„Wir sind nur Gast auf Erden“, stimmte der Kirchenchor Tröbes begleitet von Lena Putzer an der Orgel das Requiem für Erika Eger aus Tröbes in der Pfarrkirche in Moosbach an. Sie ist im Alter von 83 Jahren verstorben. „Als Gott sah, dass der Weg zu lang, der Hügel zu steil und das Atmen zu schwer wurde, legte er seinen Arm um sie und sagte: Komm heim. So können wir die Stunde des Abschieds von unserer lieben Verstorbenen über diese Stunde schreiben“, führte Pfarrer Udo Klösel in der Trauerrede aus. Er blickte zurück auf ihren Lebensweg.
Das Licht der Welt erblickte Erika Eger während des Krieges am 10. Februar 1943 in Pfaffenrieth als erstes Kind der Eheleute Johann und Theresia Seibert. Da ihr Vater im Krieg war, erlebte sie eine schwierige Kindheit mit ihrer Mutter, die die Landwirtschaft alleine zu bewirtschaften hatte. Als ihr Vater aus der Gefangenschaft zurückkam, war er ihr fremd. Im Jahr 1952 kam ihre geliebte kleine Schwester Marita zur Welt.
Nach ihrer Schulzeit in Etzgersrieth arbeitete die Verstorbene bei der Firma Grundig in Vohenstrauß. Zu Fuß musste sie immer nach Tröbes gehen, wo sie mit einer Fahrgemeinschaft zur Arbeit nach Vohenstrauß fahren konnte. Auf einem Fußweg nach Moosbach in die Kirche hatte sie ihren späteren Ehemann Johann Eger, den Sohn eines Landwirts und Viehhändlers aus Tröbes, kennengelernt. Im Jahr 1964 heirateten sie in der Felix-Kirche in Neustadt/WN. Ihnen wurden zwei Töchter und zwei Söhne geboren.
Erika Eger verrichtete die Arbeit in der Familie und am Hof mit großer Liebe und Lebensfreude. Ihren Gästen war sie immer eine gute Gastgeberin. Kochen und Backen hat sie mit großer Leichtigkeit gemeistert. Sie versorgte viele Jahre einen Onkel des Hauses mit dem Mittagessen. Später pflegte sie ihn, wie danach auch den Schwiegervater und die Mutter. Als sie die Landwirtschaft und den Viehhandel an ihre Söhne übergeben hatten, arbeitete sie mit ihrem Ehemann, der 2020 starb, weiter in der Landwirtschaft von Sohn Josef mit.
Und alleine hat sie sich auch nicht hängen lassen. Schon von Jugend an hatte sie große Freude am Autofahren. Vor allem aber war sie ihren acht Enkelkindern und ihren vier Urenkeln eine gute und liebevolle Oma und Uroma. Sie war auch gerne unterwegs im Urlaub in Südtirol, bei Ausflügen mit Angehörigen oder zur Goldenen Hochzeit mit ihrem Mann in München. Später waren es nur mehr kleinere Ausflüge zu ihrer Schwester und den Töchtern. In den letzten Jahren waren ihr die Wege immer schwerer gefallen, auch der Weg zur Kirche in Tröbes. Dennoch war sie selbständig.
Nach einem Krankenhausaufenthalt im Juli konnte sie nicht mehr allein daheim bleiben. Sie zog ins Seniorenheim in Eslarn. Am 6. September verstarb sie überraschend schnell. Viele Leute gaben der leutseligen und freundlichen Verstorbenen die letzte Ehre. Im Friedhof in Moosbach wurde sie im Familiengrab beigesetzt, wo Pfarrer Klösel für sie betete. Auch der Katholische Frauenbund war mit Fahne ausgerückt um ihr verstorbenes Mitglied die letzte Ehre zu erweisen.
Am Grab Abschied genommen hat für den Katholischen Frauenbund Moosbach Heike Eger. Erika Eger war am 1.3.1977 dem Zweigverein Moosbach beigetreten. Für die fast 50 Jahre Treue sagte ihr Heike Eger im Namen des Frauenbundes ein herzliches „Vergelt´s Gott“. Bei einer Monatsmesse werden sie ihrer gedenken. Gemeinsam wurde ein „Gegrüßt sei du Maria“ gebetet.













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