25.09.2019 - 16:18 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Bayronmans kracherter Auftritt

Der Bobbe stellte in Ursensollen sein brandneues Kabarettprogramm „Bayronman“ vor. Er wurde dafür frenetisch gefeiert.

Er spielt auch gerne mit dem Publikum - doch sein vermeintliches "Bauernopfer" Corina aus Amberg, eine gebürtige Hamburgerin, entpuppte sich als eine prächtige und schlagfertige Beifahrerin auf seiner virtuellen Fahrt nach Ursensollen.
von Paul BöhmProfil

Mit seinem neuen Programm hatte er einen kurzweiligen Abend samt einer gehörigen Strapazierung der Lachmuskeln angekündigt - und so kam es auch. Schließlich bürgte Robert Ehlis dafür höchst persönlich. Es ist sein nunmehr drittes, das er erst vor knapp zwei Wochen im Münchener Schlachthof überaus erfolgreich vorgestellt. Jetzt hatten die Ursensollener Bobbyfreunde schon das Vergnügen, life und druckfrisch die erst fünfte Bayronman-Vorstellung überhaupt miterleben zu dürfen.

Aufbereitet ist sein neues Werk in nahezu zwei Meter stark verdichteter und geballter Kabarettkraft samt einem ultimativen Humor-Triathlon. Es war eine abendfüllende Lach-Langzeitstrecke, atemberaubende Wort-Akrobatik, die da auf seine Gästeschar niederprasselte.

Bayronman heißt sein neuester Wurf. Und die Bekanntheit und Beliebtheit des Kabarettisten geht so weit, dass von einer "männlichen Monika Gruber" gesprochen wird. Auch in Ursensollen nahm er kein Blatt vor den Mund und agierte als Meister lebensnaher Spontanität. Sein Programm ist sicher nichts für schwache Gemüter und empfindliche Mägen. Wer jedoch ein Freund von Salven bairischer Kraftausdrücken und seinen Lieblingsgetränken Bier und ein paar nachgelagerten Rüscherln ist, dem liegt dieses bairische Urviech natürlich nicht im Magen.

Doch wenn die Feuerwehrsirene heult, dann wirft er alles hin, damit er als Muk Brandlhuber, seines Zeichens Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Fackelberg mit dem uralten Opel-Blitz ausrücken kann.

Es war wieder der kracherte Auftritt des Feuerwehrlers und das virtuelle Löschen von Stadl- und Brauereibränden. Als Feuerwehrchef ist sein wichtigstes soziales Projekt der jährliche Feuerwehrball frei nach dem Motto "Zu jeder Feier g´hert a Seier.

Er schlüpft in verschiedene Rollen und erscheint mal als Rapper wie aus dem Nirwana heraus auf der Bühne, mal als Pfarrer um den Menschen auf seine Art ins Gewissen zu reden. Während die grauen Zellen der Zuschauer noch an den Wortspielen knabbern, hat er ihnen zum fünften Mal erklärt, das er, wir, die Facklberger, die Feierwehr sind, die alle Löscharten beherrscht.

Er erklärt dann noch schnell, warum fünf Maß nach seiner Bayrithmetik gerechnet weniger sind, als acht Halbe. Dazu löst er noch gemeinsam mit dem Publikum ein bayerisches Kreuzworträtsel. Er geht ins Publikum und sein vermeintliches Bauernopfer Corina aus Amberg, das aber aus Hamburg kommt und sich als prächtige und schlagfertige Beifahrerin auf virtueller Fahrt nach Ursensollen entpuppt.

Seine Bühnenkulisse hat er mit viel Heimatgefühl aufgepeppt. Zur Feier des Tages schleppte er im Bayronman-Outfit gar einen weiß-blau verzierten Maibaum samt einem Großvaterfernsehsessel auf die Bühne. In dieser Umgebung greift er nach seiner Steirischen um sich zum Ende des Programms an seine Kinder- und Jugendzeit zu erinnern.

Eine tolle Bobbe-Vorstellung mit Witz, niederbayrisch, hintergründigem Charme und auch nachdenklichen Erinnerungen an seine Kinder- und Schulzeit daheim auf dem Dorf. Es hat Spaß gemacht, dem Bobbe auf der Spur zu bleiben, mit ihm zu lachen, lustig zu sein und den Ernst des Lebens erträglicher zu machen.

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