13.12.2018 - 14:31 Uhr
TrausnitzOberpfalz

Miteinander ist es viel schöner

Das selbstgewählte Motto „Unser Dorf, miteinander - füreinander“ ist in Trausnitz keine Worthülse. Die „Nachbarschaftsinitiative“ füllt diesen Leitbegriff mit Leben. Die Seniorenbeauftragte zieht Bilanz.

Beim gemeinsamen Frühstück im Cafe des Dorfladens geht es immer ganz lustig zu. Da wird sich unterhalten und wenn jemanden danach ist auch gesungen.
von Richard BraunProfil

Als vor drei Jahren Bürgermeister Martin Schwandner die Gründung einer Nachbarschaftshilfe ins Gespräch brachte, waren spontan 20 Bürger zum Mitmachen bereit. Doch keiner wusste zu diesem Zeitpunkt so recht, in welche Richtung die Sache laufen sollte. Die Starthilfe von den Seniorennetzwerken des Landkreise war zwar recht hilfreich, doch im Kern beschränkte sie sich auf die Hilfe von Menschen in Notsituationen. Dieser ehrenwerte Gedanke alleine war dann doch nicht das, was sich die Gruppe so vorstellte. „Hilfe“ sollte das eine Standbein sein, das zweite aber sollte die „Nachbarschaft“ werden. Auch wenn ein Mensch im Alter noch rüstig und gesund ist, so wünscht er sich jemanden, mit dem er sich austauschen und etwas unternehmen kann. Jetzt hatten die Senioren die Richtung gefunden. Dies sollte auch in der Umbenennung in „Nachbarschaftsinitiative“ deutlich zum Ausdruck kommen. Die richtige Person für diese Aufgabe fand sich in der Seniorenbeauftragten der Gemeinde, Angelika Schneider. Der Schwung, mit dem sie ihre Ideen umsetzt, begeistert die Senioren aber überfordert sie nicht. Als waschechte Berlinerin, die schon seit Jahrzehnten in Trausnitz ihren Lebensmittelpunkt hat, hat sie ihre angestammte Heimat nie verleugnet, was sie besonders sympathisch macht. Ihren gerne benützten Spruch: „geht nüscht, gibts nüscht“ setzte sie kurzerhand in die Tat um. Nach wie vor wird auf das Standbein „Hilfe“ ein besonderer Wert gelegt. Jemanden, der krank oder nicht so gut auf den Beinen ist, zu helfen ist eine Selbstverständlichkeit. „Da gehen wir schon einmal putzen oder bügeln“, sagt die Anke ganz bescheiden. Auch eine Mitfahrgelegenheit in die nächste Stadt oder zum Arzt wird von ihr organisiert. Als besonderer Glücksfall für die älteren Leute wird der Dorfladen angesehen. Sie können ihre Bestellung telefonisch aufgeben und das Personal oder die Nachbarschaftsinitiative sorgt dafür, dass der Betreffende seine Bestellung auch erhält. In einem Dorf, in dem jeder jeden kennt, ist eine gute Nachbarschaft besonders wichtig. Gerade im Alter ist oft das Alleinsein das schlimmste Gebrechen. Umso wertvoller ist es deshalb, wenn es eine Gemeinschaft gibt, in der sich jeder geborgen füllen kann und die Abwechslung in den Alltag bringt. Hier kommt wieder die Seniorenbeauftragte ins Spiel. Im monatlichen Rhythmus werden Fahrten organisiert oder man trifft sich zum gemeinsamen Frühstück im Dorfladen. Am Plan standen Fahrten zum Teeladen in Schnaittenbach oder ein Besuch am Eixelberg. Auch Burglengefeld oder der Freizeitpark Höhllohe wurden schon besucht. Das Programm wird immer so gestaltet, dass jeder mitmachen kann und niemand überfordert wird. „Gut 20 bis 25 Personen sind immer dabei“, freut sich Anke Schneider, dass das Angebot so gut angenommen wird. Bei Ausflügen werden immer Fahrgemeinschaften gebildet. Für die Organisation ist es deshalb besonders wichtig, dass sich die Teilnehmer vorher telefonisch anmelden. In der Winterzeit wird von Pfarrer Hans Spitzhirn das beheizte Pfarrheim als Treffpunkt zur Verfügung gestellt. Als nächstes stehen ein Erste-Hilfe-Kurs für Senioren und ein Spieleabend auf dem Programm. „Wir sind kein Verein und wollen auch keinem Pflegedienst Konkurrenz machen. Wir sind einfach ältere Leute, die sich gegenseitig helfen und gemeinsam Spaß am Leben haben wollen“, ist die Motivation der Gruppe und das sieht man ihr auch an. Das Mitmachen in der Nachbarschaftsinitiative ist an kein Alter und keine Verpflichtung gebunden. „Jeder, der einen Betrag zum guten, nachbarschaftlichen Miteinander leisten will, ist herzlich willkommen“, lädt Anke Schneider alle Unentschlossenen zum Mitmachen ein.

Viel Engagement steckt Anke Schneider in die Seniorenbetreuung. Aber für die gute Sache ist ihr kein Aufwand zu viel.
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