02.12.2019 - 05:30 Uhr
Unterwildenau/Luhe-WildenauOberpfalz

Erneut Großfeuer in Unterwildenau: Mindestens 250000 Euro Schaden

Kurz nach 4.30 Uhr an diesem Montagmorgen heulen die Sirenen. Zuerst steht nur ein landwirtschaftliches Anwesen in Unterwildenau in Flammen – doch das Feuer greift über. Drei Feuerwehrleute erleiden Verletzungen.

von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Das Feuer in Unterwildenau, Markt Luhe-Wildenau im Landkreis Neustadt/WN, war weithin zu sehen. Selbst von der Autobahn 93 aus.

Gleich neben der Stelle, wo es erst Anfang Oktober gebrannt hatte, kam es wohl erneut zu einem Feuer. Ein betroffener Landwirt hörte mehrmals Krach und dachte, es seien Jäger auf der Jagd unterwegs. Als er jedoch nachschaute, bemerkte er, dass sein neben dem Wohnhaus stehender Kuhstall brannte. Die Geräusche kamen wohl von den zerberstenden Eternitplatten. Das Feuer griff in der Folge auch auf eine benachbarte Scheune über. Es konnten alle 80 bis 90 Tiere der beiden Höfe gerettet werden. Einige Rinder liefen auf die Staatsstraße 2657 zwischen Rothenstadt und Luhe, konnten aber eingefangen werden und sind inzwischen in benachbarten Gebäuden untergebracht.

Kreisbrandrat Marco Saller im Gespräch am Brandort

Das Aufgebot an Rettungskräften war enorm. Neben 230 Feuerwehrleuten waren Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk und Polizei mit rund 70 Personen vor Ort. Die Brandschützer hatten das Feuer relativ schnell im Griff, weil sie aus der benachbarten Naab Löschleitungen legen konnten, erklärt Kreisbrandrat Marco Saller.

Der Nachteil am Brandherd war die enge Bebauung in Unterwildenau. Die Wohngebäude waren zwar nicht akut bedroht, die Flammen breiteten sich aber rasend schnell aus. Die Polizei schätzt den Schaden auf mindestens 250000 Euro. Derzeit sind die Brandermittler der Kripo Weiden vor Ort. Sollten sie die Brandursache heute nicht feststellen können, wird wohl ein Gutachter des Landeskriminalamts hinzugezogen, heißt es aus dem Polizeipräsidium Regensburg. Am späten Nachmittag lagen noch keine neuen Erkenntnisse vor.

Landwirte und Feuerwehrleute rund um Luhe-Wildenau und Rothenstadt fühlen sich an eine Brandserie um Allerheiligen erinnert. Zwei junge Männer sind dringend tatverdächtig, die Feuer vorsätzlich gelegt zu haben. Sie und eine weitere Person sind noch in Untersuchungshaft. Nun brannte es schon wieder. Warum, ist vielen ein Rätsel. Ein Trittbrettfahrer? Selbstentzündung von Heu scheidet bei den derzeitigen Temperaturen wohl aus. "Es ist unheimlich, einfach nicht normal", sagt ein Nachbar.

Erst Anfang Oktober brannte es in Unterwildenau:

Unterwildenau/Luhe-Wildenau

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