29.11.2018 - 14:56 Uhr
VilseckOberpfalz

Biber wird in Vilseck so langsam zum Problem

Menschen aus 70 Nationen leben in Vilseck zusammen - meist sehr friedlich. Beim Verhältnis zu einem anderen Bewohner, dem Biber, schaut es aber nicht so freundlich aus.

An sich ist der Biber ja ein putziges Tierchen. Doch der Vilsecker Bürgermeister ist gar nicht gut auf ihn zu sprechen.
von Redaktion ONETZProfil

Zahlreiche Menschen kamen zur Bürgerversammlung im Zehentkasten der Burg Dagestein. Ihnen gab Bürgermeister Hans-Martin Schertl einen Rückblick auf die Aktivitäten im Jahr 2018 sowie Informationen über die Finanzlage. Zurzeit sind in Vilseck 5989 Einwohner gemeldet. Im Jahr 2018 gab es bisher 60 Geburten und 75 Sterbefälle. Bis zum Jahresende werden 34 Paare standesamtlich getraut sein. Interessant fand der Bürgermeister, dass in Vilseck Einwohner aus 70 Nationalitäten gemeldet sind. Von den 871 Ausländern waren - bedingt durch den Truppenübungsplatz - 311 US-Amerikaner. Außerdem leben in Vilseck derzeit 103 Flüchtlinge.

Der Stadtrat habe für heuer eine Darlehensaufnahme von 2,5 Millionen. Euro eingeplant, so Schertl, wegen der guten finanziellen Situation sei es aber noch nicht notwendig, das Darlehen in Anspruch zu nehmen. Derzeit liege die Pro-Kopf-Verschuldung bei 646 Euro.

In größerem Rahmen werden nächstes Jahr alte Wasserleitungen ausgetauscht. 2,3 Mio Euro koste die Maßnahme, die den Neubau der Wasserleitung von Frauenbrunn über den Marktplatz und die Bahnhofstraße bis nach Sorghof umfasst. Außerdem werden in drei Straßenzügen in Sorghof die Wasserleitungen erneuert. In den vergangenen Jahren seien bereits größere Beträge für Brunnensanierung und Leitungsbau aufge-wendet worden, so dass der Wasserpreis neu kalkuliert werden müsse. Ab 2019 kostet der Kubikmeter Wasser 1,39 Euro und ab 2021 1,49 Euro. Der Stadtrat habe sich für eine Gebührenerhöhung entschieden, an-statt einer Erhebung von Ergänzungsbeiträgen.

Ein bleibendes Problem ist für Bürgermeister Schertl der Biber. Diese Tiere würden erhebliche Probleme bereiten, weil sie überall ihre Dämme bauen. Allein das Entfernen der Dämme - nach Absprache mit dem Biberbeauftragten - koste die Stadt Vilseck inzwischen jährlich mindestens 30 000 Euro. Das könne nicht so weitergehen. Schertl forderte, auch in unserem Landkreis eine generelle Abschussfreigabe. Ein weiteres Tier, das sich neu angesiedelt habe, sei der Wolf, der ebenfalls nicht bei allen gerne gesehen werde. Der Wolf sei zwischenzeitlich nicht nur im Truppenübungsplatz unterwegs, er streife auch durch die Felder und Wälder im Stadtgebiet, was auf Wildkameras festgehalten worden sei.

Abschließend wurden drei schriftliche Anträge von Bürgern behandelt. Angelika Stubenvoll aus Sorghof beantragt, dass in der Kürmreuther Straße ein mobiles Tempomessgerät aufgestellt werden soll, was ihr zugesichert wurde. Philipp Lindner und Georg Schulze-Zumhülsen wollten Auskunft über die leerstehenden Häuser in der Altstadt. Es kam die Frage auf, wer Eigentümer des renovierungsbedürftigen Hauses neben der Kirche sei. Der Bürgermeister antwortete, dass mittlerweile das Eigentum für dieses Gebäude aufgegeben wurde und das Objekt als "herrenlos" gilt. Um die Abgabebereitschaft nicht bebauter Grundstücke zu erfragen, wird die Stadtverwaltung die Eigentümer anschreiben.

Aus der Bürgerversammlung:

Ein Großprojekt, das in Vilseck begonnen wurde, ist die Erschließung des Baugebietes Weidenstock mit 60 Parzellen. Die Ersten können ab Mai 2019 mit dem Bau beginnen. Der Baulandpreis liegt bei 85 Euro pro Quadratmeter und als Anreiz für Familien wurde das Baukindergeld auf 2000 Euro pro Kind erhöht. Ein anderes Großprojekt, der Neubau des Bauhofes ist abgeschlossen. Die geschätzten Kosten von 4,9 Millionen Euro seien nahezu eingehalten worden.

In den Vilsauen wurden laut Schertl bauliche Ergänzungen vorgenommen, so wurde der Toilettencontainer ausgeliefert und demnächst werden für Kraftsportler Calisthenics-Geräte neben dem Bewegungsparcour aufgestellt. Zusätzlich wird ein Wasserspielplatz errichtet.

Am Ortseingang Axtheid konnte die brachliegende Fläche umgestaltet und mit dem Projekt „Essbare Stadt“ aufgewertet werden. Es wurden Beerensträucher und Obstbäume gepflanzt. Schertl sprach auch die Verschmutzung im Bereich des Vilspavillons an. Hier wird es künftig eine Videoüberwachung geben.

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