31.08.2018 - 11:08 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Reiche Ernte an der Presse

Es geht zu wie im Wespennest an der Obstpresse in Ursensollen. Wobei die nervigen Viecher in der Minderheit sind. Gefühlt der halbe Landkreis bringt in diesen Tagen seine Äpfel und Birnen zum Pressen vorbei.

(gri) Die warme Leberkäs-Semmel muss warten. Betti Lehmeier, Egid Ströhl und Maria Hummel haben alle Hände voll zu tun. Der frische Saft muss abgefüllt werden. 30 Beutel sind schon voll, etwa fünf werden es noch - die Ausbeute eines Obstgartens in Amberg. Die Familie aus der Stadt hatte ihr Auto mit Körben voller Äpfel vollgestapelt.

"Heuer gibt es eine reiche Ernte", sagt Hummel. "Im vergangenen Jahr sah es nicht so gut aus." Hitze und Trockenheit haben Äpfel und Birnen offenbar nicht geschadet, da war der späte Frost im Mai 2017 schlimmer. Seit 2. August hat die Presse des Obst- und Gartenbauvereins Ursen-sollen geöffnet. Schön langsam nimmt die Ernte und damit auch der Andrang vor der Maschine Fahrt auf.

Von Anfang an dabei

Maria Hummel ist so lange dabei, so lange es das Angebot des Vereins gibt. "Seit 21 Jahren machen wir das", erzählt die Frau, die ihre Anlieferer seit vielen Jahren kennt. Viel Stammkundschaft ist dabei und etliche Leute vereinbaren Termine, die einen weiten Weg in Kauf nehmen, um ihr Obst pressen zu lassen. Aus Bayreuth kommen Obstgärtner und sogar aus dem Münchener Raum.

Saft aus eigenem Obst

Das Besondere in Ursensollen ist, dass jeder den Saft seines eigenen Obstes abgefüllt bekommt. 50 Cent pro Liter kostet die Zubereitung. Wer selbst Gefäße mitbringt, kann diese nutzen. Ansonsten bietet der Obst- und Gartenbauverein Beutel mit Kartons an. Bilanz eines Anlieferers: Die Ernte dreier Äpfel- und eines Birnbaumes ergibt 90 Liter naturtrüben Saftes. Kosten: 45 Euro.

An der Press-Aktion ist alles nachhaltig - von der Apfelblüte im Frühling bis zur Verwendung des Erlöses im Winter. "Wir finanzieren damit gemeinnützige Projekte", erklärt Hummel. Zum Beispiel den Artenschutzturm an der alten Bahnlinie in Hohenkemnath. Aus einem nicht mehr genutzten Trafo-Häuschen ist ein Refugium für seltene Vogelarten geworden. Auch die Reststoffe aus dem Press-Vorgang fließen in den Naturhaushalt zurück. Die Maische bekommen die örtlichen Jäger zur Wildfütterung.

Bis Ende Oktober offen

Endlich ist abgefüllt. Zeit für die Leberkäs-Semmel. Die nächsten Anlieferer warten schon. Und so wird das die kommenden Tage und Wochen weitergehen in der Ursensollener Raiffeisenstraße. Die Obstpresse hat bis Ende Oktober geöffnet.Weitere Bilder und ein Video: www.onetz.de/2479786

Die Obstpresse in Aktion

Kontakt:

Vorher anrufen

Wer beim Obst- und Gartenbauverein Ursensollen sein Obst pressen lassen will, braucht nur anzurufen. Unter der Telefonnummer 09628/639 können Termine vereinbart werden. Die Zubereitung eines Liters kostet 50 Cent. Flaschen können mitgebracht werden, allerdings müssen sie sauber gewaschen sein.

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