Erinnern und für Frieden einsetzen

Erinnerung darf sich nicht auf den Blick zurück beschränken, sie ist auch ein Friedensauftrag. Auf diesen Punkt bringt Zweiter Bürgermeister Franz Grabinger am Jubiläumsabend die Aufgabe der Soldaten- und Kriegerkameradschaften.

Gemeinsam mit Kreisvorsitzendem Peter Schottenhaml und stellvertretendem Landrat Arnold Kimmerl ehrte die Vereinsspitze verdiente Mitglieder.
von Redaktion ONETZProfil

Die Blaskapelle Auerbachtal stimmte mit guter bayerisch-böhmischer Blasmusik auf den Festabend ein. Georg Fischer, der Vorsitzende des Jubiläumsvereins SKK Auerbachtal, freute sich über die vielen Gäste, die nach Unterauerbach gekommen waren. Das 100-jährige Bestehen wurde nun mit den SKKs aus dem Kreisverband Nabburg, den Vereinen aus der Gemeinde und der Pfarrei gemeinsam gefeiert. Als Ehrengäste konnte der Vorsitzende Pater Binu, stellvertretenden Landrat Arnold Kimmerl, Schwarzachs Zweiten Bürgermeister Franz Grabinger un den im Urlaub befindlichen Bürgermeister Hans Gradl begrüßen. Gekommen waren auch Bürgermeister Georg Köppl von der Nachbargemeinde Altendorf und Peter Schottenhaml, der Vorsitzende des Kreisverbandes im Altlandkreis Nabburg.

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl unterstrich, wie wichtig es sei, bei den "Wild-West-Manieren, die teilweise in der Weltpolitik vorherrschen, "dagegen zu halten". Der Krieg als Mittel zur Lösung von Konflikten sei überholt, so Kimmerl. Er bezeichnete es als wichtige Aufgabe der SKK, an Frieden als Notwendigkeit zu appellieren. "Erinnerung darf niemals nur ein Blick zurück sein. Erinnerung ist zugleich der Auftrag an uns alle, Gegenwart und Zukunft friedvoll zu gestalten," betonte Zweiter Bürgermeister Franz Grabinger. Der Bürgermeister lobte die Auerbachtaler Kameradschaft für die Pflege und den Erhalt des Ehrenmals im Friedhof und der Gedenktafeln in der Grotte sowie die Erinnerung an die gefallenen und verstorbenen Kameraden als stetige Mahnung an Frieden und Freiheit. Außerdem "seid ihr ein sehr rühriger Ortsverein, der sich aktiv an Veranstaltungen aller Art beteiligt".

Kreisvorsitzender Peter Schottenhaml bezeichnete die Soldaten- und Kriegervereine als eine tragende Säule in vielen Ortschaften, speziell wenn es um die Pflege der Ehren- und Gedenksteine gehe. Auch der Volkstrauertag werde würdevoll gestaltet.

Dann ein Blick in die Geschichte: Die SKK Auerbachtal wurde am 27. März 1919 auf Wunsch ehemaliger Krieger und Kampfgenossen auf Initiative von Georg Braun, Gastwirt in Unterauerbach, als "Freie Vereinigung ehemaliger deutscher Soldaten mit dem Sitze zu Unterauerbach" als Krieger - und Militärverein gegründet. 32 Mitglieder traten dem Verein sofort bei. Vorsitzender wurde Tobias Kiener aus Unterauerbach, Opa von derzeit aktiven Mitgliedern. Am 4. Juni 1925 war Fahnenweihe. Im Jahre 1926 wurde eine Salutkanone beschafft. Der Vereinsbeitrag belief sich damals auf 50 Pfennige. Nach zwölfjähriger Amtszeit gab Tobias Kiener sein Amt ab und wurde Ehrenvorstand. Mit dem Bericht über die Neuwahl der Vorstandschaft am 10. Februar 1934 enden die Einträge ins Protokoll während des dritten Reiches.

Die Wiedergründung erfolgte im Jahre 1963 mit dem Vereinsnamen "Krieger- und Soldatenkameradschaft Auerbachtal". Am 15. November 1970, dem Kriegergedächtnistag des Jahres 1970, wurde das heutige Denkmal im Friedhof Unterauerbach eingeweiht. Vom 2. bis 4. Juni 1978 wurde das 60- jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe begangen. Die Umbenennung vom Krieger- und Soldatenkameradschaft in Soldaten- und Kriegerkameradschaft Auerbachtal erfolgte im Jahre 1979. Die Patenschaft mit der SKK Altendorf wurde bei Feierlichkeiten im Jahre 1984 und 1999 gekräftigt. Als Vorsitzender des Patenvereines würdigte Markus Dirschwigl die lange Freundschaft in der Nachbarschaft. Er betonte, dass die Beziehungen in den vergangenen Jahren intensiviert wurden.

Eine innige Freundschaft wird mit den Nachbarvereinen Altendorf und Nabburg gepflegt. Erinnerungskrüge übergab Vorsitzender Georg Fischer an Markus Dirschwigl (links) und Fritz Sauerer (rechts).
Ehrungen:

Ehrungen

Andreas Pusch, Ludwig Fischer, Georg Mayer, Stefan Hoch, Konrad Hoch, Markus Burger, Herbert Bauer, Johann Gebert, Josef Köppl, Wolfgang Wein, Michael Weiß und Georg Fischer erhielten die Treuenadel für langjährige Mitgleidschaft. Das Verdienstkreuz zweiter Klasse erhielt Wolfgang Wein. Das Verdienstkreuz erster Klasse ging an Markus Burger und Anton Grabinger. Das großes Ehrenkreuz am Bande erhielten Georg Lorenz und Georg Fischer. Ein bayerischer Löwe mit Blumenstrauß wurde an Annemaire Held, Maritta Lorenz und Frieda Fischer überreicht. Für die gute Unterstützung und den Zusammenhalt gab es für Pater Binu, den Patenverein SKK Altendorf und die SKK Nabburg den Vereinskrug mit Zinndeckel.

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