16.08.2018 - 10:42 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Mit Blaulicht übers Altstadtfest

Ein Betrunkener fällt einen Abhang hinunter, tausende Liter Gülle laufen in den Leraubach und dann brennt ein Gartenschuppen: Die 18 Jugendlichen haben bei ihrem Trainingswochenende Übungseinsätze rund um die Uhr.

Der Schuppen ist nicht mehr zu retten. Die Nachwuchskräfte lassen ihn kontrolliert abbrennen. Das Feuer zieht sogar Schaulustige an.
von Elisabeth DobmayerProfil

(dob) 18 Jugendliche trafen sich am Freitag mit den drei Jugendwarten Thomas Beierl, Anton Schwägerl und Matthias Neumann sowie drei Helfern im Feuerwehrhaus. Es war das 14. Ausbildungswochenende der Vohenstraußer Wehrleute und die Ideen gingen den Floriansjüngern nicht aus. Jeder Teilnehmer durfte sich möglichst häuslich im oberen Stock des Gerätehauses einrichten, damit die folgenden drei Tage für die Weiterbildung zumindest in den Ruhezeiten einen Rückzugsort boten. Alle folgenden Einsätze arbeiteten die Teilnehmer unter Führung der älteren Jugendlichen selbstständig ab. Die Jugendwarte hielten sich im Hintergrund und beobachteten genau, was die jungen Leute für Hilfsmaßnahmen in den einzelnen Fällen ergriffen und gaben vereinzelt Tipps.

Gleich beim ersten Einsatz wurden die Jugendlichen enorm gefordert, denn ein Betrunkener war den Abhang hinunter gefallen und lag bewusstlos im tiefen Graben. Unter Leitung der beiden Gruppenführer Paulus Kellner und Corbinian Kraus suchte die Mannschaft des Tanklöschfahrzeugs nach weiteren Personen, die angeblich am Geschehen beteiligt waren. Die Mannschaften des Löschgruppenfahrzeugs und Mehrzweckfahrzeugs bereiteten dagegen die Personenrettung vor. Mit Steckleitern und an einem Halteseil gesichert stiegen zwei Jugendliche den Abhang hinunter und begannen umgehend mit der medizinischen Versorgung des Verletzten. Mit Hilfe der Schleifkorbtrage konnte der Mann schließlich gerettet werden.

An Nachtruhe war aber lange nicht zu denken, denn zwei kleinere Einsätze hielten die Jugendlichen noch am selben Abend auf Trab. Erst kurz nach Mitternacht kehrte Ruhe ein. Die Jugendlichen schliefen unruhig. Kurz nach dem Frühstück um 7 Uhr stand bei Kreisbrandinspektor Martin Weig eine Rettung an. Auf dem Heuboden der Tenne war ein Bauernhofmitarbeiter verunglückt. Bei diesem Einsatz waren Weig und Adrian Walbrunn als Gruppenführer gefordert. Aufgrund der Rückenverletzung gingen die Einsatzkräfte sehr vorsichtig an die Rettung heran.

Gleich nach dem Mittagessen waren die Probanden bei einer Umwelttragödie gefordert, denn in den Leraubach waren einige tausend Liter Gülle gelaufen. Der Bach wurde mit Hilfe von Kanthölzern angestaut und das Gülle-Wasser-Gemisch abgepumpt und auf das angrenzende Feld ausgebracht. Kaum zurück im Gerätehaus wurde schon wieder ein Verkehrsunfall gemeldet. Mit Spreizer und Schneidgerät öffneten die Floriansjünger das Fahrzeug.

Nach dem Abendessen wechselten die Gruppenführer erneut. Bei der Anfahrt zum Brand eines Gartenschuppens, nahmen die Einsatzkräfte unter Leitung von Paulus Kellner und Fabian Janker den Weg über den Marktplatz. Mit dem Blaulicht erregten sie beim Altstadtfest Aufmerksamkeit und zogen auch gleich ein paar Schaulustige zur Einsatzstelle. Für den Schuppen bestand keine Aussicht auf Rettung mehr und deswegen ließen die Jugendlichen ihn kontrolliert abbrennen. Kurz vor Mitternacht waren die Fahrzeuge wieder einsatzbereit im Gerätehaus und alle konnten nach einen anstrengenden Tag ihre Schlafsäcke aufsuchen. Doch um 6 Uhr kam der Hausalarm und es ging erneut zu einem Brandort. Nach dem Frühstück leiteten Markus Weig und Adrian Walbrunn eine Wasserrettung am Badeweiher in Kaimling. Als „Ertrinkende“ gingen Johannes Sommer und Julian Schön in den Teich. Mit dem Schlauchboot retteten die Vohenstraußer Nachwuchskräfte die „Opfer“ aus ihrer misslichen Lage. Natürlich gehört es für die Feuerwehrleute nach einem derartig einsatzreichen Wochenende zu ihren Aufgaben, alle Fahrzeuge und auch die Fahrzeughalle komplett zu reinigen. Jugendwart Thomas Beierl lobte die Jugendlichen am Ende für die sehr gute Arbeit und das große Interesse sowie für die gezeigte Disziplin während des gesamten Wochenendes. Sein Dank galt jedoch auch Brigitte und Katrin Süss, die sich um die kulinarische Verpflegung der großen Truppe kümmerten. Ebenso seinen Jugendwart-Stellvertretern und den unterstützenden Helfern Johannes Sommer, Julian Schön, Günter Sommer, Markus Süss, Martin Weig und Albert Burger.

Ein Betrunkener stürzt einen Abhang hinunter und beibt bewusstlos liegen. Es ist nur eine von vielen Aufgaben für die Nachwuchskräfte beim Ausbildungswochenende der Stützpunktwehr.

Ein Arbeiter eines Bauernhofs hat sich schwer verletzt. Der Verunfallte wird mit einer Trage von den jungen Leuten gerettet.

Die jungen Leute brauchen für die Rettung eines Verunglückten ihre ganze Kraft.

Der Schuppen ist nicht mehr zu retten. Die Nachwuchskräfte lassen ihn kontrolliert abbrennen.

Der Schuppen ist nicht mehr zu retten. Die Nachwuchskräfte lassen ihn kontrolliert abbrennen.

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