(dob) Die Glockenweihe am Samstagabend vor dem Dorfkreuz gerät zu einem Sinnbild für die feste Dorfgemeinschaft. Die sommerlich geschmückte Hüterin der Zeit, die neue 40 Kilogramm Glocke, steht inmitten des aufgebauten Altarraums hinter einem leuchtenden kleinen Blütenteppich, den Anita Hirmer ihr zu Ehren legte, und wartet auf die Weihe. Die Glocke wurde in der Glocken- und Kunstgießerei Anton Gugg in Straubing als „Regina coeli“ gegossen.
„Glocken weisen uns Menschen immer auf etwas Höheres hin“, führte Dekan Alexander Hösl an diesem lauen Sommerabend vor vielen Gästen aus. „Glocken machen uns auf das Geheimnis der Zeit für das Leben der Menschen aufmerksam.“ Für uns Menschen haben die Glocken eine ganz wichtige Botschaft: „Mit den Glocken versucht uns auch Gott ein stückweit zu erreichen, in dem die Glocken uns vom Geheimnis der Zeit und vom Sinn unseres Lebens künden.“
Auch den Kritikern der Dorfglocke redet der Geistliche an diesem Abend ins Gewissen. Oft denkt man gar nicht mehr daran, was es bedeutet, dass die Glocken am Morgen, Mittag und Abend über das Land klingen. Einige Menschen meinten sogar auf Glocken verzichten zu können, nicht wenigen stört das Läuten und sie können nicht verstehen, warum man dafür auch noch Geld ausgibt. „Unsere Lebenszeit ist ein Geschenk, sie ist kostbar, sie schenkt uns viele Möglichkeiten und sie macht uns unsere Lebenschancen bewusst.“ Mit den Glocken werde auch an die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft des Glaubens erinnert. So weist die Glocke die Menschen immer wieder auf ihre Gemeinschaftsverpflichtung und Solidarität in der Kirche, im Dorf und in der Gesellschaft hin, unterstrich Dekan Hösl.
„Wir erinnern uns durch den Klang an die verschiedenen Höhen und Tiefen unseres Lebens, die Vielfalt und die Andersartigkeit eines jeden Menschen.“ So werde das Erklingen zu einem Sinnbild des menschlichen Lebens, einer Gemeinschaft, eines Dorfes und einer Stadt.
Deswegen werden Glocken auch mit einem Namen versehen.
Und so galt es auch „Vergelt’s Gott“ zu sagen, an alle die sich für dieses Projekt stark gemacht haben. Unweigerlich und untrennbar ist der Glockenturmbau mit dem Namen Alfred Uschold verbunden. Ihm und seiner Mannschaft, die aktiv war, müsse Dank gesagt werden, hob der Geistliche heraus. „Die Anschaffung der Glocke ist nicht nur ein Erbe sondern zugleich ein Auftrag für uns und die kommenden Generationen die unser christliches Erbe in eine Zukunft tragen als ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung.“
Im Anschluss nahm Dekan Hösl die Glockenweihe vor, sprach den Lobpreis und das Segensgebet, besprengte die Glocke mit Weihwasser, inzensierte mit Weihrauch und salbte die Glocke an vier Stellen, für alle Himmelsrichtungen, mit Chrisamöl.
Flohmarktsammlerin Christa Wildenauer von „Kunst und Krempel“ überreichte an die Unterlinder Dorfgemeinschaft eine 500-Euro-Spende für den Glockenturmbau. Florian Meißner bedankte sich für das Mitfeiern und lud zu einem Stehempfang ein. Maria Uschold, Maria Kopp und Anita Hirmer beschenkten jeden Teilnehmer mit einer selbstgebackenen Glocke an die sie Vorschläge für Gebete beim Glockenläuten für die verschiedenen Tageszeiten anhefteten.
Unterlind hat an diesem Abend ein Juwel hinzugewonnen, das am Vorabend zum Festtag „Mariä Himmelfahrt“ anlässlich des Kreuzfests nun erstmals zum Gebet rufen wird. An diesem Abend erhält auch der neugestaltete Dorfplatz die kirchliche Segnung.
















Ohne Worte.
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