15.07.2019 - 18:30 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Die große Not der kleinen Metzger: SPD in Ursensollen

Es ging um die Sorgen und Nöte des Handwerks: Der SPD-Kreisvorstand um Vorsitzenden Michael Rischke thematisierte dies bei einem Besuch beim Gasthof und der Metzgerei Reif in Ursensollen.

Einblick in die Probleme des Handwerks bekam der SPD-Kreisvorstand in Ursensollen bei Konrad Reif.
von Externer BeitragProfil

Konrad Reif ging auf die Geschichte des Betriebes ein, der aktuell in der dritten Generation geführt werde. Die nächste stehe bald auch in den Startlöchern.

Reif betonte ausdrücklich die enorme Bedeutung der Vereine im Dorf. An fast jedem Wochenende seien Feste geplant, die er unterstütze, angefangen von Lieferungen von Getränken, Fleisch und Wurst bis zur Kühlung von Verderblichem. Zwischen Gastwirtschaft, Metzgerei und Vereinen sei es ein Geben und Nehmen: Nur so könne man gut miteinander auskommen und das Gasthaus am Leben halten.

Reif beklagte jedoch die ausufernde Bürokratie. Diese sei auf die großen Betriebe zugeschnitten und für kleine nur schwer zu handhaben. Die Buchhaltung für die Steuer und die Dokumentation des Warenverkehrs zwischen Metzgerei und Gastwirtschaft sowie die Tagesabrechnungen noch am gleichen Abend nannte er hier. Sein Arbeitstag gehe manchmal von 4 Uhr früh bis 24 Uhr. In seinen Betrieb habe er massiv investiert. Diesen Betrieb unter Pachtbedingungen zu führen, wäre nicht denkbar. Personal zu finden, das auch an Wochenenden arbeite, werde immer schwieriger. Reif sucht aktuell einen Koch. Der Mindestlohn sei für seinen Betrieb noch nie ein Thema gewesen.

Aktuell bildet Reif einen Metzgerlehrling aus. Der Betrieb schlachtet für zwei weiter Betriebe mit. Die Anforderungen an seine verhältnismäßig kleine Metzgerei stiegen jährlich und seien an Großbetriebe angepasst, die täglich bis zu 25 000 Ferkel schlachten. Bei ihm werde noch unter Einhaltung des Tierwohles geschlachtet. Die Tiere stammten alle aus dem Landkreis, er kenne die Züchter. Letztlich entscheide jedoch der Verbraucher mit seinem Kaufverhalten darüber, ob ein Tier artgerecht gehalten und geschlachtet werde.

Reif wünscht sich von der Politik, dass bei der Gesetzgebung mehr Rücksicht auf das Handwerk genommen wird. Sonst werde es in Zukunft überwiegend nur noch Großschlachtereien geben.

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