05.07.2018 - 15:30 Uhr
TrausnitzOberpfalz

Geduldsspiel an der Friedhofsmauer

Endlich: Nach zwei Jahren der Suche nach Zuständigkeiten und Klärung der Schuldfrage wird die eingestürzte Friedhofsmauer wieder aufgebaut.

In der Draufsicht ist das gewaltige Ausmaß der Schwergewichtsmauer erkennbar. Für die Maurer bedeutet dies eine ewige Steineklauberei.
von Richard BraunProfil

Den Bauarbeitern der Firma Braun aus Weiden und den unmittelbaren Anliegern wird der Tag im Juni 2016 unvergesslich bleiben, als bei Bauarbeiten ein Teil der alten Friedhofsmauer ohne Vorwarnung in sich zusammenstürzte. Nur dem Glück ist es zuzuschreiben, dass damals keine Personen zu Schaden kamen.

Was dann folgte, war eine lange Auseinandersetzung um Zuständigkeiten und Schadensübernahme. Ein Gutachten jagte das andere und am Ende mussten alle Beteiligten Federn lassen. Leidtragende der Auseinandersetzung waren die Anlieger und Pfarrer Hans Spitzhirn, dem der Schutthaufen die Zufahrt zum Pfarrhof über Monate versperrte. Alles musste an Ort und Stelle liegen bleiben, bis alle Ungereimtheiten geklärt waren.

Jetzt scheinen die Zuständigkeiten festgelegt zu sein. Es konnte mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Als Bauherr ist die Katholische Kirchenstiftung Trausnitz aufgeführt. Mit der Bauausführung wurde die Firma Georg Hösl aus Pfreimd beauftragt. Der Bauumfang umfasst den Wiederaufbau der eingestürzten Mauer als Schwergewichtsmauer aus Naturstein und die Instandsetzung und Stabilisierung der Restmauer.

Da hier der Denkmalschutz ein gewichtiges Wort mit spricht, müssen die Arbeiten nach dessen Vorgaben ausgeführt werden. So darf für die Maurerarbeiten kein Zement verwendet werden. Nur Trasskalkmörtel ist erlaubt. Die Mauer muss das dahinterliegende Gelände und das Fundament der angrenzenden Versöhnungskapelle allein durch ihr Gewicht stabilisieren, daher beträgt die Mauerbreite 160 Zentimeter. Auch müssen die Steine der eingefallenen Mauer wieder verwendet werden. Für die Handwerker, die den Umgang mit modernen Baumaterialien gewohnt sind, ist dies ein wahres Geduldspiel. Aus Sicherheitsgründen wird im Endausbau die Brüstung ein Stück höher und die Mauerkopfabdeckung erneuert.

Die neue Schwergewichtsmauer muss das dahinter liegende Erdreich und das Fundament der Versöhnungskapelle stabilisieren.
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