Tremmersdorf bei Speinshart
19.01.2023 - 17:45 Uhr

"Fliegende Rennpferde" aus drei Landkreisen in Tremmersdorf

Schnelle Flieger, intelligent und treu: Genau diese Eigenschaften sind es, die die Reisetaubenzüchter an den "fliegenden Rennpferden" so schätzen. Das Hobby fasziniert auch bei einer überregionalen Ausstellung der Reisevereinigung Pegnitz.

Die Wertschätzung für den Brieftaubensport vereint viele tausend Züchter jeden Alters. Ein anspruchsvolles Hobby, das viel Geduld, Liebe zu Tieren, Idealismus und auch Glück erfordert und sich schon vor Jahrtausenden aus dem Dienst der Botentauben entwickelte. Die Fähigkeiten der Tauben, in kürzester Zeit auch weite Strecken zielgenau zurückzulegen, nutzten schon die Völker des Altertums zur Nachrichtenübermittlung. Heutzutage sind es passionierte "Dawerer", die ihre fliegenden Schätze als Kulturgut betrachten. Schlussfolgerung war der Eintrag der Brieftaubenkunde in die immaterielle Kulturerbeliste der Unesco.

Schau in Speinshart

Im Heim des Kleintierzuchtvereins Speinshart/Tremmersdorf traf sich am Wochenende eine Gemeinschaft, die das Hobby mit Leidenschaft pflegt. Eine Lokalschau der Spitzentauben stand ebenso auf dem Wochenendprogramm wie die Auszeichnung der Preisträger für das Reisejahr 2022. Schon am Samstag hatten die Preisrichter Andreas Habel und Günter Winkler die gurrenden Schätze benotet. Mit durchweg bemerkenswerten Beurteilungen, wie RV-Vorsitzender Josef Dötsch erfreut feststellte.

Bei der Siegerehrung strahlten besonders Rudolf Fremuth mit der besten Gesamtleistung aller schnellen Flieger und dem schönsten Standardweibchen der Ausstellung und Hans Kreuzer, der für das schönste Standardmännchen ausgezeichnet wurde. Lang war die Ehrenpreisliste, unterteilt in die Sonderklassen und in die Klassen 1 A bis 4 B. Die züchterischen Erfolge bestätigten sich in der Zahl der Auszeichnungen. Bei 153 Tauben gab es 41 Ehrenpreise zu vergeben.

Im Mittelpunkt des Ehrungsabends der Vereinigung mit Einsatzstellen in Immenreuth, Kirchenlaibach, Pressath und Thurndorf standen die Erfolge im Reisejahr 2022. "Ein Jahr mit Hindernissen", wie Vorsitzender Josef Dötsch anmerkte und auf ungewöhnliche Verluste durch die Hitzeperiode verwies. Dötsch vermutete zudem negative Auswirkungen auf den Orientierungssinn der Tauben durch den intensiven Radar- und Funkverkehr im Ukraine-Krieg.

In einer Übersicht verwies der Vorsitzende auf 11 678 eingesetzte Tauben in Alt- und Jungflügen mit Einsätzen wie ab Darmstadt, Bad Kreuznach und Wertheim. Die längste Flugstrecke ging mit 483 Kilometern ab Bouillon in Frankreich. Glänzend organisiert ging die zweitägige Veranstaltung mit viel Fachsimpeln und einer Taubenversteigerung am Sonntag zu Ende. Ein Sonderlob erhielt der Kleintierzuchtverein Speinshart und Umgebung für seine Gastfreundschaft.

Ehrenpreise für Reisejahr 2022

RV-Meister im Altflug mit den 5 besten Tauben wurde Gerd Wessels (Trabitz). Den Titel des Vizemeisters holte sich Rudolf Fremuth (Pressath) vor Gerhard Brunner (Immenreuth). Den Meistertitel (intern mit 3 Tauben auf alle Flüge) gewann Gerd Wessels vor der Schlaggemeinschaft Dippl aus Pressath. Als RV-Meister nach Verbandsbedingungen ehrte Dötsch Fremuth. Zweiter wurde die SG Kunnert. Sieger der Kurzstreckenmeisterschaft bis 400 Kilometer wurden Brunner und Wessels. Die Weitstreckenmeisterschaft über 400 Kilometer gewannen die Tauben von Wessels vor Ludwig Lehner aus Neuzirkendorf. Wessels erhielt zudem den RV-Meister-Pokal.

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