Trausnitz
17.07.2023 - 16:51 Uhr

Marienverehrung seit 305 Jahren feste Tradition in Trausnitz

Das Skapulierfest ist über Jahrhunderte in der Pfarrei Trausnitz Ausdruck inniger Marienverehrung. Viele Gläubige aus nah und fern nützen diese Tage, um neue Kraft für den Glauben und das Leben zu schöpfen.

Seit der Gründung der Skapulierbruderschaft durch Pfarrer Paul Gruber im Jahre 1717 stellt sich eine große Zahl von Gläubigen unter den Schutzmantel der Gottesmutter. Das Trausnitzer Skapulierfest zog auch am vergangenen Wochenende zahlreiche Besucher an.

Das Skapulier ist ein marianisches Zeichen, das zum Ordensgewand der Karmeliter gehört. Nach der Überlieferung erschien am 16. Juli 1251 Simon Stock, einem englischen Karmelitenmönch, die heilige Jungfrau, lichtumflossen und von Engeln umgeben. Sie reichte ihm das Skapulier mit den Worten: "Wer in diesem Gnadenkleide sterben wird, wird vor dem ewigen Feuer bewahrt bleiben. Es ist ein Zeichen des Heiles, ein Schutzkleid in Gefahren, das Unterpfand eines besonderen Friedens und besonderen Schutzes." Auf diese Verheißung gründet sich die Skapulierbruderschaft. Das Skapulierfest wird immer am dritten Sonntag im Juli gefeiert und ist zugleich das Hauptfest der Marianischen Männerkongregation.

Baustein für die Kirche

Die religiösen Feierlichkeiten begannen am Samstagabend mit der großen Marienfeier. Die Lieder der feierlichen Andacht, intoniert von der Blaskapelle "Bayerisch Blech" und dem Kirchenchor, brachten den Zauber der Marienverehrung zum Ausdruck. Pfarrer Hans Spitzhirn verdeutlichte in seiner Predigt die Zusammenhänge zwischen dem Orden der Karmeliten und der Bruderschaft. "Die Ordenszugehörigkeit ist ein Segen und ein wichtiger Baustein für die Kirche", unterstrich er deren Bedeutung. Die anschließende Prozession setzte einen Glanzpunkt in der Liturgie. Wegen der großen Trockenheit verzichteten die Vereine in diesem Jahr auf den Schein der Fackeln.

Der Höhepunkt der Festtage war das Hochamt am Sonntag morgen, das besonders den verstorbenen Mitgliedern der Bruderschaft gewidmet war. Als Festprediger konnte in diesem Jahr Domkapitular Josef Kreiml aus Regensburg gewonnen werden. "Leben heißt unterwegs sein zu Gott. Wer diesen Weg verlässt, verliert den Sinn des Lebens und endet allzu oft in der Sucht von Alkohol und Drogen", lautete die Botschaft der Predigt. "Nur Gott kann unserem Leben Halt und Inhalt geben. Maria sollte uns daher Vorbild im Leben und im Glauben sein."

Statue der Gottesmutter

Die anschließende eucharistische Prozession war ein Beispiel tiefer Religiosität. Alle Vereine der Gemeinde, begleitet von der Musikkapelle "Bayerisch Blech", und eine große Zahl von Gläubigen zogen mit dem Allerheiligsten singend und betend durch den Ort. Die Mitglieder der Marianischen Männerkongregation trugen dabei eine Statue der Gottesmutter in ihren Reihen.

Der Festgottesdienst fand am Kirchenvorplatz seine feierlichen Abschluss. Pfarrer Hans Spitzhirn dankte allen, die mitgeholfen hatten, das Skapulierfest in diesem würdigen Rahmen zu feiern.

Hintergrund:

Skapulierbruderschaft

> Simon Stock:1251 empfängt der englische Karmelitenmönch das Skapulier von der Gottesmutter> Symbol:Das Skapulier (Schultertuch) symbolisiert das "Joch Christ"> Skapulierbruderschaft:Mitglieder stellen sich unter den besonderen Schutz Mariens> Gründung in Trausnitz:1717 rief Pfarrer Paul Gruber die Skapulierbruderschaft in Trausnitz ins Leben> Skapulierfest:1726 wird das Fest für die ganze katholische Kirche eingeführt

  • Simon Stock:1251 empfängt der englische Karmelitenmönch das Skapulier von der Gottesmutter.
  • Symbol:Das Skapulier (Schultertuch) symbolisiert das "Joch Christ"
  • Skapulierbruderschaft:Mitglieder stellen sich unter den besonderen Schutz Mariens.
  • Gründung in Trausnitz:1717 rief Pfarrer Paul Gruber die Skapulierbruderschaft in Trausnitz ins Leben.
  • Skapulierfest:1726 wird das Fest für die ganze katholische Kirche eingeführt.
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