10.09.2018 - 11:34 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Abschied in würdevoller Atmosphäre

Immer häufiger entscheiden sich Angehörige von Verstorbenen, die Verabschiedung nicht in der Kirche, sondern im Leichenhaus zu gestalten. Die Stadt Vohenstrauß saniert aus diesem Grund das Gebäude im Friedhof.

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, Kirchenmalerin Monika Müllner und Außendienstleiter Karl Frey (von links) suchen die Wand- und Deckenfarben für das das Leichenhaus aus. Die Modernisierungsmaßnahme wird rund 100 000 Euro kosten.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Wer von einem geliebten Menschen Abschied nehmen muss, fühlt sich dabei in einer entsprechend würdevollen Umgebung vielleicht etwas wohler. Das Leichenhaus in der ehemaligen Kreisstadt ist in die Jahre gekommen und konnte diesem Anspruch nicht mehr genügen. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer hat das Thema nach einigen Gesprächen mit Dekan Alexander Hösl im Stadtrat auf die Tagesordnung gesetzt. Auch über einen Neubau ist dabei diskutiert worden. "Das wäre aber finanziell eine ganz andere Hausnummer geworden", erklärt der Rathauschef. Stattdessen wird das bestehende Gebäude saniert und modernisiert. Der Kostenplan sieht 100 000 Euro vor.

Die Arbeiten sind bereits angelaufen. Wutzlhofer und Außendienstleiter Karl Frey machten sich ein Bild vom Fortschritt. Einige Wände wurden bereits herausgenommen, um die nutzbare Fläche im Leichenhaus zu vergrößern. Ein Büroraum, der nicht mehr genutzt wurde, ist hierfür weggefallen. Künftig stehen den Bestattern bei den Aussegnungen und Verabschiedungen 91 Quadratmeter zur Verfügung.

30 neue Stühle sind im Budget mit eingerechnet. Der vorhandene Raumteiler wird durch eine Glas-Aluminium-Konstruktion ersetzt. In dem abtrennbaren Bereich können dann in zwei neuen Kühlungen im Bedarfsfall weitere Leichname vorübergehend aufbewahrt werden. Bei größeren Trauergemeinden könnte dieser Bereich für die Aufbahrung genutzt werden. Die Bestatter hätten nun auf alle Fälle mehr Variationsmöglichkeiten, meinte der Bürgermeister.

Zusammen mit Kirchenmalerin Monika Müllner wählten Wutzlhofer und Frey vor einigen Tagen die Wand- und Deckenfarben aus. Mit einem hellen Violett-Ton will Müllner den Raum dem Anlass entsprechend würdevoll gestalten. "Violett steht in der Farbsymbolik für das Mystische, den Tod und die Trauer", erklärt die Kirchenmalermeisterin. Vorgabe war, dass die Wandfarbe zum vorhandenen Kreuz passt. Das Kruzifix stammt aus der Klosterkirche St. Augustin in Weiden. Altbürgermeister Josef Zilbauer hatte es vor rund 15 Jahren gegen eine Spende nach Vohenstrauß geholt. Das modern gestaltete Kreuz aus Keramik und Glas mit einer Christusfigur aus Bronze schimmert in roten und violetten Schattierungen. Der Bereich hinter dem Kreuz wird farblich in goldenen Schattierungen abgesetzt und mit einer Kalkspachteltechnik ausgeführt.

Die anthrazitfarbenen Bodenfliesen sind bereits verlegt. Neben der Elektrik werden auch die Türen und Fenster erneuert. Der Waschraum wird mit modernen, sanitären Anlagen ausgestattet. Zwölf dimmbare Deckenleuchten und eine große Leuchte sind schon ausgesucht. Mitte der Woche beginnen die Maler mit ihrer Arbeit. Der Außendienstleiter schätzt, dass die Sanierungsarbeiten bis Mitte Oktober abgeschlossen sind.

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