04.09.2020 - 11:27 Uhr
VilseckOberpfalz

Marterl am Gänsberg bei Vilseck steht seit 130 Jahren

Noch heute weist ein Marterl zwischen Ebersbach und Vilseck auf einen Unfall vor 130 Jahren hin. Der Bildstock am Gänsberg lädt zum Innehalten ein.
von Rosi HasenstabProfil

Von einem schweren Unglück im Jahre 1890 zeugt ein steinernes Flur-Denkmal an der Staatsstraße 2123 zwischen Vilseck und Ebersbach. Anfänglich stand es auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Nun weist es an der Wegabzweigung zum oberen Lohhof auf den Unfall eines Pferdefuhrwerks vor 130 Jahren hin. Im Mittelstück der Sandsteinsäule sind die Jahreszahl 1890 und die Buchstaben JW zu lesen. Über das einstige Unfallgeschehen sind zwei Deutungen überliefert. Die erste besagt, dass das Fuhrwerk, das mit Langholz von Schönbrunn nach Vilseck zur Säge unterwegs war, über die damals dort sehr hohe und steile Böschung hinuntergestürzt sei. Zum Dank, dass kein größeres Unheil geschehen war, habe man den Bildstock dort aufgestellt. Aus einer zweiten Version, die Georg Wiesnet, der Sieglbauern-Schore, erzählte, geht hervor, dass dort die Pferde scheuten und durchgingen. Ein Bub, der auf dem Fuhrwerk saß, fiel herunter und kam unter die Räder. Ob dies glimpflich abging, oder ob der Bub ums Leben kam, ist nicht überliefert. Auf jeden Fall mahnt das Marterl am sogenannten Gänsberg immer noch zur Vorsicht und lädt zum stillen Verweilen ein. Allerdings ist das Bild in der Nische, das die Muttergottes über dem Langholzfuhrwerk zeigt, inzwischen verblasst und restaurierungsbedürftig.

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