19.12.2018 - 12:04 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Mit 210 km/h nach Amberg: Flucht endet mit Festnahme

Eine filmreife Verfolgungsjagd liefert sich gestern ein 25-Jähriger mit mehreren Polizeifahrzeugen. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 210 Stundenkilometern folgen die Beamten ihm auf der B 299 zwischen Ursensollen und Amberg.

Riskant und rücksichtslos: Ein 25-Jähriger flüchtet am Dienstagnachmittag zwischen Ursensollen und Amberg mit 210 km/h vor der Polizei. Nachdem sich sein Auto festgefahren hat, läuft er zu Fuß weiter.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Der Verfolgungsfahrt am Dienstag, 18. Dezember, gegen 17.20 Uhr war eine Verkehrsbehinderung des 25-jährigen Ambergers vorausgegangen. Wie die Polizei berichtet, hatte eine Streife diese beobachtet und den jungen Mann deshalb auf dem Parkplatz an der Bundesstraße 299 zwischen Ursensollen und Amberg zur Verkehrskontrolle angehalten. Als die Beamten ausgestiegen waren, gab der junge Mann Vollgas und flüchtete mit seinem braunen Opel in Richtung Amberg. "Die Polizeibeamten nahmen sofort die Verfolgung auf und mussten teilweise mit Spitzengeschwindigkeiten von 210 Kilometern pro Stunde dem Flüchtenden hinterherfahren", erklärt Polizeihauptkommissar Achim Kuchenbecker.

Dem Polizeibericht zufolge sei der Flüchtende mit seinem hochmotorisierten Pkw auf der B 299 zeitweise auf der linken der beiden Fahrspuren des Gegenverkehrs gefahren. "Dort mussten mehrere entgegenkommende Fahrzeuge ausweichen und im weiteren Verlauf der Verfolgungsfahrt drängelte er sich sogar zwischen zwei Fahrzeuge, sodass auch diese Fahrer Gefahrenbremsungen einleiteten", schildert Kuchenbecker die Situation. Die Flucht führte in der Fuggerstraße in Richtung Flugplatz, über den Feldweg und von dort in ein Waldstück bis Fuchsstein über Kemnathermühl bis nach Karmensölden. Dort fuhr sich der Opel fest und der Amberger setzte seine Flucht zu Fuß fort.

Die Polizeibeamten holten ihn aber nach kurzer Wegstrecke ein und nahmen ihn widerstandslos fest. Der Beschuldigte stand weder unter Alkohol- noch Drogeneinfluss. Kuchenbecker: "Grund seines unverantwortlichen und rücksichtslosen Fluchtversuchs war die Tatsache, dass er keinen Führerschein besitzt. Viel Glück und beherzte Reaktionen aller betroffenen Verkehrsteilnehmer verhinderten ein folgenschweres Ende der Polizeiflucht."

Die verständigte Staatsanwaltschaft Amberg ordnete die Beschlagnahme des Fluchtfahrzeugs an. Es werde geprüft, ob es im Strafverfahren als Tatwerkzeug eingezogen werden kann. Dies würde für den 25-Jährigen bedeuten, dass ihm das Eigentum an dem noch neuwertigen Fahrzeug ohne geldwerten Ausgleich entzogen wird, erklärt der Polizeisprecher. Neben dem Fahren ohne Fahrerlaubnis wird sich der Amberger auch wegen Gefährdung des Straßenverkehrs vor Gericht verantworten müssen.

Die Polizeiinspektion Amberg sucht im Zusammenhang mit der Verfolgungsfahrt Zeugen, die "insbesondere auf der B 299 durch das grob verkehrswidrige und rücksichtslose Verhalten gefährdet oder sogar geschädigt wurden". Sie werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 09621/890320 bei der Polizei zu melden.

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