Christian Messer meldete sich als erster zu Wort und erhob Anklage gegen einige Eltern, die ihre Kinder aus der Katholischen Kindertagesstätte Don Bosco abholen und viel zu schnell in der Wiesenstraße unterwegs sind. Einige habe er persönlich darauf angesprochen. Was die ihm entgegneten, wollte er im Rathaussaal bei der Bürgerversammlung, bei der 55 Zuhörer anwesend waren, nicht wiederholen. Zwar hätte die Stadt dort bereits im vorigen Jahr einige Zeit ein Temposys-Gerät angebracht, um in diesem Gebiet die Geschwindigkeit zu messen, aber ausgerechnet in der Ferienzeit, was Messer als „unglücklich“ bewertete. „In der Vergangenheit gab es schon etliche brenzlige Situationen“, versicherte der Redner.
Bürgermeister Andreas Wutzlhofer nannte es „traurig, wenn ausgerechnet Eltern in diesem Bereich zu schnell unterwegs sind.“ Eine von Messer ins Gespräch gebrachte Bodenschwelle sieht das Stadtoberhaupt eher als problematisch, denn da habe die Stadt bereits in Altenstadt auf Höhe des Sportheims schlechte Erfahrungen gemacht. Sigurd Passow wandte ein, dass mit solchen „Buckeln“ insbesondere Krankenwägen ihre Probleme hätten. Thomas Beierl der als neuer Hausmeister in der Grundschule tätig ist, meinte dazu, dass jegliche Verkehrseinrichtung müßig sei, da sich sowieso kein Autofahrer an die vorgegebene Geschwindigkeit halte. Diese Feststellung und Erfahrung machte er in den wenigen Wochen seiner neuen Tätigkeit an der Grundschule. Als Bürgermeister könne er nur an die Vernunft der Eltern appellieren, sagte Wutzlhofer. Stadträtin Gabriele Eichl brachte die großen blumenbepflanzten Tröge als Fahrbahneinengungen, analog der Fischerbergsiedlung in Weiden ins Gespräch. Dafür sei jedoch die Fahrbahnbreite in der Wiesenstraße nicht gegeben, entgegnete Außendienstleiter Karl Frey. Mittelfristig werde dieser Straßenzug sowieso ausgebaut und dann könne man ein geeignetes Konzept für diesen Bereich ausarbeiten, eventuell mit einem verkehrsberuhigten Bereich. „Weil es immer mehr und größere Fahrzeuge gibt, muss man den Verkehr ausbremsen und verlangsamen“, vertrat Eichl ihre Meinung. Josef Hammer sieht im sich negativ entwickelnden Verkehrsgeschehen dagegen ein gesellschaftliches Problem. „Eltern müssen einfach so vernünftig sein. Die fahren doch wie die Geistesgestörten.“ Ein Wunschdenken ist vermutlich eine von ihm ins Spiel gebrachte Fahrgemeinschaftsbildung von Eltern. „Es geht um die bewusste Wahrnehmung. Jeder pocht auf sein Individualrecht.“ Eine weitere Idee von Hammer war ein ausgewiesener Schulweg, der aber rechtlich keinerlei Bedeutung hätte, wie Frey anmerkte. Bernd Koller bedauerte die Einstellung des Lotsendienstes an der Schöferkreuzung, die über Jahre hinweg gut funktionierte. Er selbst war viele Jahre Mitglied dieser bewährten Mannschaft. Leider nutzten nur mehr ein oder zwei Kinder diesen Weg zur Schule, alle anderen werden von ihren Eltern bis vor die Schultür gebracht.
Die fußläufige Verbindung von der Stadthalle zum Schulzentrum würde Reiner Hartwig gerne mit dem Rad nutzen. Für eine Freigabe, neben den Fußgängern auch für Räder, fehle jedoch die Wegbreite. Allerdings ergebe sich eventuell mittelfristig doch eine Änderung, da der neue Grundstücksanlieger durchaus Bereitschaft für einen Verkauf des dafür notwendigen Geländestreifens signalisierte, informierte der Stadtchef, der das Thema erneut aufgreifen will. Es sei allerdings eine Frage des Preises. Roswitha Wild merkte dazu gleich an, dass man auch an die Ausleuchtung der Strecke denken solle. Wutzlhofer machte klar, dass er zu diesem Ausbau keinerlei Versprechungen geben könne.
Hartwig brachte mit der Verbindung Amselweg und Sportzentrum außerdem eine Strecke ins Gespräch, „die unter aller Kanone“ sei. Tiefe Schlaglöcher machten die Nutzung zwischenzeitlich sogar gefährlich. Anton Bäuml forderte den Weg für Autos freizugeben, da dieser bereits jetzt von etlichen Autofahrern verbotswidrig genutzt wird. „Das wird auch geduldet“, meinte Bäuml, der eine Legalisierung für notwendig erachtet. Die Umfahrung zum Sportzentrum über den Kreisverkehr aus dem westlichen Wohngebiet könne man angesichts des höheren CO 2-Ausstoßes nicht mehr verantworten, merkte Bäuml außerdem noch an. Nicht ganz ernst gemeint war daraufhin die Idee von Gabriele Eichl, die den Ausbau von Waldwegen weiterspann, um „weitere ungemeine Abkürzungen“ zu erreichen, wie etwa zwischen Trasgschieß und Kaimling. Stadträtin Ulrike Kießling forderte die Autofahrer grundsätzlich zum Umdenken auf: „Nicht alles und jeden Weg muss man mit dem Auto fahren.“ Für diese Feststellung erhielt sie spontanen Applaus.
Petra Hager mahnte die Stadt an, doch die Stauden vom Sportzentrum aus in den Durchfahrtsweg zum Amselweg hin zu schneiden. „Die Brutzeit der Vögel ist um, jetzt dürfen wir wieder schneiden“, erwähnte Frey. Derzeit sei man bereits in etlichen Ortsteilen unterwegs und auch dieses Gebiet komme noch an die Reihe.



















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