Update 24.06.2018 - 11:01 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Sanierung der Brücke ist nicht in Sicht

Seit fast zehn Jahren ist die ehemalige Bahnbrücke über das Haager Tal, das Haager Viadukt, gesperrt. Das bleibt wohl auch so, eine Sanierung würde Unsummen verschlingen.

So sah die Haager-Tal-Brücke aus, als die Eisenbahnlinie Amberg - Lauterhofen noch in Betrieb war

(ass) Züge fahren hier schon lange keine mehr, Fahrräder hingegen viele. Die ehemalige Bahnlinie von Amberg nach Lauterhofen ist seit langem Teil des beliebten Schweppermann-Radwegs. Auf der alten Trasse mit ihren moderaten Steigungen lässt sich die schöne Oberpfälzer Landschaft ohne große Anstrengungen genießen. Doch kurz hinter Amberg, an der Haager-Tal-Brücke, wird die Route seit nunmehr zehn Jahren umgeleitet. "Der Einfachheit halber leitet man die Tourenfahrer mit teilweise schwerem Gepäck auf einem unwegsamen Waldweg, mit halsbrecherischem Gefälle durch das Haager Tal", schreibt ein Leser der Amberger Zeitung.

Sein Anliegen ist aber an sich ein ganz anderes: Dieses herausragende Industriedenkmal könne nicht einfach dem Verfall preisgegeben werden, schreibt der Leser und legt Fotos bei, die Verfall und bröckelndes Gemäuer zeigen. "Es wäre Zeit, dass man sich an verantwortlicher Stelle einmal Gedanken macht, wie man dieses hervorragende Bau-Denkmal erhalten kann", so seine Forderung.

Die verantwortliche Stelle ist in diesem Fall Franz Mädler, der Bürgermeister der Gemeinde Ursensollen, der das Bauwerk gehört. Mädler weiß natürlich um den Zustand der Brücke, mit einer guten Nachricht wartet er aber nicht auf. "Das Problem ist ja auch nicht die Brücke selbst", sagt Mädler im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Statiker hätten 2008 festgestellt, dass sich diese auf einer Seite leicht abgesenkt habe und daher zu sperren sei. Die Gemeinde habe daraufhin vor zehn Jahren durchrechnen lassen, was eine Sanierung kosten würde.

"Das waren damals schon 300 000 Euro." Eine Summe, die man nach heutigen Preisen locker verdoppeln könne. Und weil die Brücke nur aus Stampfbeton bestehe, müsse sie anschließend jährlich mit einem Aufwand von rund 100 000 Euro - Stand 2008 - nachgebessert werden. "Denn da ist kein Stück Eisen drin in der Brücke", begründet Mädler das. Aus diesem Grund habe man sich entschlossen, das Bauwerk zu sperren und den Fahrradverkehr umzuleiten. Übrigens über eine sehr vernünftige Trasse, die in hervorragender Zusammenarbeit mit der Stadt Amberg angelegt worden sei.

Die Brücke selbst wird wohl in absehbarer Zeit nicht saniert werden. Da hat Franz Mädler wenig Hoffnung. "Aber die bleibt von sich aus noch 100 Jahre stehen, keine Sorge." Und sie wird im kommenden Winter freigeschnitten, damit sie vom Tal aus wieder zu betrachten ist, verspricht Mädler. Das sei mit dem Landschaftspflegeverband so vereinbart. "Aber es ist wirklich keine Böswilligkeit von unserer Seite", wirbt der Bürgermeister um Verständnis.



Die Brücke über das Haager Tal ist ein schönes Beispiel für die Architektur im Zeitalter der Industrialisierung. Seit zehn Jahren ist das Bauwerk nun gesperrt, das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern. Bild: Steinbacher

Das Haager Viadukt

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