17.01.2019 - 11:02 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Bauausschuss Vohenstrauß: Aufstocken erlaubt

Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses geben am Mittwochnachmittag vielen Bauvorhaben ihre Zustimmung. Bei einem Mehrfamilienwohnhaus im Neubaugebiet "Sommerwiesen" hat Bürgermeister Andreas Wutzlhofer allerdings nachverhandelt.

Eines der vielen anstehenden Bauprojekte in Vohenstrauß: Das Haus "Marktplatz 18" soll aufgestockt werden. Diesem und vielen anderen Vorhaben erteilte der Bau- und Umweltausschuss seine Zustimmung.
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Die Besitzer des Hauses "Marktplatz 18" dürfen aufstocken. Elfriede Meier findet, das sei auch höchste Zeit. "Beim Dach ist die letzten 100 Jahre nichts gemacht worden." Zwei kleine Wohnungen sollen in das Obergeschoss. Die Bäckerei im Erdgeschoss wird geringfügig erweitert: "Bis jetzt müssen wir vieles im Hausgang lagern, das ist kein Zustand", sagt die Seniorchefin. Der Antrag ist ganz im Sinn von Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. "Hier wird innerörtlicher Wohnraum geschaffen. Die Räte stimmten deshalb der beantragten Aufstockung einstimmig zu.

Ebenfalls keine Einwände hatten die Mitglieder des Bau- und Umweltausschuss bei der Sitzung am Mittwoch im Rathaus gegen folgende Anträge: Vorbescheid über die Errichtung eines Einfamilienhauses in Obertresenfeld, Bau eines Wohnhauses mit Doppelgarage in Vohenstrauß in der Flurstraße 2 sowie Einbau von Wohnräumen in Waldau, Neumühle 1, im Dachgeschoss über der Garage.

Diskussionsbedarf gab es beim Antrag auf den Bau eines Mehrfamilienhauses mit 11 Wohneinheiten im Neubaugebiet "Sommerwiesen". Hier hätten die Bauherren laut Stadtoberhaupt eine Befreiung in vier Punkten gebraucht. Große Bedenken hatten die Stadtvertreter in einem Vorgespräch bei der Geschosszahl und der Firsthöhe geäußert. "Wenn ich einem vierten Vollgeschoss zustimme, mache ich Tür und Tor auf", meinte der Bürgermeister. Andere Eigentümer sollten sich darauf verlassen können, dass neben ihnen kein "Bunker" gebaut werde. Zum schlichtenden Gespräch am vergangenen Montag war auch der Kreisbaumeister gekommen. Die Bauherren einigten sich mit der Verwaltung auf einen neuen Baukörper ohne viertes Vollgeschoss. Nun blieb nur noch eine einzige Ausnahme übrig, die der Bauausschuss absegnen sollte: Die geplanten Garagen sollten genau an die Grundstücksgrenze gebaut werden. Bürgermeister Wutzlhofer erläuterte dem Gremium, dass an keiner Stelle im Bebauungsplan des Neubaugebiets "Sommerwiesen" an den Außengrenzen der Grundstücke Baugrenzen festgelegt seien, außer dort. Warum das bei dieser Parzelle so sei, habe keiner im Rathaus beantworten können. "Also haben wir gesagt, ok. Wenn die Garagen da hin sollen, uns stört's nicht." Das Gremium erteilte somit auch diesem Vorhaben das Einvernehmen.

Bürgermeister Wutzlhofer stellte anschließend die Anträge vor, die er in eigener Zuständigkeit genehmigt hatte: In Kaimling, Ellerweg 30, darf das Dachgeschoss ausgebaut und zwei Garagen mit Terrassen und Wintergarten angebaut werden. Ein Einfamilienhaus darf in der Fichtenstraße 1d in Altenstadt entstehen. Im Gewerbegebiet entsteht ein Verwaltungsbau an der Adresse "Am Forst 2". Der Bürgermeister wunderte sich, dass er bei der Größe des Gebäudes noch zuständig für die Genehmigung sei und bezeichnete die Entwürfe als "optisch ansprechend" und "futuristisch".

In der Eglseestraße darf bei Hausnummer 21 ein Aufzug zum barrierefreien Zugang angebaut werden. Eine Doppelgarage nebst Anbau kann in Oberlind, Zur Alten Herrenstraße 5, errichtet werden. In der Thomasbühlstraße 18 in Oberlind darf der Eigentümer eine Lagerhalle für Biomasse bauen. Nichts einzuwenden hatte das Stadtoberhaupt auch gegen ein Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage in Vohenstrauß in der Kößlmühlstraße 13. In der Kößlmühlstraße 31 darf das Dachgeschoss ausgebaut und ein Balkon sowie ein Carport errichtet werden.

Auch die eingestürzte Mauer in Roggenstein war auf der Tagesordnung. Die Ausschussmitglieder hatten nichts gegen den Wiederaufbau. Im Braunetsriether Weg 31 in Vohenstrauß darf ein großer Werkzeughersteller eine Lagerhalle zur Fertigungshalle umbauen. Es handelt sich dabei laut Stadtoberhaupt um ein Millionenprojekt mit rund 1800 Quadratmetern zusätzlicher Produktionsfläche, mit dem weitere Arbeitsplätze in der Region verbunden sind. Hans Wittmann wunderte sich über die genehmigte Nutzungsänderung einer landwirtschaftlichen Garage in eine Autowerkstatt in Untertresenfeld 5. "Da muss er sich mit den Nachbarn arrangieren", kommentierte er.

Solar ist top, Wasser ein Flop:

Markus Wildenauer stellte den Jahresbericht zum Wasserverbrauch vor. Die Vohenstraußer haben laut Statistik im Vergleich zum Vorjahr trotz des heißen Sommers nur geringfügig mehr Wasser verbraucht. Das bezeichnete das Stadtoberhaupt als "Überraschung". Die monatliche Regenmenge wird seit 25 Jahren bei der Kläranlage gemessen. Seit Beginn der Messungen war es das bisher zweittrockenste Jahr mit einer Niederschlagsmenge von insgesamt 569,2 Litern pro Quadratmeter. Nur das Jahr 2003 war trockener, mit einer Regenmenge von 558,2 Litern pro Quadratmeter. Der Durchschnitt liegt bei einem Wert von 792. Somit ist 2018 nur 72 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge gefallen. Die Jahresdurchschnittsleistung der Quellen ist auch leicht zurückgegangen, die von der Steinwaldgruppe eingekaufte Wassermenge hat sich leicht erhöht. Genau umgekehrt stellt sich die Situation bei den Photovoltaikanlagen dar: Es war das bisher mit Abstand ertragreichste Jahr der Anlagen auf dem Bauhof, der Grundschule, der ehemaligen Förderschule, der Hauptschule und dem Vereinsheim Altenstadt. Sie lieferten etwa 111 Prozent des durchschnittlichen jährlichen Ertrags der Jahre 2007 bis 2018 (1084 kWh/kWp bei durchschnittlich 974,81 kWh/kWp). (dko)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.