12.11.2019 - 12:01 Uhr
VilseckOberpfalz

Den Martinszug verschlafen

Dick eingepackt und schummriges Licht - da muss man einfach einschlafen, auch wenn nebenan die Bläser des Musikvereins spielen. In Vilseck wurde, wie in vielen anderen Orten, mit Laternen an Sankt Martin erinnert.

Schnappschuss vom Martinszug in Vilseck: Die Kleine hat vom Rabimmel-Rabammel-Rabumm höchstens geträumt.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Da stapften sie wieder durch die Nacht – die Kinder mit ihren hell erleuchteten Laternen, stolz wie Oskar, meistens eskortiert von der Feuerwehr und natürlich begleitet von Mamas, Papas und Großeltern. Die Umzüge zum Gedenken an den heiligen Martin werden in Amberg und den Dörfern im Landkreis immer noch liebevoll zelebriert.

Vielen gilt Sankt Martin (um 316bis 397) als Inbegriff regionalen Brauchtums und christlicher Tradition. „Für Martins Zeitgenossen stellte er hingegen das genaue Gegenteil dar: eine bis dahin nie dagewesene Neuheit“, erzählt das kirchliche Info-Portal katholisch.de über den Heiligen. Martin wurde als Sohn eines heidnischen römischen Offiziers in Savaria (heute Ungarn) geboren und wuchs in Pavia auf. Dort lernte er das Christentum kennen und zählte bald zur Gruppe der Taufbewerber. Mit 15 Jahren wurde er gegen seinen Willen zum Militärdienst eingezogen – erst nach Ableistung der 25-jährigen Dienstzeit wurde er wieder entlassen. Anschließend empfing Martin die Taufe und zog sich nach dem Vorbild der ägyptischen Wüstenväter in die Einsamkeit zurück. Doch immer mehr gleichgesinnte Männer schlossen sich Martin an: So entstand 361 in Gallien das erste Kloster Westeuropas. Gut zehn Jahre später wurde Martin – angeblich unfreiwillig – zum Bischof von Tours gewählt. Auch hiernach blieb er seinem asketischen Lebensstil treu und begründete so den neuen Amtstyp des Mönch-Bischofs. Martin soll äußerst freigiebig gewesen zu sein. Er starb am 8. November 397 und wurde am 11. November in Tours beigesetzt.

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