07.12.2018 - 17:24 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Aufwertung für BRK-Bereitschaft Vohenstrauß

Die BRK-Bereitschaft wird im nächsten Jahr für die Bezirke Niederbayern und Oberpfalz Simulations-Ausbildungsstandort. Diese Neuigkeit verkündet Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer beim letzten Unterrichtsabend des Jahres.

Ohne die großartige Hilfeleistung der Ehrenamtlichen würde der Rettungsdienst niemals funktionieren. Dies weiß vor allem BRK-Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer (vorne, rechts) zu schätzen. Bereitschaftsleiter Stephan Kraus (sitzend, Zweiter von rechts) befand sich diesmal selbst unter den Ausgezeichneten.
von Elisabeth DobmayerProfil

Bereitschaftsleiter Stephan Kraus listete beim letzten Unterrichtsabend des Jahres im Rotkreuzhaus sämtliche Ehrenamtsstunden auf, die sich auf 38 264 addierten. Daraus sei ersichtlich, wie stark die Gemeinschaft ist, meinte Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer mit seiner Stellvertreterin Edeltraud Sperber. Galitzdörfer plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen, als er über die kürzlich stattgefundene Vorstandssitzung berichtete, die das Thema BRK-Ausbildung beinhaltete. Vor allem bei den Hauptamtlichen im Rettungsdienst sei die professionelle Ausbildung eine feste Größe. Im Sommer 2018 habe sich der Kreisverband Weiden-Neustadt/WN um die Simulationsausbildung beworben. Seit 2014 sei für den Verband ein Simulations-Rettungswagen in Betrieb, der für die haupt- und nebenamtlichen BRK-Leute zur Ausbildung genutzt werden kann. Durch eine Gesetzesänderung muss ab dem Jahr 2019 jeder Notfallsanitäter eine bestimmt Zahl Stunden in der Simulationsfortbildung leisten. An dieser Ausbildung werde sich der Kreisverband mit rund 25 Prozent beteiligen und diese für Niederbayern und Oberpfalz anbieten. „Zu 99,9 Prozent wird diese Simulationsausbildung in der Vohenstraußer Bereitschaft stattfinden“, verriet Galitzdörfer. „Dadurch wird der Standort Vohenstrauß erheblich aufgewertet.“ Deshalb werden auch Umbauten am Rotkreuzhaus vorgenommen, um die neueste Technik zu installieren. Im Januar ist ein Informationsabend im Rotkreuzhaus, in dem die Kreisgeschäftsführung und die Projektleitung anwesend sein werden.

Dem SEG-Betreuungs-Team mit den Führungskräften Nadine Bock und Corinna Rewitzer wurde im vergangenen Jahr mit dem Brand im Seniorenheim in Neustadt/WN und der nachfolgenden Evakuierung und bei zwei Flüchtlingshilfe-Einsätzen in Waidhaus mit insgesamt 46 Flüchtlingen viel abverlangt. Mit 187 Stunden schlossen sie ein arbeitsintensives Jahr ab. An fünf Standorten veranstaltete Alexandra Kropf Blutspendetermine. Dabei erbrachten die ehrenamtlichen Helfer 769 Stunden. Beim Betreuten Fahrdienst leisteten Franz Rögner sowie das Ehepaar Elfriede und Willi Helgert Dienst. Die SEG-Behandlung unter Leitung von David Sittauer und Fabian Ram waren unter anderem bei der Bombendrohung in Weiden unterwegs und listeten 380 Stunden auf. 229 Stunden errechnete der Sanitätsdienst um Anja Schaller und Christian Solfrank mit Absicherung zahlreicher Veranstaltungen. Im Bereich der Bereitschaft wurden 60 Erste-Hilfe-Kurse abgehalten. Dabei durchliefen knapp 1100 Personen diese Ausbildungen.

Gegenüber dem Vorjahr sei das ein Zuwachs von 30 Prozent, führte Kraus aus. Acht BRK-Ausbilder engagierten sich, wobei Andreas Gall mit 21 Kursen an der Spitze stand. Mit Vor- und Nachbereitung summierten sich 580 Ehrenamtsstunden. Die Helfer vor Ort-Standorte in Eslarn, Waidhaus, Leuchtenberg und Vohenstrauß zählten erstaunliche 28.378 Bereitschaftsstunden, die von 24 Mitgliedern geleistet wurden. Bei 638 Alarmierungen der Integrierten Leitstelle (ILS) in Weiden leisteten die BRK-Kräfte bis zum Eintreffen der Rettungsmannschaften professionelle Hilfe. Im Einzelnen zählte Waidhaus mit zwei Kräften 71 Einsätze, Leuchtenberg (11 – 116), Vohenstrauß (10 – 350) und Eslarn (1 – 101). Vor allem der Eslarner Stefan Hammerl erhielt allergrößtes Lob, da er als Einziger in der Marktgemeinde ausrücke und so eine immense Zahl an Einsätzen vorweisen kann.

