15.07.2019 - 13:14 Uhr
TrabitzOberpfalz

Mehr Geld für Vereinsfreizeiten

Ist ehrenamtliche Jugendarbeit der Vereine weniger wertvoll als professionelle Jugendbetreuung? "Auf keinen Fall", bekräftigte der Trabitzer Gemeinderat in seiner Julisitzung.

Am Meierhof-Anwesen wird kräftig gebaut.
von Bernhard PiegsaProfil

In Zukunft soll sich die ehrenamtliche Jugendarbeit auch in klingender Münze ausdrücken: Organisiert ein Verein ein mehrtägiges Zeltlager, für das die Familien eine Teilnahmegebühr zu bezahlen haben, so erstattet die Gemeinde die Hälfte dieses Elternbeitrags, maximal jedoch 60 Euro, als Zuschuss, den der Verein an die Familien weitergeben muss.

Dies entspricht dem Verfahren, das schon seit einigen Jahren gegenüber dem pädagogischen Dienstleister "Learning Campus" praktiziert wird: Auch hier übernimmt die Gemeinde die Hälfte der Elternbeiträge für die erlebnispädagogischen Sommerferien-Freizeitwochen. Gegenwärtig betrage dieser kommunale "Obolus" 60 Euro pro teilnehmendem Trabitzer Kind und Freizeitwoche, erinnerte Bürgermeisterin Carmen Pepiuk. Die Ratsmitglieder stimmten zu, auch den 50-Prozent-Zuschuss für Vereinszeltlager auf diesem Niveau zu "deckeln". Anspruch auf die "Geldspritze" haben nur Familien mit Wohnsitz in Trabitz. Im Namen des Trachtenvereins "D'Haidnaabtaler", der sich für die großzügigere Förderung stark gemacht hatte, dankte Jugendbetreuerin und Gemeinderätin Barbara Heser für die Entscheidung des Gremiums.

Formsache war die Zustimmung zum Bauantrag der Gemeinde für den Kindergarten-Ersatzneubau. Mit Einverständnis des Gemeinderats darf Bürgermeisterin Pepiuk außerdem Angebote für die Erstellung eines Brandschutzkonzepts einholen und den Auftrag an den "wirtschaftlichsten Anbieter" vergeben. Das gemeindliche Einvernehmen erteilten die Gemeindeverantwortlichen für den Bauantrag der Firma STS, die ein zusätzliches Gärproduktelager für ihr Biogaskraftwerk in Blankenmühle errichten möchte. Dies sei wegen geänderter umweltrechtlicher Vorschriften notwendig, aber auch im Hinblick auf einen flexibleren Betrieb der Anlage für das künftige Trabitzer Nahwärmenetz, informierte die Bürgermeisterin. Mehr Grünguttransportverkehr solle es laut einer Zusage des Unternehmens nicht geben. Auch gegen die Nutzung gemeindeeigener Wege nahe der Kläranlage durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach, das die Bundesstraßenbrücke über Bahnlinie und Brandlgraben instandsetzen will, wurde kein Einwand erhoben. Ferner stimmten die Räte der Bauvoranfrage zu, die die Errichtung eines Einfamilienhauses an der Drahthammerstraße beinhaltet.

Bürgermeisterin Pepiuk berichtete über einen weiteren Zuschuss von 560.000 Euro aus der Städtebauförderung. Im Meierhof-Hauptgebäude seien die Arbeiten an Toiletten und Duschen im Gange, die Sanierung des früheren "Clubraums" stehe bevor. Aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 11. Juni wurden folgende Nachtrags-Vergabebeschlüsse zur Meierhofsanierung bekanntgegeben: Nachtrag für Trockenbauarbeiten vergeben an Firma Näther & Hübner in Thurnau, Nachtrag für Malerarbeiten vergeben an Firma Schiller, Amberg.

"Mit einer bloßen Renovierung werden wir das Burkhardsreuther Feuerwehrhaus sicher nicht mehr auf einen zeitgemäßen Stand bringen", lautete die Einschätzung der Bürgermeisterin, mit der sie in der Gemeinderatssitzung eine neuerliche Anfrage der größten Trabitzer Feuerwehr im Hinblick auf einen Gerätehausneubau kommentierte. Bei einem Ortstermin wollen sich die Gemeindeverantwortlichen demnächst ein Bild von der Situation machen.

Info:

Schulden weiter abgebaut

Zur Kenntnis nahm der Gemeinderat die Jahresrechnung der Gemeinde Trabitz für 2018. Diese schloss jeweils in Einnahmen und Ausgaben mit 2.967.749,52 (Verwaltungshaushalt) beziehungsweise 2.363.046,83 Euro (Vermögenshaushalt) ab, der Schuldenstand sank von 309.916,53 auf 248.634 Euro. Ein Überschuss von 796.277,30 Euro floss der allgemeinen Rücklage zu, 687.124,43 Euro und damit fast doppelt so viel wie im Haushaltsansatz vorgesehen wurden aus dem Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt überführt. Der Rechnungsprüfungsausschuss des Gemeinderats wurde mit der örtlichen Prüfung der Jahresrechnung beauftragt.

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