Trabitz
14.05.2018 - 20:00 Uhr

Außergewöhnliches Fensterbild in Trabitzer Kindercafe: Scherben-Spiel

In zweiwöchiger Feinarbeit fügte Gerhard Langner im vergangenen Herbst gemeinsam mit den Mitarbeitern, Mädchen und Buben des katholischen Kindergartens 162 bunte "Scherben" aus mundgeblasenem Tiffanyglas zu einem Mosaikbild des heiligen Martin zusammen (wir berichteten). Nun fand das von Pfarrer Edmund Prechtl gesegnete Kunstwerk seinen Platz in einer Wandnische des Begegnungsraums "Kindercafé". Ein Geburtstagsgeschenk Langners in Gestalt eines gläsernen Namensschilds hatte Kindergartenleiterin Johanna Sulzbacher auf die Idee gebracht, den mit ihrer Familie befreundeten Künstler aus Oberasbach bei Nürnberg zu dieser ungewöhnlichen "Kunstaktion" einzuladen.

Passgenau fertigt Gerhard Langner das Martinsbild aus farbigem Tiffanyglas für eine Wandnische im Trabitzer Kindergarten. Ein zweites Bild, das den Bettler zeigt, soll noch folgen.  	Bild: bjp
Passgenau fertigt Gerhard Langner das Martinsbild aus farbigem Tiffanyglas für eine Wandnische im Trabitzer Kindergarten. Ein zweites Bild, das den Bettler zeigt, soll noch folgen. Bild: bjp

Den heiligen Martin von Tours habe man bewusst als Motiv gewählt, erläuterte die Leiterin bei der Segnungsfeier: "Er ist nicht nur ein Motiv, das Kinder besonders anspricht, sondern auch ein Zukunftsmotiv. Denn in einer Zeit, in der immer mehr von Verarmung gesprochen wird, ist der Hinweis auf die Wichtigkeit des Helfens und Teilens wertvoller denn je."

Doch nicht nur dem Bild als solchem komme pädagogischer Wert zu: "Wir wissen jetzt, wie Glas hergestellt wird, wie aus Wissen, Können, Sorgfalt und Vorsicht ein Kunstwerk entsteht. Schon im Kindergarten den Werdegang und die anregende, kraftspendende Schönheit von Kunst mit allen Sinnen zu erleben, ist für unsere Kinder ein Stück Seligkeit und eine Erfahrung, die das weitere Leben prägt und bereichert." Ein Pendant mit der Darstellung des Bettlers solle folgen, der Entwurf liege bereits vor.

Mit einem Martinslied hießen die Kinder "ihren" Heiligen willkommen, die Erzieherinnen Bianca Kastner und Cilla Helm riefen seine Lebensgeschichte mit einem Schattenspiel in Erinnerung. Pfarrer Edmund Prechtl erzählte, dass Glasfenster einst erfunden wurden, um jenen, die nicht lesen konnten, christliche Botschaften in bildhafter Form nahe zu bringen. Eine solche Botschaft berge auch die Geschichte des heiligen Martin, der sich "einen offenen Blick für Menschen, die Hilfe brauchen", bewahrt habe und damit dem Beispiel Jesu gefolgt sei. So sporne das Glasbild "uns alle an, dort hilfreiche Menschen zu sein, wo wir gebraucht werden". Zu den Teilnehmern der kleinen Feierstunde zählte auch Norbert Duckarm von der Geschäftsführung Kindertagesstätten beim Caritas-Diözesanverband.

Er ist nicht nur ein Motiv, das Kinder besonders anspricht, sondern auch ein Zukunftsmotiv.Kindergartenleiterin Johanna Sulzbacher

 
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