15.01.2020 - 15:18 Uhr
UrsensollenOberpfalz

"Ganz heiße Nummer": Nichts für prüde Gemüter

Das war schon eine „Ganz heiße Nummer“ die im ausverkauften Kubus am Samstagabend geboten wurde. Nichts für prüde Gemüter und mit einer Altersfreigabe von mindestens erst ab 16 Jahren.

Die letzte gemeinsame Yoga-Stunde des katholischen Frauenbundes. Das Ovigo-Theater gastierte am Samstagabend mit „Eine ganz heiße Nummer“ im Kubus in Ursensollen, das Publikum kam aus dem Lachen nicht mehr raus.
von Karin HegenProfil

Denn wenn der knallrote Vibrator über den Bühnenboden kriecht oder der Kunde der Sex-Hotline sich die Hose auszieht, kann man schon die Luft anhalten. Mit der Hand kurz vor seinem eigentlichen Ziel, erlöst die Technik aber durch Dunkelheit das Publikum.

Dieser gebührt für ihren immensen Einfallsreichtum wie der kompletten Besetzung des Ovigo-Theater höchstes Lob. Die Zuschauer im Kubus kommen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Nach dem Drehbuch von Andrea Sixt hat das Laienensemble definitiv alle treffenden Szenen ideal umgesetzt.

Eindrucksvoll in Mimik und Gestik liefern sich Maria (Stephanie Most), Waltraud (Ilona Glück) und Lena (Julia Gitter) mit der Bürgermeistergattin (Petra Sommer-Stark und deren Tochter (Lena Biegerl) einen Zickenkrieg, der sich gewaschen hat. Dieser gipfelt schließlich in der Yoga-Stunde des katholischen Frauenbundes, die mit „Om“-singenden und spielenden „Buddhas“ laufend durch den Saal eingeleitet wird. Mit einer Liebe zum Detail, wie den Pappdackel „Lumpi“ oder den Einhornpantoffeln vom Opa, dem drehbaren Bühnenbild und dem Pappfernseher am Bühnenrand gibt es keine Sekunde Leerlauf im Stück.

Außergewöhnliche musikalische Einlagen überbrücken die Umgestaltungen der Szenen. Man befindet sich abwechselnd in der Kirche, dann im Dorfladen, im Wirtshaus und schließlich ganz pikant im Sexshop. Diesen „Tempel der Lust“ führen die beiden Ministranten des Ortes (besetzt mit Benedikt Fröhlich und Daniel Adler), die sich neben den weiblichen Hauptrollen ganz besonders in die Herzen der Zuschauer spielen.

Die Diskrepanz zwischen falscher Frömmigkeit und dem Zusammenhalt in der Gemeinschaft steht im eigentlichen Vordergrund dieser Inszenierung. Und ein wenig lernt der Besucher im Kubus dann auch noch etwas über Zwischenmenschliches, wenn er erfährt, dass „Japaner beim Sex nicht stöhnen, sondern grunzen.“

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