22.08.2019 - 17:25 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Als Detektive durch Schwandorfs Altstadt

Der SPD-Ortsverein Ursensollen organisierte im Ferienprogramm Ausflug zu Blasturm und Felsenkellern. Zum Abschluss gab's ein Eis.

Abschlusspause vor der Jakobskirche Schwandorf
von Externer BeitragProfil

Organisiert vom SPD-Ortsverein verbrachten innerhalb des gemeindlichen Ferienprogramms 25 Kinder einen Tag als Detektiv in Schwandorfs Vergangenheit. Nach entspannter Busfahrt nach Schwandorf begaben sich die Mädchen und Buben vom Bahnhof zur Tourist-Info. Die Betreuer Anja Rönnebeck, Klaus Kohls, Elfriede und Dieter Frenzel teilten die 25 Teilnehmer in zwei Gruppen und die Touristenführer Anna und Michael gestalteten ein hochinteressantes Programm. Es durfte der gut 500 Jahre alte Blasturm, ein Teil der ehemaligen Stadtmauer, besichtigt werden.

Ausgerüstet mit Detektivheft und

-stift konnten die Kinder verschiedene Aufgaben lösen, nachdem sie aufmerksam zugehört haben. Dabei mussten auch Geheimschriften entziffert werden, um das Rätsel um Rufina zu lösen. Im Blasturm gab es jede Menge Informationen über das damalige Leben als Türmer.

Selbst Erwachsene konnten sich nur schlecht vorstellen, unter welchen einfachen und beengten Bedingungen der Beruf Türmer ausgeführt werden musste. Nur eine Kammer gab es für die ganze Familie mit Geselle und Lehrling, die den Türmer bei seiner Arbeit entlasten sollte. Die Aussicht über die Stadt war phantastisch und es wurden die verschiedenen Möglichkeiten erklärt und ausprobiert, wie der Türmer seine Stadt über Feuer und Feinde informiert hat. Die Kinder konnten es selbst ausprobieren. Alle Bewohner wussten nach Blas-Signal und Fahnenrichtung, wo man hinlaufen musste, um Gefahr abzuwenden.

Eine Berühmtheit war Konrad Max Kunz (geboren 1812), der Sohn eines Türmers, der sich in der Staatsoper München verdient gemacht hatte und die Bayernhymne komponiert hat. Nachdem die Kinder den Turm verlassen hatten, folgte ein kleiner Fußmarsch durch die Schwandorfer Altstadt. Er führte vorbei an der alten Schmiede und dem Färberhaus, um in einem ruhigen Biergarten Brotzeit zu machen und die Fragen der Touristenführer zu beantworten.

Zuvor wurde ausgiebig über den komplizierten Beruf des Färbers informiert. Ein besonderes Ziel danach waren die Felsenkeller, die konstant acht Grad Celsius aufweisen. Festes Schuhwerk und Jacke waren Pflicht. Wieder Interessantes gab es zu erfahren, wie viele Keller in den Fels gegraben worden sind. Es gibt über 40 Stück, um Lebensmittel, vor allem Bier, dort zu lagern und auch zu brauen. Das heute noch sichtbare schmale Loch der damaligen Kellerdiebe gibt Anlass zur Spekulation, wie schlank diese Menschen damals waren.

Die Diebe schafften es jahrelang, nachts aus ihrem parallel gegrabenen Keller unbemerkt Lebensmittel zu stehlen. Nach der kühlen Erfrischung in den Kellergemäuern ging es zur Jakobskirche, um das Rätsel um Rufina aufzulösen. Am Ende gab es noch ein Geschenk für jedes Kind sowie ein Eis auf dem Marktplatz.

Ein Kellerdieb???
Im Felsenkeller Schwandorf
Im Blasturm in der ehemaligen Wohnstube der Türmerfamilie
Im Felsenkeller Schwandorf

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