02.04.2020 - 09:35 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Adolf Danzer ein waschechter Vohenstraußer

Es hätte eine große Feier zu Adolf Danzers 80. Geburtstag geben sollen, doch die Corona-Epidemie machte dem Vohenstraußer einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

Auf seiner Loggia bei seinem Eigenheim genießt der Jubilar an seinem Ehrentag die ersten wärmeren Sonnenstrahlen. Die neuesten Informationen holt er sich wie jeden Tag aus der Regionalzeitung "Der neue Tag".
von Elisabeth DobmayerProfil

Die Feier wurde abgesagt und der Festkreis auf die Familie beschränkt. Adolf Danzer wurde am 2. April 1940 während des zweiten Weltkriegs geboren. Seine Mutter übernahm von ihren Eltern eine kleine Landwirtschaft und deshalb gab es immer genügend zu essen, erinnert sich der Jubilar an seine Kinderzeit. In der Schule wurde Mathematik schnell sein Lieblingsfach. Eine Ausbildung als Zimmerer schloss sich an.

Der Treppenbau war Adolf Danzers Metier. Nicht umsonst wurde in seinem Gesellenbrief zweimal die Note Eins eingetragen, der ihm zum Innungsbesten und zweitbesten Zimmerer bayernweit auszeichnete. In Regensburg wollte er seine praktischen Fähigkeiten noch ein weiteres Jahr erweitern. 1959 meldeten ihn seine Eltern an der Regensburger Kepler Fachhochschule an, damit er die mittlere Reife nachholen konnte. Ab Oktober 1060 studierte Danzer an der Fachhochschule Regensburg, Abteilung Hochbau, die er mit der Berufsbezeichnung „Hochbauingenieur für Architektur“ abschloss. 1963 sollte er zur Bundeswehr, was er aber verweigerte und stattdessen eine zweite Ausbildung auf sich nahm und mit dem Titel Diplom-Ingenieur FH für Ingenieurbau beendete.

Nachdem er für seinen Berufswunsch Statiker keine Stelle fand, entschied er sich als Bauleiter für Tiefbau bei der Firma Klebl in Neumarkt tätig zu werden. In dieser Zeit lernte er auch seine Ehefrau Elke kennen, mit der er 1967 vor den Traualtar trat. Ein Jahr später kam Sohn Martin zur Welt und 1970 folgte Tochter Ulrike. Am 1. April 1969 war Adolf Danzer zur Baufirma Wittmann in seinen Heimatort gewechselt und leitete die Abteilung Hochbau. Leider meldete die Firma 1989 Insolvenz an und so übernahm die Weidener Firma Würschinger Adolf Danzer. 1998 beendete er seine berufliche Tätigkeit und ging in den Vorruhestand.

Danzer baute 1969 mit seiner Ehefrau ein Haus mit einer Kegelbahn. Bis zu acht Mannschaften kämpften unter anderem mit „Rot-Weiß“, „Grün-Weiß“ und der Grundig-Mannschaft bei den Klassenspielen. Danzers Ehefrau war als Wirtin die ruhige Seele. Aus gesundheitlichen Gründen wurde 1990 die Gastwirtschaft mit Kegelbetrieb geschlossen. Mit dem Unfalltod von Sohn Martin 1996 ereilte die Familie ein schwerer Schicksalsschlag. 2012 errichtete Adolf Danzer ein neues Eigenheim. „Meine Gesundheit und mein Leben wurden 2014 durch eine große Herzoperation unterbrochen“, resümiert der Jubilar. „Mit viel Glück und Gottes Wille habe ich überlebt.“

Danzer ist oft mit seinem Fahrrad unterwegs, er singt und lacht gerne, spielt Teufelsgeige, dichtet Gstanzl und erzählt gerne Witze. Beim Evangelischen Hilfsverein ist Danzer Mitglied, genauso wie beim Bürgerverein. Dort wird er aufgrund seiner Verdienste um die umfassenden Renovierungsarbeiten an der Penzachhütte auch als Ehrenmitglied geführt.

1972 gründete Danzer in München beim ZDF den Vohenstraußer Oberkrainer-Fanclub zu Ehren von Slavko Avsenik. Aus Dankbarkeit widmete Avsenik den Vohenstraußer sogar ein eigenes Lied, das das Geburtstagskind noch immer in Ehren hält.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.