08.03.2020 - 14:50 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Biodiversität: Ursensollen will Vorbild sein

Ursensollen macht den nächsten Schritt zu mehr Natur und Gesellschaft: Die Gemeinde ist eine von zehn Kommunen im Modellprojekt "Marktplatz der biologischen Vielfalt". Bayerische Kommunen setzen dabei auf Biodiversität.

Der Kemnathöder Weiher wurde im Rahmen des Hüllenprogramms bereits renaturiert.
von Josef SchmaußerProfil

Beim mittlerweile dritten Workshop ging es im Kubus darum, auf die Gemeinde zugeschnittene Strategien zu entwickeln. Die Teilnehmer kamen aus der Landwirtschaft, aus Verbänden und Vereinen, dem Rathaus, aus Behörden, dem Naturpark Hirschwald und aus der Bürgerschaft. Sie alle arbeiteten an der Weiterentwicklung des Maßnahmenkatalogs zur Förderung der biologischen Vielfalt.

Die für unsere Gemeinde so typischen Hülln (Himmelsteiche) dienen dabei als Vorbild. So, wie sie Wasser speichern, möchten die Beteiligten natürliche Ressourcen bewahren. Im Anschluss begab sich die 14 Personen starke Arbeitsgruppe sofort auf die Ebene der Umsetzung. Dabei gibt es sechs Handlungsfelder: Agrarlandschaft, Wald, Gewässer, Siedlung, Naturerleben und Bewusstseinsbildung sowie Wertschöpfung. Maßnahmen mit höchster Priorität sollen noch während der Projektlaufzeit bis Dezember 2021 eingeleitet werden. Herausragend sei dabei die Renaturierung von zunächst sieben Hülln. Sie seien in der ansonsten wasserarmen Karstlandschaft von zentraler Bedeutung für eine Vielzahl an Arten. Langfristig soll dieses Projekt ausgebaut werden, denn insgesamt gebe es über 70 kartierte Hülln. Die Gemeinde ist dabei auf die Kooperation der Eigentümer angewiesen. Sie könne sich allerdings viele unterschiedliche Wege der Zusammenarbeit vorstellen, denn die Schaffung von wertvollen Lebensräumen habe klare Priorität.

Für die Gemeindewälder werde eine standortgerechte ökologische Waldentwicklung angestrebt, die unter anderem den Schutz von Biotopbäumen und die Anreicherung von Totholz vorsieht. Im Offenland sollen Gemeindeflächen ökologisch aufgewertet sowie entlang von Straßen und Wegen Verbundstrukturen geschaffen werden. Ein Schwerpunkt liege auf der Pflanzung von Streuobst. Auch die Pflege innerörtlicher Grünflächen soll optimiert werden, hieß es.

Bürgermeister Franz Mädler betonte, dass er Ursensollen "ganz klar in der Vorbildrolle" sehe. So dienten die kommunalen Flächen als positive Beispiele für interessierte Privatpersonen. Zudem werde so der Druck auf Wirtschaftsflächen etwas verringert. Während Private den Spagat zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und wirtschaftlicher Betriebsführung schaffen müssten, könne die Kommune Ursensollen freier handeln. So finden sich unter den gut 30 Maßnahmen zahlreiche Initiativen, die private und gewerbliche Grundstücksbesitzer zu ökologischen Verbesserungen motivieren sollen. Als weiteres Ziel wurde die Einrichtung eines festen Arbeitskreises beschlossen, in dem laufende Maßnahmen bewertet und neue Aktionen gestartet werden sollen.

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