18.06.2019 - 11:17 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Drei Auftritte an einem Tag: Rockmusiker Andy Teichner gibt immer alles

Zuerst am Altstadtfest in Neumarkt, gleich danach das Open-Sound-Festival in Vohenstrauß: Bassist und Gitarrist Andy Teichner spricht im Interview über seine Doppelrolle in zwei Bands, Hitze auf der Bühne und Geld in der Musikbranche.

Musik als "absolute Leidenschaft": Andy Teichner spielt bei den "404 Whizzkids" Gitarre und bei "Random System" Bass.
von Tobias GräfProfil

Musik begeistert ihn seit dem Kindergarten. Inzwischen macht der Neunkirchener Andy Teichner als Gitarrist bei den "404 Whizzkids" alternativen Rock und sorgt bei "Random System" für die tiefen Töne. Den Oberpfalz-Medien erzählt der 23-Jährige wie es zu drei Auftritten an einem Abend in Neumarkt und Vohenstrauß kam.

ONETZ: Wie kommt man zu Jobs in zwei Bands gleichzeitig?

Andy Teichner: Naja, ich mache Musik seitdem ich im Kindergarten war. Damals habe ich mit der Flöte angefangen, wie wohl die meisten (lacht). Schon in der Grundschule bin ich dann auf die Gitarre umgestiegen, und am Gymnasium war ich in der Schulband. Da habe ich angefangen, selber Musik zu machen und bin recht schnell zu den "Whizzkids" gekommen. Als Gitarrist. Das ist jetzt schon wieder fünf Jahre her. Bei "Random System" bin ich aber erst seit einem Jahr. Über die Leute von der Musikinitiative Vohenstrauß sind wir am Open-Sound-Festival ins Gespräch gekommen. Die brauchten damals noch einen Bassisten. Wir haben ein paar Mal probehalber miteinander gespielt, und es hat sich herausgestellt, dass wir gut miteinander auskommen. Dann ging eigentlich alles recht schnell.

ONETZ: Am Samstag hatten sie drei Auftritte direkt hintereinander: Ist sowas bei Ihnen Routine oder einmaliger Stress?

Andy Teichner: Ja, das stimmt. Ich hatte zuerst mit den "Whizzkids" einen Auftritt auf der unteren Marktbühne am Neumarkter Altstadtfest. Das waren circa zwei Stunden bis 19 Uhr. Ich bin dann sofort separat nach Vohenstrauß aufs Open-Sound-Festival gefahren, weil um halb neun musste ich ja schon wieder mit "Random System" auf die Bühne. Und Auftritt Nummer drei folgte gleich im Anschluss wieder mit den "Whizzkids" bis halb elf. Aber der Tag hat dann noch nicht geendet. Insgesamt ging es bis ungefähr 3 Uhr in der Nacht, weil ich meinen Freunden noch beim Abbau von Bühne und Technik geholfen habe. Das gehört einfach dazu.
Ich muss ehrlich sagen: Wir spielen oft am Wochenende, und Musik ist auch mein absolutes Highlight, aber das war schon extrem. Es war zum ersten Mal, dass ich drei Auftritte am Stück hatte, üblich ist das bei uns nicht.

ONETZ: Am Samstag kamen die Sommertemperaturen hinzu. Macht das noch Spaß, bei solcher Hitze über Stunden auf der Bühne zu stehen?

Andy Teichner: Es war schon ein kleiner Kraftakt. Aber wenn man auf der Bühne steht, fällt einem die Hitze gar nicht auf. Eher erst danach oder bei der Vorbereitung. Beim Auftritt vergisst man das ganze Drumherum und hat einfach nur Spaß. Ich hab eher das Publikum im Blick, auf sich selbst schaut man da nicht so. Wir geben sowieso immer alles, was wir haben. Und wenn in den Abendstunden die pralle Sonne weg ist, fangen die Leute auch mehr zum Tanzen an. Allerdings machen wir das nicht nur fürs Publikum, sondern auch für uns selber, weil man einfach Spaß hat. Das ist das Wichtigste.

ONETZ: Woher kommt diese Begeisterung für die Musik?

Andy Teichner: Bei mir zu Hause spielte Musik immer schon eine große Rolle. Auch die Eltern und mein Bruder sind musikbegeistert. Von daher hat sich das für mich schnell zu einer absoluten Leidenschaft entwickelt.

ONETZ: Dann steht der Karriere als Musiker ja nichts mehr im Weg, oder?

Andy Teichner: Naja, in der aktuellen Gesellschaft ist es echt schwer, mit Musik Geld zu verdienen. Klar, wir bekommen für unsere Auftritte schon ein bisschen was. Aber das ist nicht viel und geht alles in die Bandkasse, wir brauchen das für Geräte und Technik. Ich habe das nie in Betracht gezogen, um jeden Preis Musiker zu werden. Deshalb studiere ich momentan in Regensburg Informationswissenschaften, um einen Job zu haben, bei dem man auch die Aussicht hat, was verdienen zu können. Die Musik ist für mich ein Hobby, aber nicht der Hauptberuf.

ONETZ: Und nun, steht der nächste Marathon-Auftritt schon bevor?

Andy Teichner: Also eine Verschnaufpause gibt es erst mal nicht wirklich. Die nächsten Auftritte sind schon geplant. Mit "Random System" treten wir am 6. Juli beim Schmalzbrotfest der SPD Weiden am Oberen Markt auf und mit den "Whizzkids" geht es am 12. Juli nach Straubing. Außerdem haben wir vor, demnächst eine neue "Whizzkids"-Platte im "Recording Hill Studio" zu produzieren. Wir haben dort bisher schon aufgenommen, und bald geht es weiter.

Ich habe das nie in Betracht gezogen, um jeden Preis Musiker zu werden. Es ist schwer, mit Musik Geld zu verdienen.

Andy Teichner über seine Entscheidung, lieber Informationswissenschaften zu studieren.

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