06.02.2019 - 12:20 Uhr
Tremmersdorf bei SpeinshartOberpfalz

"In hervorragender Verfassung"

Es läuft gut beim FC Tremmersdorf/Speinshart. Dennoch gibt es noch Luft nach oben, lautet die Einschätzung von Vorsitzendem Bastian Dötsch. Gleichzeitig wirbt er für ein Sonderprojekt mit ungewöhnlicher Finanzierung.

„Wir sind sportlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich in einer hervorragenden Verfassung“, erklärt FC-Vorsitzender Bastian Dötsch.
von Robert DotzauerProfil

Ende gut, alles gut: Das Sportjahr 2018 verläuft für die Creußenkicker eher durchwachsen. Doch ein vielversprechender Nachwuchs lässt für die Zukunft hoffen. Und die Vorzeigefußballer? In der Saison 2017/2018 glänzte die erste Mannschaft als Aufsteiger in der Kreisliga Weiden mit einem unerwartet guten fünften Tabellenplatz. Doch in der laufenden Saison schwächeln die "Tremmersdorf-Buben". Zu unbeständig sind ihre Vorstellungen. Die Hoffnungen liegen nun auf einem rasanten Endspurt in den verbleibenden acht Begegnungen der Spielzeit 2018/2019.

In dieser Situation ist der erst seit August amtierende neue Vorsitzende auf Optimismus getrimmt. Seinen Rumpfbericht für das Vereinsjahr 2018 ummantelt er mit vielen Erfolgsmeldungen. Sowohl bei der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung als auch beim sportlichen Teil sieht Bastian Dötsch den FC im ökonomischen Bereich in einer hervorragenden Verfassung. Er beleuchtete zunächst das Vereinsgeschehen außerhalb der sportlichen Aktivitäten und stellte dabei das Teamwork in den Vordergrund seiner Betrachtungen. Eine Gedenkminute gab es für die verstorbenen Mitglieder Helmut Kraus, Johann Maier, Johann Reinl und Anton Vetter.

Was wären die Erfolge des FC Tremmersdorf/Speinshart ohne die vielen stillen Helfer? Diese Frage gleich selbst beantwortend erinnerte Dötsch an die große ehrenamtliche Helferschar, an Jugendbetreuer und Platzkassiere, Gönner, Sponsoren, Firmen und Mitglieder. Beispielhaft würdigte er die Arbeit außerhalb des Spielbetriebs und ging dabei auf die Aufstellung neuer Flutlichtmasten auf dem B-Platz, Sanierungsarbeiten im und um das Sportheim, die 90er-Party im Gemeindezentrum, das Starkbierfest und das Mitwirken beim Comedy-Abend mit Toni Lauerer ein.

Doch all diese Einsätze überstrahlte die 45-Jahr-Feier des FC. Nicht nur dem Vorsitzenden bleibt das „Summer Clubbing“ in bester Erinnerung. Bastian Dötsch blickte in einer eingehenden Nachbetrachtung auf ein „tolles Fest“ mit dem fußballerischen Leckerbissen des Freundschaftsspiels zwischen Fußball-Haudegen aus der Region und dem FCN-Traditionsteam. Zudem unterstrich er den sozialen Aspekt des Jubiläums mit einer 1500-Euro-Spende an den Verein „Hilfe für Anja“. Das dicke Lob aus der Versammlung für den Vorsitzenden als Motor und Ideengeber des Sportfests gab Dötsch an die große Helferschar weiter.

Der Rückblick auf das sportliche Geschehen stellte sich unabhängig von den Berichten der Übungs- und Jugendleiter eher durchwachsen dar. „Wir erwarten von der ersten Mannschaft eine Leistungssteigerung“, hieß es da, bevor Dötsch Positives berichtete. Dazu gehörte die von 331 auf 348 steigende Mitgliederzahl, die starke Nachwuchsförderung mit 66 Buben und Mädchen in einer 88 Kinder und Jugendliche umfassenden Spielgemeinschaft mit Neustadt am Kulm und Trabitz sowie die Bereitschaft der Trainer und Betreuer, zugunsten des Vereins auf die Übungsleiterpauschalen zu verzichten. Der Vorsitzende verwies auf insgesamt zehn Mannschaften von der G-Jugend bis zu den Alten Herren im Spielbetrieb: „für einen Dorfverein beispielhaft.“

