25.09.2020 - 11:33 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Bauausschuss Vohenstrauß: Unendliche Geschichte "Maximilianshof"

Die Stadt kann ein Lied von der Ferienanlage "Maximilianshof" singen. Mehrere Aktenordner sind gefüllt und viele Petitionen angestrengt, die aber immer im Sande verliefen. Jetzt kommt erneut ein Antrag auf den Tisch.

Im "Aparthotel Maximilianshof Böhmischbruck" könnten 95 Wohneinheiten mit entsprechenden Stellplätzen entstehen. Dem Antrag auf Vorbescheid über die Nutzungsänderung in dauerhaft private Wohnnutzung wurde jedoch eine klare Absage erteilt.
von Elisabeth DobmayerProfil

Die Aktenlage über das Feriendorf „Maximilianshof“ in Böhmischbruck könnte fast als unendliche Geschichte im städtischen Bauamt geführt werden. Am Mittwoch wurde beim Bauausschuss ein Antrag auf Vorbescheid über die Nutzungsänderung in eine dauerhaft private Wohnnutzung im Gebäude des ehemaligen „Aparthotel Maximilianshof Böhmischbruck“ gestellt. In diesem Haus könnten 95 Wohneinheiten mit entsprechenden Stellplätzen entstehen, sagte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Der Sachverhalt über dieses Feriendorf sei allen hinreichend bekannt.

Es liege in einem rechtsverbindlichen Bebauungsplan und dieses geplante Vorhaben widerspreche klar den Festsetzungen. Diese sehe keine dauerhaft private Wohnform vor, führte Wutzlhofer aus. Deshalb sei dieses Bauvorhaben unzulässig. Es könnten aber auch keine Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans erteilt werden, weil damit auch die Grundzüge der Planung berührt seien. Das habe zur Konsequenz, dass die Stadt das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilen darf und somit Einwendungen der Stadt für den Antrag auf Nutzungsänderung nach der Bayerischen Bauordnung erhoben werden. Auch in der Vergangenheit habe man sich bei derartigen Anträgen daran gehalten.

Wer in diesem Feriendorf trotzdem Änderungen vornimmt, die nicht den Festsetzungen des Bebauungsplans entsprechen, müsse mit einer Verfolgung durch die Bauaufsichtsbehörde beim Landratsamt Neustadt/WN rechnen. Jedenfalls werden schon viele Aktenordner bei der Stadt über diese Ferienanlage gefüllt. Bernd Koller (SPD) fragte nach, ob das ganze Feriendorf nicht einmal “normales Baugebiet“ werden könnte. Stellungnahmen von Seiten der juristischen Behörden rieten bisher immer davon ab. Allein das Straßensystem sei lediglich auf Ferienbetrieb ausgelegt. „Würde die Stadt dieses Areal als Baugebiet übernehmen, hätten wir mit Sicherheit das Problem der Straßen- und Kanalsanierung. Das ist ein Millionengrab“, gab Wutzlhofer zu bedenken.

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Die in die Jahre gekommenen Wasserleitungen gehen kreuz und quer über die Grundstücke und müssten gesichert werden. Undurchsichtig sei ebenso, wie die Abwasserkanäle dort verlaufen. „Die gesamte Infrastruktur wirft Riesenprobleme auf. Jeder rät uns davon ab.“ Bisher habe der Stadtrat, trotz aller Petitionen, immer entschieden, dass die bisherige Rechtsform so beibehalten werde. „Die derzeitige geduldete Dauerbewohnung auf diesem Areal müsste eigentlich vom Landratsamt verfolgt werden. „Wir werden einen Teufel tun, dass sich irgendetwas ändert, weil man nicht weiß, was da auf uns zukommt.“

Keinen Zweifel an der bisherigen Rechtsform, ließ auch Josef Maier (CSU) aufkommen, der versicherte, dass das Thema bereits mehr als 20 Mal in seiner Zeit als Stadtrat auf den Tisch kam. „Dieses Fass machen wir nicht auf, denn da werden wir nicht mehr froh.“ Der Bürgermeister lud Koller ein, im Rathaus die Akten zu wälzen, dann werde er sehr schnell feststellen, dass man es lieber so lasse wie es ist. Das gemeindliche Einvernehmen wurde daher auch einstimmig nicht erteilt und die Zustimmung auf Vorbescheid nicht erklärt. Nun ist die Baubehörde am Landratsamt am Zug.

Im "Aparthotel Maximilianshof Böhmischbruck" könnten 95 Wohneinheiten mit entsprechenden Stellplätzen entstehen. Dem Antrag auf Vorbescheid über die Nutzungsänderung in dauerhaft private Wohnnutzung wurde jedoch eine klare Absage erteilt.
Info:

Weitere Bauanträge

Eine halbe Stunde vor Beginn der Bauausschuss-Sitzung trudelte bei der Stadt noch ein Bauantrag ein, den die Mitglieder einstimmig mit zwei weiteren zusätzlichen Bauanträgen noch in die Tagesordnung aufnahmen. In Oberlind wurde ein Bauantrag über die Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelfertigteilgarage von den Bauausschussmitgliedern positiv beschieden. Ein Erschließungsvertrag wurde bereits bei der Stadt vom Bauherrn unterzeichnet. In Nähe des Ludwig-Steinhauser-Platzes lag ein Antrag auf Vorbescheid vor. Ein Busunternehmer will dort eine Omnibus-Unterstellhalle mit Werkstatt errichten. Das Grundstück liegt gegenüber des Sportzentrums, neben dem Heizwerk und befindet sich im Außenbereich. Als es um das Krematorium in der Nähe ging, kam vom Landratsamt das Signal, dass durchaus mit einem verfahrensbezogenen Bebauungsplan die Möglichkeit bestünde, dort zu bauen. „Wir haben nur zu beurteilen, ob das Grundstück erschlossen ist“, führte der Bürgermeister aus. Der Bauherr unterzeichnete deshalb einen privaten Erschließungsvertrag, der Kanal- und Wasseranschluss sichert. Das Vorhaben sei nicht privilegiert. „Es wird eine interessante Sache, wie das Landratsamt dieses Vorhaben sieht“, meinte das Stadtoberhaupt. Der jetzige Standort des Busunternehmers würde aufgegeben und es wäre für den gesamten Umgriff eine Entspannung in diesem Wohngebiet, das nicht mehr ständig mit dem Busverkehr konfrontiert wäre. Sollte das Landratsamt grünes Licht geben, müsste die Stadt nachfolgend einen Bebauungsplan aufstellen. Diese Entscheidung müsste der Bauausschuss jedoch dann erneut treffen. Knackpunkt könnte eventuell die Sicht auf Schloss Friedrichsburg sein. „Wenn die höhere Denkmalschutzbehörde kritisiert, dass das geplante Gebäude zu nah an das Baudenkmal heranrückt, könnte es ein Grund sein, dass das Landratsamt ablehnt“, entgegnete der Bürgermeister auf Nachfrage von Bernd Koller. Gegen den Vorbescheid wurden keine Einwendungen erhoben. (dob)

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