30.08.2018 - 13:28 Uhr
TrabitzOberpfalz

An einem Strang ziehen

Hoher Besuch an der Haidenaab: Auch im Münchener Sozialministerium weiß man von der 20-jährigen Erfolgsgeschichte des in Trabitz ansässigen "LearningCampus". Dafür interessiert sich auch Staatsministerin Kerstin Schreyer.

Alle ins Gold: An Pfeil und Bogen versuchten sich Sozialministerin Kerstin Schreyer, Bürgermeisterin Carmen Pepiuk, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß und Bezirkstagskandidat Matthias Grundler (von rechts) beim Besuch der Ministerin in Trabitz. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Mit von der Partie waren CSU-Landtagsabgeordneter Tobias Reiß und Bezirkstagskandidat Matthias Grundler, die zunächst gemeinsam mit der Sozialministerin und mit Bürgermeisterin Carmen Pepiuk als Bogenschützen ihr Glück wagten.

Die kleine Sportanlage auf dem Dorfplatz hatte das "LearningCampus"-Team für eine Ferienfreizeit-Kindergruppe aus Kemnath aufgebaut.

Kinder zu verantwortungsbewusstem Handeln zu ermutigen, sei ihm und seinen Mitarbeitern ein vorrangiges Anliegen, merkte Geschäftsführer Dr. Benjamin Zeitler an: "Diesem Ziel dient auch das Bogenschießen." In ihrer anschließenden Begrüßung stellte Bürgermeisterin Pepiuk ihre Gemeinde vor, die bei der Sanierung des gemeindeeigenen Meierhof-Hauptgebäudes mit "LearningCampus" effizient an einem Strang ziehe: "Hier haben wir einen starken Partner gefunden, der das Haus nach Abschluss der Renovierung als Mieter nutzen und mit Leben erfüllen wird. Dafür bin ich dankbar, weil diese Perspektive es uns möglich gemacht hat, das Vorhaben zu realisieren." Im Herbst 2019 sei das historische Bauwerk bezugsfertig und solle dann eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung beherbergen, der Westflügel stehe der Gemeinde als Veranstaltungsraum zur Verfügung.

Ferner sprach Pepiuk die laufende Planung für einen neuen Kindergarten an. Die katholische Kirchenstiftung wolle die Trägerschaft der Kindertagesstätte niederlegen, deren Gebäude zudem in marodem Zustand sei. Deshalb wolle die Gemeinde einen Ersatzneubau errichten, der auch Platz für eine Kinderkrippe bieten werde: "Diese Maßnahme zugunsten einer für unsere Gemeinde immens wichtigen Einrichtung ist für das Sonderinvestitionsprogramm 'Kinderbetreuungsfinanzierung' des Sozialministeriums angemeldet."

Alles in allem, so die Bürgermeisterin, seien in Trabitz zurzeit "Gesamtinvestitionen von rund sechs Millionen Euro in Planung oder Umsetzung". Den Abgeordneten Tobias Reiß und Albert Rupprecht dankte Pepiuk für deren Fürsprache, dank derer die Gemeinde unter anderem in den Genuss einer erhöhten Bezuschussung der Meierhofrenovierung aus Städtebaufördermitteln gelangt sei: "Leider ist viel zu wenig bekannt, wie sehr sich die Landtags- und Bundestagsabgeordneten unserer Region 'die Hacken abrennen', um kleinen Gemeinden wie der unsrigen die Verwirklichung von Sanierungen oder Neubauten zu ermöglichen."

Zu hoffen sei, dass auch weitere denkbare Projekte nicht nur Visionen blieben, ließ Pepiuk anklingen. So könnte Trabitz zu einem "Generationendorf" ausgebaut werden, das außer mit Kindergarten, Jugendbetreuungseinrichtung und den insbesondere für junge Familien wertvollen Bauplätzen auch mit Angeboten für Senioren aufwarten solle.

Auch eine Gestaltung des Heindlweihers als Naherholungsgebiet sei wünschenswert. "Die Gedanken und Ideen gehen einem nicht aus - und ich sage immer: 'Geht nicht' gibt's nicht, und 'Kann ich nicht' liegt tot daneben", zeigte sich die Bürgermeisterin optimistisch: "Wenn wir zusammenhalten, können wir noch einiges erreichen und nach vorne bringen."

Mehr Schulbegleitungen wegen Inklusion:

Die Geschichte seines Unternehmens, die 1998 mit einem Feriencamp bei Leipzig begann und ab 2004 um erlebnispädagogische Ferienfreizeiten in der Oberpfalz erweitert wurde, skizzierte "LearningCampus"-Geschäftsführer Dr. Benjamin Zeitler beim Besuch von Sozialministerin Kerstin Schreyer in Trabitz. Heute sei der pädagogische Dienstleister auf vielen weiteren Feldern tätig.

So erwähnte Zeitler Erziehungsbeistandschaften, Familienhilfen und Schulbegleitungen, die ganzjährigen Waldkindergärten in Weiden und Eschenbach, Klassenfahrten, Ganztagsschulangebote und die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge: "Zurzeit betreuen wir noch zwei Flüchtlingswohngemeinschaften." Zu den bekannten Ferienfreizeiten hätten sich heuer 1000 Kinder und Jugendliche angemeldet. Im Zusammenhang mit der Inklusionsförderung nähmen die Schulbegleitungen als "individuell festzulegende und konstante Begleitung einzelner Kinder während ihrer Schulzeit" an Bedeutung zu.

Auch durch die Pflege eigener Bienenstöcke oder eines zehn Hektar großen Waldstücks mit Vogelnistkästen würden Jugendliche "handlungsorientiert" zu eigenständigem und verantwortlichem Tun angeleitet, führte Zeitler aus. Heute zählten rund 70 Mitarbeiter zum Personalstamm, denen man bestmögliche Arbeitsbedingungen im Hinblick auf Arbeitszeiten, Entlohnung und langfristige, möglichst unbefristete Anstellung zu bieten versuche: "Es ist nicht einfach, pädagogische Fachkräfte zu finden und zu binden." (Weiterer Bericht folgt) (bjp)

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