32 Kameraden waren im Rettungsdienst eingesetzt. 3858 Stunden ergaben sich hier in der regulären Schicht. Diensteifrigster war Peter Renger mit 554 Stunden, gefolgt von Johannes Burger (327) und Matthias Englert (322). Als zweiter Begleiter waren 24 Kameraden mit insgesamt 1260 Stunden dabei und 19 Kameraden beteiligten sich an 102 Einsätzen und 140 Stunden an der Unterstützungsgruppe Rettungsdienst. Marco Rappl rückte hier 20 Mal aus und nahm die Spitzenposition ein. In der Aus- und Fortbildung fielen 960 Stunden an. In 322 Schichten in der regulären Vorhaltung im Rettungsdienst war immer ein Ehrenamtlicher dabei, hob der Bereitschaftsleiter hervor. Zusätzlich bei den 102 Einsätzen der Unterstützungsgruppe Rettungsdienst waren 204 Ehrenamtliche eingesetzt, so dass sich durchschnittlich pro Tag im Rettungsdienst rund um die Uhr 1,44 Ehrenamtliche engagieren. Für diese großartige Leistung sprach Kraus auch im Namen des Wachleiters Martin Putzer Respekt aus und bat weiterhin um Unterstützung. „Ohne euch Ehrenamtliche hätte unser Rettungsdienst nicht diese Monopolstellung gegenüber privaten Betreibern des Rettungsdienstes. Durch erhebliche Kosteneinsparung sichert ihr den Hauptamtlichen die Arbeitsplätze“, ließ Putzer ausrichten. Nicht zu vergessen sind die Stunden die in der Rubrik Fort- und Weiterbildungen in der Bereitschaft anfielen: Gemeinsam absolvierten die BRK-Helfer 523 Unterrichtsstunden und besuchten darüber hinaus spezielle Lehrgänge.

Stephan Kraus gab abschließend noch die zehn Neuaufnahmen bekannt: Magdalena Völkl, Philipp Kraus, Sophie Nickl, Matthias Englert, Tobias Schaller, Patrick Gebert, Klaus Bodensteiner, Florian Haberkorn, Jessica Wührl und Sandro Nickl.

Info:

Galitzdörfer nahm an diesem Abend mit stellvertretender Kreisbereitschaftsleiterin Corinna Rewitzer zahlreiche Ehrungen verdienter Mitglieder vor. Für treue Dienste im Bayerischen Roten Kreuz verliehen sie die Auszeichnungsspange für 70 Dienstjahre an Philipp Gruber und 60 Jahre an Albert Völkl sowie 50 Jahre an Karl Kleber. 45 Dienstjahre leisteten mittlerweile auch stellvertretende Ehrenkreisbereitschaftsleiterin Maria Dobmayer, Josef Ring und Franz Rögner. Für 40 Jahre ging die Spange an Cornelia Müllner und für 35 Jahre an Johann Ram und Waltraud Heinrich. Ein viertel Jahrhundert sind Corinna Sammel, Martin Poschenrieder und Franz Schön dabei sowie 20 Jahre Dietmar Renger. Auf 15 Jahre blicken zurück: Matthias Eder, Daniela Forster, Andreas Gall, Dominik Hanauer, Petra Kleierl, Christian Messer, Thomas Schmidt und Christian Solfrank. 10 Jahre sind es bei Dominik Suckart und 5 Jahre bei Lena Eger, Carmen Fritz, Celina Fritz, Markus Helgert, Linda Kraus, Dominic Kropf, Fabian Ram, Anna Rupprecht, David Sittauer und Lukas Watschon.

Die BRK-Ehrenplakette in Silber wurde an Hildegard Bäumler und Elisabeth Ring überreicht. Das Ehrenzeichen der Bereitschaften in Silber erhielten Birgit Scheuner und Corinna Rewitzer und in Bronze Yvonne Reichenberger und Stephan Kraus. Die Ehrennadel des Deutschen Roten Kreuzes geht an Philipp Gruber für 70 Jahre treue Verbundenheit. Weiter an Albert Völkl (60), Karl Kleber (50) und Cornelia Müllner (40). Die silberne Ehrennadel für 25 Jahre in BRK-Diensten durften sich außerdem Martin Poschenrieder und Franz Schön ans Revers heften. (dob)

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