Ein beschauliches Creußendorf stand am vergangenem Wochenende im Mittelpunkt der Dalmatiner-Zucht. Auf dem Gelände der Speinsharter und Tremmersdorfer Kleintierzüchter gaben sich stolze Besitzer der edlen Hunderasse aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland ein Stelldichein. Der Dalmatiner-Verein Deutschland (DVD) hatte zu einer Spezial-Ausstellung eingeladen, in deren Verlauf für viele Züchter und ihre Schätze wichtige Entscheidungen fielen.
Stellvertretend für die erkrankte Vorsitzende der Regionalgruppe Süddeutschland gab schon einmal der „ewige Macher“ der offiziell als Vereinssieger-Ausstellung propagierten Veranstaltung Entwarnung und Hoffnung zugleich. Cheforganisator Josef Kaufmann gab sich als Mutmacher: „Sie haben in jedem Fall den schönsten und besten Dalmatiner der Welt, auch wenn die Richter womöglich einen anderen Artgenossen bevorzugen.“ Nach der Mitgliederversammlung tags zuvor schlugen am Sonntag auf dem Wiesengelände des Kleintierzüchtervereins vor der prägenden Kloster- und Kulmkulisse die Stunde der Wahrheit für insgesamt 39 vierbeinige Schönheiten und die 35 Hundebesitzer.
Im Mittelpunkt der Schau standen nicht nur bewundernde Blicke für eine Hunderasse mit „königlichem“ Format. Es ging um viel mehr. Das Richterpaar Petra und Jürgen Rotsch aus Gramzow in der Uckermark entschied über Zuchtzulassungen und Anwartschaften und vergab Titel eines deutschen Champion. Da war es nicht verwunderlich, dass Hundebesitzer und Züchter Anfahrtsstrecken bis zu 700 Kilometer einfach in Kauf nahmen, um an der bedeutenden Prüfung teilzunehmen. Gleichwohl beruhigte Josef Kaufmann: „Euer Liebling wird heute nicht verurteilt, sondern beurteilt.“ Im Organisationsbereich fand Kaufmann Unterstützung von Ehefrau Elfriede, Tochter Carina Grabowski und Armin Kistler.
Mit dem Trost des Experten begann eine intensive Prüfung der meist makellosen Prachtexemplare. Die Prüfer aus Brandenburg bewerteten nach den international anerkannten Rassestandards der meist schwarz-weiß getupften Jagd-, Gesellschafts- und Familienhunde. Zu den Prüfungskriterien zählten zudem die besonderen Merkmale des Dalmatiners, wie zum Beispiel das allgemeine Erscheinungsbild, Verhalten, Proportionen und Gangwerk, Gliedmaßen, Hörvermögen und Haarkleid. Nichts entging den Beobachtungen der Richter.
Nichts für Laien war die komplizierte Klasseneinteilung. Unterteilt in Rüden und Hündinnen gab es Bewertungen von der „Puppy“ (Welpen)- und Jüngsten- bis zur Veteranenklasse, von der Champion- bis zur Offenen Klasse. Parallel fanden die Zuchtzulassungsprüfungen und sogenannte Anwartschaften auf deutsche Titel für den erstplatzierten Rüden und die beste Hündin statt. Begehrt waren die goldenen Ehrenbänder und, noch wichtiger, die Prüfbescheinigungen und Urkunden. Gemeinsam zeichneten Josef Kaufmann und die Gutachter die Tagesbesten aus.
Die Sieger
Nach der ganztägigen Spezialschau mit Präsentation der Vierbeiner freuten sich auch die Richter Petra und Jürgen Rotsch über die bemerkenswerten züchterischen Erfolge. Schließlich kürte Gutachterin Petra Rotsch den Rüden „Earl Emmerson vom Gramzower Kloster“ mit den Eigentümern Barbara und Harald Böttcher aus Möckern zum tagesbesten Dalmatiner und zum „Best of Breed (BOB). Zudem gewann die vierbeinige Schönheit die Champion-Klasse.
Bei den Hündinnen glänzte „Chimaira von der Juraquelle“ als Tagesbeste (BOS) und als Siegerin der Offenen Klasse mit der Eigentümerin Karola Kistler aus Dietersheim. Ob die tagesbeste Hündin der Puppy-Klasse mit der schillernden Bezeichnung „Nysa Nymeria Muriel von Stella Matutina“ auf ihren Namen hört, ist nicht gesichert. Als Eigentümerin ist im Ausstellungskatalog Linda Petermann verzeichnet.
Als bester Jugendhund des Tages zeichneten Josef Kaufmann und Petra Rotsch den weiß-schwarz-getupften Jungstar „Goldor von Helmuni“ mit Eigentümerin Margarete Grow aus. Bestnoten erhielten zudem in der Zwischenklasse Rüden „Zaem vom Hügel“, in der Offenen Klasse Rüden „Asshay vom Gramzower Kloster“, in der Fan-Klasse Rüden „Campari vom Roten Herzfleck“, in der Veteranenklasse Hündinnen „Ysabeau von Nassau“, in der Zwischenklasse Hündinnen „Lacrima Christi Carmelina“, und in der Champion-Klasse Hündinnen „Queen Molly vom Magdeburger Domfelsen“.
Zu den Gewinnern zählte auch Vereinswirtin Elisabeth Pscherer. Sie verwöhnte die überwiegend preußischen Gäste im Gastraum des Züchterheimes mit Oberpfälzer Schmankerln. (do)






















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