28 Jahre den Kindergarten Ursulapoppenricht geprägt

Sie prägten zwei Generationen von klein auf. Ohne Irmgard Dietrich und Anja König können sich viele den Kindergarten St. Ursula nicht vorstellen. Dennoch beginnt jetzt eine neue Zeit.

Großer Höhepunkt in der Laufbahn war das 25-jährige Jubiläum vor zwei Jahren als Art zweite Kirwa ausgerichtet mit Gottesdienst, Tanz und jede Menge Schmankerln.
von Dagmar WilliamsonProfil

In einem kleinen Pfarrdorf entstand vor 28 Jahren ein Gebäude, das damals von einem großartigen Duo zu dem gemacht wurde, was es heute ist. Leiterin Irmgard Dietrich und Kollegin Anja König brachten nicht nur Leben in den Kindergarten St. Ursula - sie ließen bis dato erleben und entdecken, erblühen und gedeihen. Diese zwei Frauen, die sich nur ungern Erzieherinnen nennen, trugen zu einer gestärkten Gemeinschaft bei - schließlich kennen sie zwei Generationen, auch aus umliegenden Dörfern, ihrer liebevoll genannten "Pappenheimer".

Schulkinder hielten regelmäßig am Zaun des Gartens und plauderten gerne mit ihren ehemaligen Kindergärtnerinnen. Ganze Familien mit Oma, Opa, Tanten, Onkeln und Geschwistern kamen zum Gottesdienst vor dem Martinszug und wanderten mit ihren Lichtern zum großen Lagerfeuer am Sportheim. Und auch Faschingszüge wurden aus der Eigeninitiative beider Damen organisiert. "Aber all das war nur möglich, weil die Eltern uns immer so tatkräftig mit Spenden und ihrer Zeit unterstützt haben", sagt Irmgard Dietrich bescheiden.

Dietrich und König erfüllten nicht nur ihren Bildungsauftrag des Freistaates per Handbuch, das sich hin und wieder änderte. Sie standen immer im Dienst der katholischen Kirche. Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Versöhnung sind persönliche Charaktermerkmale, die beide Damen auszeichnen. Beeindruckend war die Arbeit der Kindergärtnerinnen im Namen des Herren. Beginnend mit dem täglichen Ritual des Morgengebetes und einem Lied bis hin zum Einhalten aller christlichen Feierlichkeiten.

Als das Thema Inklusion vor einigen Jahren aufkam, wurde ein barrierefreier Aufzug für ein Mädchen mit Rollstuhl installiert. "Wir wollten sie nicht nach Hahnbach abschieben", erklärt die Kindergartenleitung. Es waren meist die vollendeten Tatsachen, die beide vor neue Herausforderungen stellten - und diese immer meisterten. Kinder aus unterschiedlichen Nationen ohne die deutsche Sprache zu beherrschen, besuchten St. Ursula. Vor etwa zehn Jahren wurde eine Notgruppe gegründet, für Kinder, die keinen Platz in ihrer Umgebung fanden. "Zu der Zeit, als Kindergarten-Gruppen zur Kita umgestaltet wurden."

Anja König und Irmgard Dietrich kümmerten sich um wirklich alles. Haus und Garten. Für beide ist dies nicht nur ein Job, sondern eine Berufung, die mit Herz und Seele ausgeführt wird. Im Laufe der Jahre veränderte sich so einiges. Die Kinder werden immer jünger, weil meist beide Elternteile arbeiten. "Und jetzt gibt es wechselbare Matschkleidung", sagt König lachend. Tatsächlich mussten vor Jahren Schneehosen noch einen Tag getrocknet werden bevor sie wieder zum Einsatz kamen.

Zum Ende des Kindergartenjahres verlassen beide die Pfarrgemeinde. Irmgard Dietrich geht in Ruhestand. Anja König lässt sich dorthin leiten, wo ihre menschlichen und erzieherischen Dienste gebraucht werden.

Beide sind dankbar für die Unterstützung des Fördervereins und aller Eltern, die ihnen im Laufe der Jahre ihre Kinder anvertrauten. "Wir danken Feuerwehr und Sportverein, die bei Bedarf zur Seite standen. Und auch Helmut Janner, der viele Jahre Verantwortung für Entscheidungen übernahm", sagt Dietrich nickend.

Nun muss eine große Lücke von den, dem Elternbeirat noch unbekannten, Nachfolgerinnen gefüllt werden. Von der Kirchenverwaltung wünschen sich Irmgard Dietrich und Anja König, vor allem in Zeiten von Corona, für alle Beteiligten eine offene Diskussion mit dem Elternbeirat des Kindergartens.

Kindergarten St. Ursula wird barreierefrei

Anja König (links) und Irmgard Dietrich (rechts) setzten in und um das Haus St. Ursula Pflänzlinge, die weiterhin blühen und gedeihen. Tief verankerte Wurzeln für Kinder, die immer in Erinnerung bleiben werden.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.