04.03.2019 - 15:01 Uhr
TrausnitzOberpfalz

Nach dem Brexit ins Ferienhaus

Der Faschingsvirus ist weiblich, toll maskiert und Mitglied beim Frauenbund oder der Damengymnastik. Frauenpower in ihrer explosivsten Form regiert beim Frauenfasching im „Seehotel“.

Die "Hodernsalzer" heizten den Weibern ein. Das Stimmungsbarometer stand immer auf Anschlag.
von Richard BraunProfil

Frohsinn und gute Laune sprengten bei der schon legendären Faschingsfete alle Grenzen. "Fasching ist ein wahrer Segen", stelle die Vorsitzende Maria Müller in ihrer Begrüßung fest. Dass sie damit den Nagel auf den Kopf getroffen hatte, bewiesen die vielen maskierten Frauen, welche die nächsten Stunden den Saal zum Brodeln brachten.

Von den Höhen von Saltendorf sind die Maschkerer angereist und haben gleich die Weiber von Weihern und Stein mitgenommen. Bis an die böhmische Grenze hatte es sich herumgesprochen, dass beim Weiberfasching in Trausnitz sogar die Papiertonnen tanzen. Die Sketche und Einlagen der Turnerweiber waren aber auch zum Schießen. Einen großen Anteil am Gelingen trugen die beiden Musikanten Thomas und Flori. Als "Hodernsalzer" begeisterten sie beim "Rock im Park" sogar die Toilettenfrauen. Mit ihren Hits hielten sie das Stimmungsbarometer immer auf Höchststand. Viel zu erzählen hatten sich die Wallfahrerinnen Waltraud und Johanna. "Wenn der Alt koi Guat mehr dout und s' Moil mit 30 allerweil nu koin Mo hot", dann ist es höchste Zeit, dass die Mutter Wallfahren geht. Auf dem langen Weg gab es natürlich viel zu erzählen. Das Publikum bog sich vor lachen. Für Schwung sorgten die "Rockerbabes" mit ihrer Twist-Einlage. Bei "Tutti Frutti" flogen die Röcke.

Zur fortgeschrittener Stunde luden die Frauen dann zu einem Kinobesuch ein. Bis da jede ihren Platz gefunden hatte, standen den Zuschauern die Tränen in den Augen. Urplötzlich und ganz feierlich zogen Prinz Charles und die Queen in den Saal. Der Brexit hatte den Thronfolger aus seinem Königreich vertrieben. Jetzt baten beide in Trausnitz um Asyl. Ein Ferienhaus im neuen Fischerdorf können sich beide als Alterssitz gut vorstellen. Die Biber im Stausee jedenfalls saßen schon längst am Frühstückstisch, als die letzten Maschkerer den Ödmühlberg erklommen.

Prinz Charles und die Queen haben vom Brexit die Nase voll. Beim Weiberfasching baten sie um Asyl.
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