Um 1970 fand im Raum Moosbach die Gebietsreform statt, aus der die Großgemeinde Moosbach mit über 6000 Hektar Fläche und 3000 Einwohnern hervorging. Auch die Gemeinde Tröbes wurde 1971 in den Markt Moosbach eingegliedert.
30 Jahre vorher war erst die Großgemeinde Tröbes gebildet worden. Dazu musste am 1. Oktober 1939 die Gemeinde Niederland aufgelöst werden. Deren Gemeindeteile Ödpielmannsberg und Burgschleife kamen zum Markt Moosbach. Die Gemeindeteile von Niederland, nämlich Saubersrieth, Niederland, Mühlschleif und Pfaffenrieth, wurden der Gemeinde Tröbes zugeschlagen. Auch die Gemeinden Gaisheim und Rückersrieth fanden nach über 100-jähriger Selbstständigkeit ihr Ende und kamen nach Tröbes.
Es gärt gewaltig
Bereits im Mai 1938 gab der Reichsstatthalter in Bayern sein Einverständnis zur Gebietsreform im "Tröbeser Winkel". In seiner Begründung gab er an, dass wegen der Abgelegenheit von großen Straßen dieser Raum ziemlich vernachlässigt wurde. Aber schon vorher "gärte" es gewaltig. Mit einer Eingabe an 2. Februar 1938 baten die Einwohner von Ödpielmannsberg das Bezirksamt Vohenstrauß um die Eingemeindung nach Moosbach.
Zwischen Saubersrieth, Niederland und Ödpielmannsberg (diese drei Orte bildeten die Gemeinde Niederland), herrschten schlimme Straßenverhältnisse. Die Ortschaft Ödpielmannsberg hatte sich selbst einen Weg nach Moosbach gebaut. Gleichzeitig bat Ödpielmannsberg um die Umschulung ihrer Kinder von Böhmischbruck nach Moosbach. Der Gemeinderat von Niederland wandte sich entschieden gegen die Abtrennung von Ödpielmannsberg. Aber trotz Abtrennung sei man mit 200 Einwohnern lebensfähig und noch größer als Tröbes. Man habe keine Schulden und immer alle Aufgaben erfüllt. Am 1. August 1937 beschloss der Gemeinderat in Tröbes lieber "alleine" zu bleiben. Wenn es nicht anders gehe, wäre man bereit, die umliegenden Orte aufzunehmen.
Am entschiedensten aber lautete das "Nein" zur Auflösung der Gemeinde Rückersrieth. "Man werde einer Eingemeindung nach Tröbes niemals zustimmen", so die resoluten Gemeinderäte. Wenn gar nichts helfe, gehe man nach Etzgersrieth, wohin man kirchlich ohnehin schon gehöre. Auch Niederland wollte, wenn eine Gemeindeauflösung nicht vermeidbar sei, lieber nach Moosbach kommen. Gegen all diese Bedenken, verfügte der Reichsstatthalter am 30. Juni 1939 die Gebietsreform mit Wirkung zum 1. Oktober 1939.
Während sich die Bürger der meisten davon berührten Orte in ihr Schicksal fügten, kam es in Rückersrieth zum Eklat. Die Einwohner verweigerten die Herausgabe der Gemeindeakten, Gesetze, Bücher, Pläne und Gemeindesiegel. Am 3. Januar 1940 reichten die Bewohner von Rückersrieth ein sechs Seiten langes Beschwerdeschreiben, das fast alle Rückersriether unterschrieben, mit Fakten und Begründungen beim Reichsminister des Innern, Dr. Frick, in Berlin ein. Postwendend antwortete der Reichsminister: "Eine Änderung der Entscheidung kommt nicht infrage und der Briefschreiber ist zu ermitteln". Landrat Schindlbeck in Vohenstrauß wies den Gendarmerieposten in Moosbach an, die Hintergründe, den Verfasser des Briefes, dessen politische Einstellung usw. zu erforschen. Der Ortsgruppenleiter aus Saubersrieth ermittelte und meldete am 5. Februar 1940 den Theologiestudenten Hans Bodensteiner aus Rückersrieth als Briefschreiber. Mit Müh und Not entging dieser einer strafrechtlichen Verfolgung.
Unter Polizeischutz
Am 3. Februar 1940 war es soweit: Unter Polizeischutz übernahm der Bürgermeister von Tröbes, der auch nur seine Pflicht tat, die Akten der aufgelösten Gemeinde Rückersrieth. Gendarmeriemeister Josef Ertl meldete am 5. Februar 1940 dem Landrat folgenden Vollzug: "Samstag, den 3. Februar 1940 wurden die gemeindlichen Akten von Rückersrieth in meiner Gegenwart durch den neuen Bürgermeister Roth und Gemeindeschreiber Ärmer weggenommen und nach Saubersrieth gebracht.
Briefschreiber Hans Bodensteiner, der Erbhofbauer und Ortsbauernführer Johann Kölbl sowie der Erbhofbauer Josef Ach wurden anschließend wegen des Vergehens gegen das Heimtückegesetz angeklagt. Wie durch ein Wunder wurde das Verfahren aber gegen die drei eingestellt. Tröbes hatte nun fast 800 Einwohner und war die flächenmäßig größte Kommune im Bezirksamtsbereich. Aber nur 32 Jahre hielt die "Zwangsehe", die am 1.1 1972 mit der Auflösung der Gemeinde Tröbes und Eingliederung in den Markt Moosbach beendet wurde.













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