20.07.2020 - 16:12 Uhr
TrausnitzOberpfalz

Im Zeichen der Marienverehrung

Wenn 21 Böllerschüsse ins Pfreimdtal hallen und vom Sachsenturm Blasmusik zu hören ist, dann weiß jeder in Trausnitz: Heute ist Skapulierfest.

In einem sehr festlichen Rahmen feierte die Pfarrei Trausnitz auch in diesem Jahr das Skapulierfest. Pfarrer Hans Spitzhirn erteilte den Gläubigen den eucharistischen Segen.
von Richard BraunProfil

Die eher untypischen Attribute für ein Marienfest gehören seit Jahrhunderten zur festen Tradition und sind auch heute noch fester Bestandteil des Rituals. Ein beeindruckendes Zeugnis aufrichtiger Marienverehrung legte die Pfarrei Trausnitz am vergangenen Wochenende ab. Viele Gläubige aus nah und fern feierten an zwei Tagen das Skapulierfest, das Hauptfest der Bruderschaft "Unserer Lieben Frau vom Berge Carmel" und zugleich der Marianischen Männerkongregation. Unter Einhaltung der gebotenen Hygienevorschriften beschränkten sich die diesjährigen Feierlichkeiten allerdings nur auf den kirchlichen Teil. Sowohl die Marienandacht am Samstagabend, als auch der Festgottesdienst am Sonntagmorgen fanden auf dem geräumigen Kirchvorplatz statt. Auf den weltlichen Teil wurde aus den bekannten Gründen verzichtet.

Pfarrer Hans Spitzhirn ging in seiner Festpredigt auf die beeindruckende Geschichte der Bruderschaft ein, deren Ursprung sich 3000 Jahre bis zum Berge Karmel zurückverfolgen lässt. Dieser Berg wird im Alten Testament nicht nur als fruchtbarer Ort von besonderer Schönheit beschrieben, sondern auch als Wirkungsstätte des Propheten Eliza, der von Juden, Christen und Moslem gleichermaßen verehrt wird.

Auf dem Berg Karmel ist auch die erste Einsiedlergemeinschaft der Karmeliten zu finden. Der "Orden der Brüder der allerheiligsten Jungfrau vom Berge Karmel" ist der älteste Marienorden der Kirche und geht auf diese Eremitengemeinde zurück. Erst um das 13. Jahrhundert gelangte er Orden durch die Kreuzfahrer nach Europa. Nach der Überlieferung erschien am 16. Juli 1251 die heilige Jungfrau dem Generaloberen Simon Stock und überreichte ihm das Skapulier mit dem Worten: "Mein Sohn, empfange dieses Skapulier; es ist ein Zeichen der besonderen Vergünstigungen, die ich für dich und die Kinder des Karmel erlangt habe. Wer in diesem Gnadenkleide sterben wird, wird vor dem ewigen Feuer bewahrt bleiben. Es ist ein Zeichen des Heiles, ein Schutzkleid in Gefahren und das Unterpfand eines besonderen Friedens und Schutzes." Als vor genau 303 Jahren der damalige Pfarrer Johann Paul Gruber die Bruderschaft in der Pfarrei Trausnitz installierte, sollte nach der Zeit der Reformation die Volksfrömmigkeit wieder erweckt und gestärkt werden. Niemand konnte zu dieser Zeit ahnen, welch großer Segen und welch große Kraft von dieser Bruderschaft ausgehen wird. Noch heute tragen die Mitglieder der Bruderschaft das Skapulier auf Brust und Schulter. Es ist Zeichen der Hoffnung und Erfüllung. Die feierlichen Prozessionen durch den Ort wurden in diesem Jahr abgesagt. Der Festgottesdienst fand mit der Aussetzung des Allerheiligsten seinen feierlichen Abschluss. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen der Blaskapelle "Bayrisch Blech". Pfarrer Hans Spitzhirn dankte allen, die mitgeholfen hatten, das Skapulierfest in diesem würdigen Rahmen zu feiern.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.