06.01.2020 - 14:48 Uhr
VilseckOberpfalz

Teilnehmer-Rekord bei 25. Jahresschluss-Führung

Sage und schreibe 145 Teilnehmer waren gekommen, um den Vilsecker Nachtwächter zu erleben. Zum 25. Mal nahm Josef Eierer, besser bekannt unter seinem Spitznamen Tschung, viele Gäste mit auf seine beliebte Stadtführung zum Jahresschluss.

Interessiert lauschen die vielen Besucher den Ausführungen von Nachtwächter Tschung.
von Rosi HasenstabProfil

Die ehemalige Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Elisabeth Hammer, hatte 1995 die geniale Idee, in Vilseck einen Nachtwächter zu installieren. Kein anderer als Tschung kam für sie in Frage. Der meinte damals, dass er mit 60 Jahren für diesen Posten doch schon zu alt sei. Doch weit gefehlt. Selbst heute ist er noch topfit, auch wenn er inzwischen einen Begleiter braucht, nämlich seinen Rollator.

Woran liegt es, dass die Leute aus nah und fern jedes Jahr am Tag vor Silvester nach Vilseck kommen? Ja, die Stadt hat kulturell einiges zu bieten, doch in erster Linie dürfte Tschung selbst der wahre Grund dafür sein. Und das Wetter muss schließlich auch mitspielen.

Alles wahr?

So passt eben alles zusammen, als das Vilsecker Original die vielen Besucher auf dem Marktplatz begrüßt und ihnen ernsthaft versichert: „Alles, wos i sog, is fei woahr!“ Und so kann Tschung mit seinem Wissen über die Stadtgeschichte, die Zeit des Mittelalters, die Herrschaft der Bamberger und eben über die Gewohnheiten der Bürger punkten.

Dass aber die amerikanischen Gäste das Wünnenberghaus am liebsten abreißen und mit in die Staaten nehmen würden, dürfte ein Gerücht sein. Auch wenn der Wahrheitsgehalt der eingestreuten Anekdoten manchmal etwas zweifelhaft erscheint, sind Tschungs Witze wie immer einfach genial und umwerfend.

Nach dem Neujahrsspruch unter dem Christbaum ziehen die Erwachsenen und Kinder zum Pflegschloss und Weihertor in die Herrengasse und danach hinauf zur Burg Dagestein. Der Bergfried, einst Sitz des Nachtwächters, inspiriert Tschung sogar zu einem Gedicht über die Stadtväter. Vom Unteren Tor in der Froschau geht es durch das Houdergassl und über die Breite Gasse hinauf zum Schwarzen Tor, durch das früher die Pesttoten aus der Stadt gebracht wurden.

Schnaps vertreibt Gänsehaut

Auch über die Pfarrkirche, das alte Schulhaus und das Kloster informiert der Nachtwächter humorvoll, bevor es im Zwingerfriedhof etwas Unheimliches zu hören gibt. Da tut das Schnapserl gut, das die Nachtwächtersgattin Anna Margaretha nach alter Tradition im Träumergässchen für jeden bereithält. Hier wird auf die 25. Jahresschluss-Stadtführung und auf die Eheleute Eierer angestoßen „und auf den neuen Teilnehmerrekord“, schmunzelt der Josef.

Am Vogelturm lässt Tschung den letzten Stundenruf des Tages erschallen. Bürgermeister Hans-Martin Schertl dankt im Namen aller Teilnehmer und sagt: „Ich hoffe, dass du, lieber Tschung, mit deinen Stadtführungen noch lange den Menschen Freude machen kannst.“ Auch die AZ wünscht dem verdienten Nachtwächter weiterhin gute Gesundheit. Am 3. Januar feierte Josef Eierer seinen 86. Geburtstag.

Elisabeth Hammer und Bürgermeister Hans-Martin Schertl beglückwünschen Josef Eierer zu seiner 25. Jahresschluss-Stadtführung und wünschen dem Vilsecker Nachtwächter weiterhin gute Gesundheit.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.