24.03.2020 - 08:12 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Dekan Hösl: Zusammenhalten und nicht unterkriegen lassen

Die Zahl der in Deutschland an dem neuen Virus Erkrankten hat zugenommen. Jeder Einzelne und die im öffentlichen Bereich Verantwortlichen sind aufgefordert, der Ansteckung entgegenzuwirken. Dies gilt auch für den Bereich der Kirche.

Dekan Alexander Hösl legt den Gläubigen das Gebet ans Herz.
von Elisabeth DobmayerProfil

Im kirchlichen Bereich soll im Hinblick auf das neue Virus verantwortlich gehandelt, aber eine überzogene Ängstlichkeit vermieden werden. Alle Beteiligten stehen in der Pflicht, im Rahmen des jeweils Möglichen und Nötigen mitzuhelfen, die Gefahr einer Ansteckung zu verkleinern. „Deswegen müssen wir in Zeiten wie diesen alle noch mehr zusammenhalten. Wir müssen vorsichtig sein und dürfen uns nicht unterkriegen lassen – und gemeinsam werden wir das bewältigen“, versichert Dekan Alexander Hösl.

Selbstverständlich steht auch die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter und Besucher des Pfarrbüros bei jeder Entscheidung im Mittelpunkt. Es wurden bereits alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. „Wir sind uns sicher: Je mehr wir in diesen Zeiten zusammenhalten und uns an die offiziellen Empfehlungen halten, desto schneller werden wir die Sache gemeinsam überstanden haben.“ Aus diesem Grund wurden für das Pfarrbüro bezüglich der Öffnungszeiten folgende Regelung getroffen: Das Pfarrbüro bleibt bis auf weiteres geschlossen und ist weiterhin telefonisch unter 2290 oder per Mail vohenstrauss[at]kirche-bayern[dot]de zu erreichen. In dringenden Fällen ist ein persönlicher Termin, nach vorherigem Telefonat, möglich.

Dekan Hösl gibt folgende Anordnungen und Empfehlungen bekannt, die vorerst bis Sonntag, 19. April, gelten: Die öffentlichen Gottesdienste finden bis auf weiteres nicht statt. Dies gilt auch für die Osterliturgie. Gottesdienst können zu Hause im Radio, im Fernsehen oder im Internet verfolgt werden. Messintentionen werden verschoben auf die Zeit ohne Einschränkung. Dreimal täglich lädt die Kirchenglocke zum Gebet des Engel des Herrn. Das Stundengebet ist eine schöne Form des persönlichen und geistlich gemeinsamen Gebetes, die auch im Gotteslob und mit einer Stundenbuch-App angeboten wird.

In der Kirche wurden die Gebetbücher entfernt, um die Ansteckungsgefahr soweit wie möglich zu reduzieren. Bis auf weiteres findet auch kein Ministrantendienst statt. „In diesem Augenblick halten wir auch das Gebet für besonders wichtig, das jeder einzeln verrichten kann.“ Die Firmung in Vohenstrauß findet im Moment wie mitgeteilt am 9. Mai statt. Die Vorbereitungstermine für die Erstkommunion entfallen in nächster Zeit. Der Termin der Erstkommunionfeier bleibt vorerst einmal der 17. Mai. Der Termin der Gewänderausgabe am Samstag, 4. April, wird abgesagt. Ein neuer Termin wird über die Tageszeitung bekannt gegeben.

Die Krankenkommunion sowie die Wegzehrung für die Sterbenden sind – unter strenger Beachtung der hygienischen Vorschriften – nach Terminvereinbarung möglich. Mit den Kranken, die regelmäßig die Krankenkommunion empfangen, wird vor Ostern zuerst telefonisch Kontakt aufgenommen. Wer die Krankenkommunion oder Beistand des Seelsorgers wünscht, soll sich im Pfarrhof melden.

Die Kirchen sollten jetzt erst recht offen bleiben zum persönlichen Gebet. Die Gläubigen sollen sich in dieser schwierigen Zeit besonders verbinden mit Gott und mit den Mitmenschen, besonders jenen, die in Not und in Krankheit sind, und jenen, die Verantwortung tragen. Chorproben sind abgesagt. Treffen, Vereinsfeiern, Sitzungen, Tischgruppen, Gruppenstunden, Versammlungen, Ausflüge, Fortbildungen, Einkehrtage, Basare und anderes mehr sind abzusagen beziehungsweise auf spätere Zeit zu verschieben.

