12.07.2019 - 16:28 Uhr
VohenstraußOberpfalz

E-Center in Vohenstrauß soll abgerissen und neu gebaut werden

In der Altenstadter Straße in Vohenstrauß soll das E-Center abgerissen und an alter Stelle ein neues Gebäude entstehen. Die Architekten legen pfiffige Lösungen vor.

Wenn es nach dem Willen der Bauherren geht, soll das alte E-Center abgerissen und an selber Stelle ein neues entstehen. Den Antrag auf Vorbescheid hat Bürgermeister Andreas Wutzlhofer in seiner Eigenschaft jedenfalls ohne Einwand an die Genehmigungsbehörde weitergeleitet.
von Elisabeth DobmayerProfil

Das E-Center soll abgerissen und in seiner Form verändert werden. Der Entwurf lag dem Gremium vor. Durch diese Lösung entstünde mehr Parkraum. Die Architekten hätten diese Aufgabe pfiffig gelöst, fand Wutzlhofer. Die Stadt schlug zwar im Vorfeld vor, für dieses Gebiet einen Bebauungsplan aufzustellen. „Allerdings haben uns die Bauherren mit dem Vorbescheid etwas überrascht.“ Hoffen wir nun, dass der Plan so durchgehen wird, denn sonst hätten sie viel Zeit verloren und müssten einen B-Plan aufstellen. Die Einfahrten zum neuen Einkaufsmarkt bleiben wie bisher, erläuterte der Bürgermeister. Allerdings werde der Eingang in den Verbrauchermarkt seitlich versetzt. So entschärfe sich die bestehenden Konfliktsituation zwischen einfahrenden Autos und Kunden mit Einkaufswagen. Der hintere Teil des Gebäudes werde sogar zweigeschossig errichtet und insgesamt der Markt sogar größer als der bisherige. „Das ist eine super Lösung“, fand ebenso Willi Woldrich. Das klare "Nein" des Stadtrats im Vorfeld für die Planungen in Richtung der übrigen Verbrauchermärkte im Osten käme nun mit diesem Bekenntnis zu einem Neubau den Bewohnern im unteren Teil der Stadt oder aus Richtung Waldthurn zugute.

Das Grundstück „Zwischen den Städten“ 22, 24 und 26, das einmal Gegenstand eines Bürgerentscheids für einen Kindergarten in Altenstadt gewesen ist, soll Bauland werden. „Damit wollen wir eine Lücke schließen und baulich nutzen“, begründete Bürgermeister Andreas Wutzlhofer seine Position bei der Bau- und Umweltausschusssitzung im kleinen Rathaussaal. Es gebe bereits eine entsprechende Parzellierung mit einem Wendehammer, damit Müll- oder Schneeräumfahrzeuge das Gebiet bedienen könnten. Die Größe der Grundstücke wäre mit 817, 885 und 800 Quadratmetern ansprechend. Die Stadt will mit dem nun gestellten Vorbescheid wissen, ob das Landratsamt als Genehmigungsbehörde diese Bebauung so zulässt. Für die Bauplätze gebe es bereits zwei Anfragen, informierte Wutzlhofer. Sollte das Areal genehmigt werden, bräuchte es zunächst eine Erschließungsplanung.