Von einem großen Umbruch sprach Bastian Dötsch bei der ersten Mannschaft. Nach dem Rückzug des Erfolgstrainers Robert Schäffler und der Verpflichtung von Benjamin Scheidler als neuem Coach sei es durch viele Neuzugänge im Seniorenbereich zu einer deutlichen Veränderung im Mannschaftsgefüge gekommen. Gerüchte über Unstimmigkeiten zwischen Mannschaft und Trainer wies er zurück, gab allerdings zu, dass es immer wieder zu „inkonstanten“ Auftritten des Teams gekommen sei. Letztlich habe sich der Vorstand deshalb dafür ausgesprochen, den Vertrag mit Benny Scheidler über die Saison 2018/2019 hinaus nicht zu verlängern und ab der neuen Saison den in der Region und darüber hinaus anerkannten Übungsleiter Christian Ferstl als Spielertrainer zu verpflichten: „Eine schwierige Entscheidung“, wie der Vorsitzende zugab - aber „zu FC-Konditionen“, wie er ausdrücklich feststellte. Schatzmeister Markus Plößner verwies auf eine gute Finanzlage.

Der Ausblick von Bastain Dötsch richtete sich zu allererst auf die Hoffnungen nach einem erfolgreichen Sportjahr 2019. So hofft er auf ein Durchstarten der ersten Mannschaft. Die Voraussetzungen dafür soll ein Trainingslager im tschechischen Karlsbad für die "Erste" und auch die "Zweite" schaffen. Der Sportheim-Fasching am 15. Februar, das Starkbierfest am 9. März und das Sommerfest voraussichtlich vom 19. bis 21. Juli prägen den gesellschaftlichen Bereich. Der Vorsitzende kündigte zudem die Neugestaltung der Homepage durch Julian Diepold an und informierte über die Planungen für einen Fangzaun am B-Platz. Schließlich warnte er vor Anzeichen eines Schlendrians und versicherte: „Wir wollen jeden Tag dem Verein dienen.“

Besonderes Projekt:

"Crowdfunding" für Lager- und Gerätehalle

Ein Fördertopf der Volksbank/Raiffeisenbank Nordoberpfalz in Höhe von 50 000 Euro machte die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung des FC neugierig. Vorsitzender Bastian Dötsch erläuterte Möglichkeiten, diesen Spendenfonds für Vereine und gemeinnützige Organisationen ebenfalls für ein Vorhaben zu nutzen.

Unter dem Begriff „Crowdfunding“ bietet die Bank ein neues Modell zur Mitfinanzierung von Investitionen an. Es beruht auf der genossenschaftlichen Idee, die Vereinsmitglieder zu einer höheren Spendenbereitschaft zu ermuntern. Orientierend am Spendenaufkommen beteiligt sich das Geldinstitut mit der gleichen Summe am Projekt des Vereins. Als Beispiel nannte Bastian Dötsch ein Spendenaufkommen von 4000 Euro. Mit der gleichen Summe würde sich die Bank an der Investition beteiligen.

Eine feine Sache, wie Teilnehmer an der Jahreshauptversammlung feststellten. Allerdings sind die Förderhöhen der Bank ebenso begrenzt wie das Gesamtbudget. Deshalb heißt es schnell handeln. Als Projekt nennen die FCler den Bau einer Lager- und Gerätehalle neben dem Sportheim. Die ersten Überlegungen gehen von einem etwa 12,5 mal 7,5 Meter großen Gebäude in Holzständerkonstruktion mit Blechverkleidung aus. Die Baukosten werden auf zirka 20 000 Euro geschätzt. Ein Flyer unter dem Motto „Viele schaffen mehr“ zur Information der Mitglieder ist schon gedruckt.

Bei zwei Enthaltungen gaben die Mitglieder den Weg für das Finanzierungsmodell frei. Sie gehen dabei von maximal 20 000 Euro Baukosten aus. Ein endgültiger Beschluss zum Bau der Halle ist damit nicht verbunden. (do)

Kick-Tipp:

FC Bayern patzt: Jackpot ade

Knapp vorbei ist auch daneben. So lautete die Reaktion der FCler auf den „Kick-Tipp“ Ende November 2018. Die findigen Tremmersdorfer beteiligten sich an der Aktion des Radiosenders Bayern 1 im Zuge der Sendung "Heute im Stadion". Nur knapp verfehlte der Creußen-Club den Gewinn des Jackpots von 3000 Euro, weil der FC Bayern mit seinem 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf patzte. Für die Tremmersdorfer hatte Skirennläufer Thomas Dreßen einen Sieg der Münchner getippt. Wer hätte wohl ein anderes Ergebnis erwartet? So blieb dem FC Tremmersdorf-Speinshart nur ein Dankeschön für die Bewerbung und bescheidene Erinnerungsgeschenke, wie Vorsitzender Bastian Dötsch bekanntgab. (do)

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