Wenn schon die physische Kontaktaufnahme stark beschränkt ist, sollten umso stärker elektronische und digitale Möglichkeiten genutzt werden. Dazu gehört das Telefon für den Zweier-Kontakt. Eine kirchliche Beisetzung und Beerdigung kann nur im allerengsten Familienkreis ohne öffentliche Einladung stattfinden. Nach der Zeit dieser Einschränkungen kann der Gottesdienst für den Verstorbenen nachgeholt werden beziehungsweise wird dann ein gemeinsames Requiem für alle in dieser Zeit Verstorbenen gefeiert werden.

Für die Beisetzungen am städtischen Friedhof wurde durch die Stadtverwaltung und auf den kirchlichen Friedhöfen durch die Kirchenverwaltungen folgende Anordnungen erlassen: Bis auf Weiteres finden im Leichenhaus keine Aussegnungsfeierlichkeiten statt. Trauungen könnten derzeit nur als liturgische Feier des Priesters mit Brautleuten und den beiden Trauzeugen stattfinden. Taufen könnten ebenfalls nur als Einzeltaufe im engsten Kreis, das heißt mit Täufling, Eltern, Geschwistern und Paten stattfinden. Eine Nottaufe ist unter den üblichen Bedingungen immer möglich.

Die Beratungsdienste von Caritas und Katholischer Jugendfürsorge gehen weiter, wenn auch auf telefonischem oder elektronischem Weg. Dies gilt ebenso für die Telefonseelsorge. Der Caritasverband für die Stadt Weiden und den Landkreis Neustadt/WN bietet ab sofort von Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr für die Bereiche Allgemeine Sozialberatung 0961/39890-130 sowie Flüchtlings- und Integrationsberatung 0961/39890-125 eine telefonische Beratung an.

In Rücksprache mit Bürgermeister Andreas Wutzlhofer hat sich Dekan Hösl darauf verständigt, die Empfehlungen und Anweisungen der Staatsregierung umzusetzen. Aus diesem Grund wird in Zukunft bei runden Geburtstagen nur noch telefonisch gratuliert und das Geschenk zugestellt.

Info:

Gottesdienstangebote

Da in nächster Zeit alle Gottesdienste abgesagt werden, bittet Dekan Hösl, folgenden Angebote zu nutzen: Ein sehr gutes Angebot der Fernsehsender, die Gottesdienste übertragen, ist unter www.ignatius.de. Täglich wird über www.domradio.de und Radio Horeb die Feier der Messe übertragen. Messen aus dem Regensburger Dom als Livestream auf der Bistumshomepage https://www.bistum-regensburg.de/: Sonntag, 29. März, 10 Uhr Passionssonntag mit Domkapitular Dr. Roland Batz; für den 5. Fastensonntag möchte Bischof Rudolf Voderholzer ein Hirtenwort an die Gläubigen richten. Das Hirtenwort geht den Gläubigen rechtzeitig zu und wird im Internet angeboten. Sonntag, 5. April, 10 Uhr, Palmsonntag mit

Feier des Einzugs Christi in Jerusalem mit Bischof Rudolf Voderholzer; Montag, 6. April, 17 Uhr, Missa chrismatis mit Erneuerung der Bereitschaftserklärung zum priesterlichen Dienst und Feier der Ölweihe mit Bischof Rudolf Voderholzer; Donnerstag, 9. April, 19.30 Uhr, Gründonnerstag Missa vespertina mit Fußwaschung mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer; Freitag, 10. April, 15 Uhr, Karfreitag Feier vom Leiden und Sterben Christi mit Bischof Rudolf Voderholzer; Samstag, 11. April, 21 Uhr, Feier der Osternacht Pontifikalamt mit Bischof Rudolf Voderholzer; Sonntag, 12. April, 10 Uhr, Hochfest der Auferstehung des Herrn Pontifikalamt mit Erteilung des Päpstlichen Segens mit Bischof Rudolf Voderholzer.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.