03.12.2019 - 10:08 Uhr
VohenstraußOberpfalz

"Von drauß' vom Walde komm ich her"

Kinderherzen schlagen höher, wenn sich der weißbärtige Mann mit dem roten Mantel nähert. Lobt oder tadelt er - das war auch an der Friedrichsburg beim "Advent im Schloss" die große Frage.

Die Ankunft des Himmelsboten wurde beim "Advent im Schloss" sehnsüchtig erwartet. Mehr als 400 Kinder wurden an der Friedrichsburg durch Bischof Nikolaus beschenkt.
von Elisabeth DobmayerProfil

„Denn Apfel, Nuss und Mandelkern essen fromme Kinder gern“, heißt es schon in Theodor Storms wunderbarem Gedicht „Knecht Ruprecht“ und auf den warteten die Buben und Mädchen am Sonntagabend nach Einbruch der Dunkelheit zu Hunderten. Als der heilige Nikolaus mit seinem Gefolge in seinen schweren schwarzen Stiefeln, mit der rotgoldenen Mitra auf dem Haupt und dem Bischofsstab in der Hand über das Kopfsteinpflaster hinauf zur Friedrichsburg stapfte, war es, als wäre die Zeit stehen geblieben und die ganze Welt ein Stück näher zusammengerückt. Kindheitserinnerungen wurden wach, wenn zuhause in der guten Stube die Tür aufging und der bärtige alte Mann mit dem großen goldenen Buch in der Hand am Vorabend des Nikolaustags hereinmarschierte und Lob und Tadel verteilte. Eigentlich sollte man innehalten und genießen, doch an der Friedrichsburg beim „Advent im Schloss“ bleibt dafür keine Zeit, denn viele Kinder drängen sich mit ihren Eltern nur so an den Himmelsboten heran. Jeder möchte einen kleinen Schokonikolaus ergattern, den die Stadt alljährlich sponsert. Mehr als 400 dieser süßen Leckereien wurden unter den Kindern verteilt. „An jedem ersten Sonntag im Advent, wenn überall ein Kerzlein brennt. Wenn es weihnachtet und die Kinder schau‘n, und es ruhig wird überall, dann kommt meine Zeit und ich komm von weit her gereist, zu schau’n auf dieser Welt – was ist gut und was ist schlecht“, meinte der weißbärtige Gast, der einige Feuerwehrleute als tatkräftige Helfer im Schlepptau hatte, die einerseits das Rund vor dem Tannenbaum abriegelten, aber auch eifrig bei der Verteilung der süßen Gaben mit unterstützten. Zu einem besonderen Auftritt kam Antonia Schmal die ausgerechnet am Nikolaustag ihren neunten Geburtstag feiern kann. Klar, dass sie deshalb eine besondere Beziehung zu dem Kinderfreund unterhält und sich spontan bereiterklärte den Stab zu halten.

„Ich wünsch euch allen, die ihr hier seid, Glück zur Weihnachtszeit und Zeit für frohe Stunden. Ich wünsch euch Frieden weit und breit und Gesundheit euch und Freude. Dass ihr stets fröhlich seid wie heute. Dem Bürgermeister und dem Rat, wünsch ich viel Glück zu neuer Tat. Gott schütze euch alle, jedes Haus und unser liebes Vohenstrauß“, erhob der Nikolaus noch einmal seine Stimme, bevor er wieder in der dunklen Nacht verschwand.

Mehr als 400 Kinder wurden an der Friedrichsburg durch Bischof Nikolaus beschenkt.
Mehr als 400 Kinder wurden an der Friedrichsburg durch Bischof Nikolaus beschenkt. "Gibst Du mir Deinen Schnuller?" Doch der kleine Mann ließ sich auf der Schulter des Papas nicht beirren und lehnte ab. Den Schokonikolaus hatte er ja schon ergattert.
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