifty-fifty-Taxi“, das Jugendlichen an Wochenenden abends sichere Taxifahrten zum halben Preis ermöglicht, bejahte der Gemeinderat wie in den vergangenen Jahren einen 100-Euro-Zuschuss. Das gemeindliche Einvernehmen erteilte er für die Bauanträge von Martin und Andrea Schlicht (Garage, Trabitz), Ernst und Anette Steiner (Nutzungsänderung einer Mehrzweckhalle zum Pferdestall und Bau einer Mistlege, Pichlberg) sowie Bernhard Wiesend (Restaurierung des Altars der Hauskapelle, Feilersdorf).

Keine gemeindlichen Belange sieht das Gremium durch die vorbereitenden Untersuchungen der Stadt Pressath für die Abgrenzung eines städtebaulichen Sanierungsgebiets in Dießfurt und durch die Änderung des Pressather Flächennutzungsplans für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage bei Riggau berührt. Vorbehalte äußerte die Gemeindevertretung allerdings gegen den Bebauungsplan der Stadt Grafenwöhr für ein Fachmarktzentrum auf dem früheren Deyerling-Gelände. Dieses werde Kaufkraft aus den umliegenden Gebieten abziehen und könnte mithin auch Geschäfte im Pressather Raum schwächen.

Auf Anfrage von Gemeinderat Konrad Bauer (CSU) informierte Bürgermeisterin Pepiuk, dass die Ausschreibungen für den Nahwärmenetzbau in Trabitz vorbereitet seien. Sie rechne mit einem Baubeginn in den nächsten sechs bis acht Wochen, im Herbst werde die Anlage in Betrieb gehen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.