30.12.2019 - 14:27 Uhr
TrausnitzOberpfalz

Enorme Mengen an Energie

Das Pumpspeicherkraftwerk Reisach ist ein Magnet für technisch interessierte Besucher. Bei einer Besichtigung erfahren die Teilnehmer, dass im kommenden Jahr eine größere Revision zu bewältigen sein wird.

Heidi Braun (Mitte) erklärte ihren Gästen anhand eines maßstabsgetreuen Modells die Kraftwerksgruppe.
von Externer BeitragProfil

Die Kraftwerksgruppe besteht aus den Kraftwerken Kainzmühle, Tanzmühle, Reisach und dem zugehörigen Hochspeicher Rabenleite mit einem Fassungsvermögen von 1,5 Millionen Kubikmeter an Wasservorrat. Das Pumpspeicherkraftwerk Reisach ging 1955 in Betrieb. Es verfügt über drei Pumpspeichersätze mit separater Pumpe und Turbine, die besonders zur Lieferung von Regelenergie geeignet sind. Das Maschinenhaus mit den Turbinen, Generatoren und Pumpen von enormer Größe versetzten manchen der Besucher in Staunen. Das Herzstück neben dem Maschinenhaus ist die Leitwarte. Leitstandwärter Thomas Kirschner wurde von der Gruppe intensiv befragt, bereitwillig gab er Auskunft.

Jetzt bei GdF Suez

Heidi Braun berichtete über die Erstinbetriebnahme des Kraftwerkes im Jahr 1924 mit einer Leistung von 800 Kilowatt. Ein Naturstollen von 5,7 Kilometer Länge wurde als Verbindung der einzelnen Kraftwerke in den Jahren zwischen 1950 und 1959 mit einfachen Mitteln in den Fels getrieben. Bei diesen Bauvorhaben mussten sechs Männer im besten Alter ihr Leben lassen. Zu ihrem Gedenken ließ Bernhard Jansen eine Gedenkstätte in Form einer Kapelle errichten. Im jetzigen Zustand, nach umfangreichen Änderungen erzeugt das Kraftwerk 125 Megawatt an elektrischen Strom. Eine massive, polierte Messingtafel mit dem Firmennamen Energieversorgung Ostbayern AG Regensburg erinnert an das Gründungsjahr der OBAG am 1. Januar 1944.

Im kommenden Jahr, so berichtete Heidi Braun weiter, wird eine größere Revision zu bewältigen sein, um das Werk noch effektiver zu machen. Die Anlage wurde von der OBAG erbaut und betrieben. Nachdem der Energieversorger Eon, die OBAG im Jahr 2001/2002 übernommen hatte, wurde nach kurzer Betriebszeit die einstige Kraftwerksgruppe Jansen an den Energiebetreiber GdF Suez verkauft. Diese Gruppe betreibt das Kraftwerk bis heute erfolgreich.

Das Werk wurde ab 1954 von der OBAG (Energieversorgung Ostbayern AG) erbaut und 1955 mit 33 MW in Betrieb genommen. Im Jahr 1961 wurde die Leistung durch den Einbau zweier weiterer Maschinen auf 99 MW gesteigert. Im Jahr 2001 ging die OBAG durch Fusion in Eon Bayern auf und das Kraftwerk wurde von der Tochter Eon Wasserkraft betrieben. 2009 gab Eon mehrere Kraftwerke, darunter auch dieses, aus kartellrechtlichen Gründen an GDF Suez (heute Engie) ab.

Abfuhr nach Weiden

Das Kraftwerk gehört zur Kraftwerksgruppe Pfreimd (auch Kraftwerksgruppe Jansen genannt), zu der neben dem Kraftwerk Reisach auch die Kraftwerke Tanzmühle und Trausnitz gehören. Die Gruppe nutzt das Wasser des Flusses Pfreimd sowie das Gefälle zwischen dem Hochspeicher Rabenleite (als Oberwasser), dem Kainzmühlspeicher und dem Trausnitzspeicher (als Unterwasser). Das Werk Reisach dient der Pumpspeicherung vom Trausnitzspeicher, an dessen Ufer es liegt, über 180 Meter Höhendifferenz durch den 1315 Meter langen Reisachstollen (Druckstollen) zum Hochspeicher. Hierfür verfügt es über drei Francisturbinen mit je 35 MW installierter Nutzleistung und drei Kreiselpumpen mit 28 MW Leistungsaufnahme. Elektrisch ist das Kraftwerk über eine 110-kV-Leitung mit dem Umspannwerk in Weiden verbunden.

Das Kraftwerk verfügt über drei Francisturbinen mit je 35 MW installierter Nutzleistung und drei Kreiselpumpen mit 28 MW Leistungsaufnahme.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.