24.06.2019 - 14:11 Uhr
Trevesen bei PullenreuthOberpfalz

Lange Ära geht zu Ende

In diesem Jahr fand die letzte Fronleichnamsprozession in der Filialkirche Trevesen statt, da die Pfarreien Pullenreuth und Neusorg ab September zu einer Pfarreiengemeinschaft zusammengelegt werden.

Der erste Altar am Haus der Vereine in Trevesen
von Autor TWGProfil
Pfarrer Waleszczuk betet am dritten Altar mitten im Dorf in Trevesen.
Viele Gläubige nahmen an der letzten Fronleichnamsprozession in Trevesen teil.
Der Abschluß der Fronleichnamsprozession fand an der Filialkirche Sankt Wendelin statt.
Prächtige Altäre und farbenfrohe Blumenteppiche wurden von den Trevesener errichtet.

Eine lange Tradition gehört für die Trevesener nun der Vergangenheit an. Da ab September die Pfarreien Pullenreuth und Neusorg zu einer Pfarreiengemeinschaft zusammengelegt werden, finden die Prozessionen künftig nur noch in den Pfarrkirchen Pullenreuth und Neusorg statt.

Aus den Erzählungen der älteren Bewohner in Trevesen weiß man, dass früher in Pullenreuth am Donnerstag und am Sonntag eine Fronleichnamsprozession stattfand. Pfarrer Johann Baptist Babl, der von 1954 bis 1968 in der Pfarrei wirkte, machte damals seinerseits den Vorschlag, die Prozession am Donnerstag in Pullenreuth und am Sonntag in der Filialkirche Trevesen abzuhalten. Somit ging für die Trevesener am vergangenen Sonntag eine jahrzehntelange Tradition zu Ende.

Pfarrer Josef Waleszczuk bedankte sich zu Beginn des Festgottesdienstes bei allen Bewohnern, die sich in den vergangenen Jahren liebevoll um die Altäre gekümmert, die Blumenteppiche gelegt und die Kirche so schön geschmückt haben. Er dankte auch den Steinwaldmusikanten Pullenreuth, die jedes Jahr mit ihrer unvergleichlichen Musik dem Fest einen feierlichen Rahmen verliehen hatten. Sichtlich gerührt sprach der Geistliche über die Tradition, die für die Trevesener nun der Vergangenheit angehört. Er betete für die Bewohner von Trevesen und für die Kranken, die nicht dabei sein konnten. In seiner Predigt sprach der Priester von der Orientierung im Glauben, „Wer ist Jesus für dich, wer ist Jesus für mich?“. „Man müsse die richtige Antwort finden“, sagte Pfarrer Waleszczuk, „und jeder muss sein tägliches Kreuz auf sich nehmen.“ Wobei manche schwere Kreuze zu tragen haben, durch Krankheiten, Einsamkeit und Sorgen. „Auch für die Trevesener ist es heute eine Sorge, das letzte Mal ihre Fronleichnamsprozession abhalten zu dürfen.“ Aber man müsse dankbar sein, für die Jahrzehnte, in denen sie stattgefunden hat und dankbar für die Menschen, die sich so viele Jahre mit der Tradition verbunden fühlten. „Wir behalten diese Tradition mit dankbarem Herzen in Erinnerung“, sagte der Pfarrer.

Die anschließende Fronleichnamsprozession durch Trevesen, angeführt von den Ortsvereinen und den Steinwaldmusikanten, führte als erstes zum Haus der Vereine, an dem der erste Altar aufgebaut war. Betend und singend zogen die Gläubigen mit Pfarrer Waleszczuk, der die Monstranz unter dem Baldachin trug, zu den weiteren Altären, vor denen jeweils herrliche Blumenteppiche mit kirchlichen Motiven gelegt waren. Hierbei hatte sich der Frauenbund Trevesen sowie die Familien Müller, Lorenz, Kuriczak und Bockisch, viel Mühe gegeben und bereits in den Morgenstunden farbenprächtige Blütenteppiche erstellt. An der Filialkirche Sankt Wendelin endete die Prozession, und mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“, ging für Trevesen eine lange Ära zu Ende.

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