Abgeerntete Maisfelder zum Ende des August hat es bisher noch nie gegeben. Die Trockenheit der vergangenen Monate ließ den Mais um gut zwei Wochen früher reifen. Die Fachberater Rainer Bodenmeier und Edgar Mark von der Firma KWS präsentierten auf einem Versuchsfeld von Bernhard Prem in Söllitz zwölf Maissorten und stellten ihre Vorzüge bei veränderten Klimabedingungen heraus.
Lediglich 275 Liter Regenwasser je Quadratmeter registrierte die Messtation von Bernhard Prem in diesem Jahr. Üblich sind um diese Zeit 700 Liter. Dies hatte gravierende Folgen für den Ertrag und die Reife der Maisernte. Regional wurde ein Drittel weniger geerntet. Trotz dieser Mindermenge waren die 27 anwesenden Landwirte angesichts der Witterung mit dem Ertrag noch zufrieden.
Viel bedenklicher sind dagegen die Ausfälle bei der Grassilage. Die zwölf Sorten auf dem Versuchsfeld in Söllitz kamen sehr unterschiedlich mit der Trockenheit zurecht. Nach den Erfahrungen von Rainer Bodenmeier sind die KWS-Sorten Keops, Benedictio und Figaro für den Anbau auf den schweren Böden der Oberpfalz besonders geeignet. Andere Sorten kommen mit sandigen Böden besser zurecht.
Der richtige Erntezeitpunkt ist bei Silomais von ausschlaggebender Bedeutung. Mit dem Sat-TS-Monitoring stellt die Firma den Landwirten ein satellitengestütztes System zur Verfügung, das ohne großen Aufwand den optimalen Erntezeitpunkt bestimmt. Voraussetzung ist eine Anbaufläche von größer drei Hektar und ein sortenreiner Bestand.
Keine Probleme sind in diesem Jahr mit dem Maiszünsler aufgetreten. Der frühe Erntezeitpunkt führte dazu, dass sich die Larven nicht entwickeln konnten. Rainer Bodenmeier riet den Landwirten, die Stoppelfelder frühzeitig zu mulchen und das Mulchgut unterzuackern. So könne dieser Schädling in Schach gehalten werden.
Edgar Mark, zuständig für den Getreideanbau, gab Empfehlungen für die bevorstehende Herbstaussaat. Besonders den Roggen, der in den letzten Jahren etwas ins Hintertreffen geriet, rückte er wieder in den Fokus der Landwirte. "Die Inhalts- und Ballaststoffe des Roggens machen dieses Getreide besonders für die Schweinemast interessant“, lautete die Kernaussage des Fachmannes.
Bei der anschließenden Gesprächsrunde hielten die Landwirte mit ihrer Kritik an der vorherrschenden Agrarpolitik nicht hinter dem Berg. Der Futtermangel durch den Ausfall der Grassilage zwinge die Landwirte zum Zukauf von Silomais. Mittlerweile stehen Preise von 2500 bis 3000 Euro für das Hektar im Raum. Dies sei nahezu das Doppelte vom sonst üblichen Preisniveau. Diese Summe könne nur von den Erzeugern von Biogas aufgebracht werden, da Biostrom hoch subventioniert werde. „Der Milchbauer hat das Nachsehen“, so der Ärger der Landwirte.
Ähnlich verhält es sich auch beim Getreide das für die Stromerzeugung verheizt wird. Nach Meinung der Milchbauern muss in Mangelzeiten dem Futter der Vorrang vor „überflüssigem Biogasstrom“ eingeräumt werden.














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