In Roggenstein im Bereich „Baumgarten“ möchte die Ortsteilwehr eine Fertigteildoppelgarage bauen. Sie soll in der Nähe der Pfarrer-Kreuzer-Straße auf dem städtischen Grundstück enstehen. Die Stadt stellte deswegen einen Antrag auf isolierte Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans. Die alte Garage am Kindergarten in der Anton-Ferazin-Straße platze aus allen Nähten, informierte der Rathauschef. Es sei überlegt worden, das alte Gebäude zu sanieren, das wäre aber sehr, sehr teuer geworden. Die Feuerwehr hatte die Idee, eine Doppelgarage auf dem städtischen Grundstück zu errichten, auf dem die Feuerwehr immer ihre Übungen abhält. Alles, was notdürftig im Feuerwehrhaus oder in der alten Garage untergebracht ist, solle dort eingelagert werden. Der Nachbar habe unterschrieben, da das geplante Gebäude in keiner Weise störend wirke, berichtete der Sitzungsleiter. Die Feuerwehr würde die notwendigen Fundamente noch dazu in Eigenregie errichten. Auch der Vorplatz soll mit den Kräften der Feuerwehr befestigt werden, habe ihm Kommandant Stefan Urbaneck zugesagt. Die Stadt müsste nur die Materialkosten zahlen. Damit hätte die Feuerwehr dann auch ausreichend Stauraum an besserer Stelle. Johann Gösl wusste, dass die alte Blechgarage noch aus dem Jahr 1957 stammt. „Die gehört sich weggerissen“, meinte Wutzlhofer darauf. Für die Feuerwehr sei die ins Auge gefasste Planung eine absolute Win-win-Situation. Eine Befreiung müsse dennoch von der Stadt beantragt werden, weil die Doppelgarage an die Grundstücksgrenze gebaut werden soll und damit die Baugrenze überschritten wird. „So sieht es das Baugesetz vor.“ Der Antrag wurde ebenfalls einstimmig vorbeschieden.

Einen zusätzlichen Tagesordnungspunkt nahmen die Räte bereits zu Beginn der Sitzung einstimmig auf. Es ging um den Bauantrag über Umbau und Sanierung einer bestehenden Lagerhalle zur Fertigungshalle im Braunetsriether Weg 31, bei der Firma Kennametal. „So etwas Kurioses habe ich in meiner doch schon 29-jährigen Zeit als Stadtrat und Bürgermeister noch nie erlebt“, sagte Wutzlhofer. Das Landratsamt will eine Befreiung von der Überschreitung von Baugrenzen obwohl gar keine Baugrenzen überschritten werden. „Das verstehe ich und auch meine Leute im Bauamt nicht.“ Damit das Bauvorhaben so zulässig ist, wie es geplant ist, bedarf es einer Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans. Der Bauantrag wurde bereits im November 2018 eingereicht, führte der Bürgermeister weiter aus. Damals lag die Zuständigkeit für die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens im Aufgabenbereich des ersten Bürgermeisters. Die Stellungnahme der Gemeinde für die Weiterleitung des Bauantrags an die Untere Bauaufsichtsbehörde wurde am 15. November abgegeben und einen Tag später nach Neustadt/WN geleitet. Jetzt sei von der Baubehörde festgestellt worden, dass eine Befreiung notwendig sei. Am 9. Juli haben die Fachleute des Landratsamts der Stadt den Sachverhalt mitgeteilt und baten um eine erneute Stellungnahme inklusive Einvernehmen zur Befreiung. „Dafür haben sie acht Monate gebraucht“, wunderte sich Stadtrat Josef Maier. Jetzt liege die Angelegenheit wieder beim Bau- und Umweltausschuss. Um keine Zeit zu verlieren, nahm die Stadt den Bauantrag kurzfristig mit in die Sitzung auf, begründete der Rathauschef. „Mit acht Monaten haben die Bauherren schon lange genug gewartet.“ Für den Kennametal-Standort sei dieser Neubau eine Top-Aufwertung für den Betrieb in Vohenstrauß. Der Trafo für die neuen Maschinen stehe bereits auf dem Firmengelände, da für die zusätzlichen Maschinen die bisherige Stromversorgung nicht ausreicht. Den Befreiungen stimmten die Gremiumsmitglieder zu und erhoben keinerlei Einwendungen.

Schließlich gab Wutzlhofer die durch ihn in seiner Eigenschaft als Bürgermeister behandelten Bauanträge bekannt. In der evangelischen Kindertageseinrichtung Gottfried Sperl soll ein Container-Ersatzbau in der Asylstraße 3 errichtet werden. Der Bauantrag ging bereits an die Genehmigungsbehörde, damit der enge Zeitplan eingehalten werden kann. Der Antrag auf Vorbescheid über die Nutzungsänderung der bestehenden Mühle zu zwei Wohneinheiten in der Bahnhofstraße 24 erhielt ebenfalls das gemeindliche Einvernehmen, genauso wie der Antrag auf Vorbescheid über die Erneuerung eines Lebensmittelmarkts in der Altenstadter Straße 10.

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