Stabilisierungshilfen unterstützen strukturschwache, hoch verschuldete Kommunen durch ein Zwei-Säulen-Modell: Altschuldentilgung und Investitionen. Die Gemeinde Trausnitz wurde bisher dreimal bei der Zuteilung berücksichtigt. Nach 30 000 Euro im Jahr 2023 und 65 000 Euro im Jahr 2024 erhielt die Gemeinde im vergangenen Jahr 240 000 Euro Stabilisierungshilfe. Auch für dieses Jahr will sie diese Finanzhilfe wieder beantragen.
Dass diese Gelder kein Geschenk des Staates sind, mit dem man beliebig verfahren kann, wird spätestens bei der Erstellung des dafür notwendigen Haushalts-Konsolidierungskonzepts deutlich. Hier werden jeder Euro im Haushalt unter die Lupe genommen und alle Einsparmöglichkeiten akribisch durchleuchtet. Dies bekommt auch der Bürger zu spüren – durch Leistungskürzungen oder erhöhte Abgaben.
Für einiges fehlt jetzt das Geld
Nicht anders verhält es sich in der Gemeinde Trausnitz. Geschäftsstellenleiter Bernhard Baumer und Kämmerer Christian Hechtl von der VG Pfreimd haben viel Zeit in die Erstellung eines entsprechenden Haushalts-Konsolidierungskonzeptes für Trausnitz investiert, damit eine Berücksichtigung bei der Zuteilung in greifbare Nähe rückt. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates stellte Bernhard Baumer das Konzept vor.
Konsequenzen der Spar-Bemühungen: Die Feuerwehr Söllitz kann noch auf ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) hoffen, während Trausnitz noch einige Zeit auf ein neues Feuerwehrauto warten muss. „Durch die Gewährung der Stabilisierungshilfe ist es der Gemeinde möglich, die Dorferneuerung Söllitz abzuschließen, doch für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen in der Abwasserbeseitigung fehlt das Geld“, führte Bernhard Baumer aus. Einsparungen sind auch im Personalbereich geplant.
Kanal- und Grabgebühren
Besonders spürbar werden die Kürzungen von freiwilligen Leistungen. So fällt auch das kommunale Baukindergeld dem Rotstift zum Opfer. Richtig teuer für den Bürger werden die bereits beschlossenen Erhöhungen der Kanalgebühren, der Grabgebühren, der Realsteuern und nicht zuletzt die Erhöhung der Gebührensätze für die Kinderbetreuung. Dies ist nur ein Ausschnitt aus der Vielzahl der geplanten Einsparmaßnahmen. Bürgermeister Reinhard Schwarz dankte den Verwaltungsmitarbeitern für die Erstellung des Haushalts-Konsolidierungskonzeptes: Ohne dieses wäre eine Berücksichtigung bei der Zuteilung aussichtslos.
Die härtesten Brocken für die Bürger werden jedoch in den kommenden Jahren die Verbesserungsbeiträge für die Trinkwasserversorgung. Bauamtsleiter Markus Gebhard erläuterte dazu das Ergebnis der Chlorzehrungsversuche des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) Weiden. "Chlorzehrung" ist der Prozess, bei dem zugesetztes Chlor (Desinfektion) durch chemische Reaktionen mit Stoffen im Wasser verbraucht wird. Nach den Versuchen ist weiterhin unklar, worauf die erhöhte Chlorzehrung des Reinwassers von Meisthof zurückzuführen ist.
Eine fachgerechte Sanierung des Brunnens ist nach Aussage des WWA unabdingbar. Zudem sollte eine weitere Aufbereitungsstufe nachgerüstet werden. Als weitere Maßnahme sind die Hochbehälter nach den Regeln der Technik instandzusetzen, lauten die Vorgaben.
Nicht nur Wassergast sein
Neben dem Untersuchungsergebnis ging es im Gemeinderat vor allem darum, welche Variante aus dem Sanierungs- und Strukturkonzeptes des Zweckverbands Glaubendorfer Gruppe von der Gemeinde Trausnitz, die ja "nur" Wassergast ist, mitgetragen werden kann. Zur Entscheidung stehen vier Varianten, die bereits wiederholt diskutiert worden sind. Für Bürgermeister Reinhard Schwarz war es besonders wichtig, dass diese Entscheidung noch der amtierende Gemeinderat trifft, da sich dieser in den vergangenen Jahren in diese Thematik einarbeiten konnte.
Ganz entscheidend für den Gemeinderat wäre, dass Trausnitz als Vollmitglied dem Zweckverband zur Wasserversorgung der Glaubendorfer Gruppe beitreten könnte. Als Wassergast wird Trausnitz zwar zu den Zahlungen herangezogen, doch bestimmen könne man nichts, so die einhellige Meinung des Gemeinderates. Der Gemeinderat soll sich in seiner nächsten Sitzung für den weiteren Weg entscheiden. In der Sitzung des Zweckverbandes am 23. April soll dann endgültig festgelegt werden, welche Variante aus dem Sanierungs- und Strukturkonzept zum Tragen kommt.



















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