Vohenstrauß
28.02.2020 - 10:07 Uhr
OnetzPlus

Einzigartig in der Region: Einkaufen mit Roboter "Thorsten"

Roboter im Einzelhandel? Kaum vorstellbar. Die Vohenstraußer Firma Lang ist offen für neue Verkaufsstrategien und testet den Einsatz eines „Double 3“. Man darf gespannt sein, wie die Kunden reagieren.

Neue Wege beschreitet die Firma Lang in Vohenstrauß. Juliane Lang schreibt ihre Doktorarbeit über den Einsatz eines Telepräsenzroboters im Einzelhandel. Auf dem Bildschirm des "Double 3" ist Verkäuferin Andrea Anzer zu sehen, die wie der Rest des Lang-Teams mit dem Roboter in der Kundenberatung zusammenarbeiten wird. Bild: ck
Neue Wege beschreitet die Firma Lang in Vohenstrauß. Juliane Lang schreibt ihre Doktorarbeit über den Einsatz eines Telepräsenzroboters im Einzelhandel. Auf dem Bildschirm des "Double 3" ist Verkäuferin Andrea Anzer zu sehen, die wie der Rest des Lang-Teams mit dem Roboter in der Kundenberatung zusammenarbeiten wird.

Noch ist der neue „Mitarbeiter“ nicht komplett einsatzfähig, rollt aber in einer ersten, internen Testphase ab Montag in den vier Geschäften des Vohenstraußer Familienunternehmens schon fleißig auf und ab. Juniorchefin Juliane Lang hat dem drahtigen, leisen Burschen, der in der Fachsprache als Telepräsenzroboter bezeichnet wird, den Namen „Thorsten“ gegeben. Sie war es auch, die zusammen mit ihrem Bruder Fabian die Idee hatte, durch den Einsatz eines Roboters im Verkauf auf noch mehr innovative Variabilität zu setzen: „Ich sehe in ihm neben unserem Online-Shop einen zusätzlichen Kanal, durch den unsere Kunden die Möglichkeit bekommen, sich bequem von zu Hause aus in unseren Geschäften umzusehen.“

"Thorsten" ist ein Video-Roboter mit fahrbarem Untersatz – also iPad und Segway zugleich. Durch eine Internetverbindung ist er nahezu überall einsetzbar und über eine kostenlose App – auch von den Kunden – von der ganzen Welt aus steuerbar. Die Kunden können sich mittels "Thorsten" durch den ganzen Laden bewegen und mit den Verkäufern kommunizieren.

„Viele denken bestimmt, wenn sie das Wort Roboter im Einzelhandel hören, dass sie von nun an von einem Roboter bedient werden. Aber das ist genau nicht der Fall. Wir werden mit dem Roboter unsere Verkäufer nicht ersetzen. Gute Beratung ist und bleibt der maßgebliche Faktor des Einzelhandels. Vielmehr möchten wir unseren Kunden die Möglichkeit bieten, sich von überall aus in unseren Geschäften umzusehen, sich beraten zu lassen und die ausgesuchte Ware reservieren zu lassen. Selbstverständlich bieten wir auch den Versand nach Hause an." Stationäres Einkaufen und Online-Shopping sollen somit nahezu miteinander verschmelzen. "Bequemes Einkaufen von zu Hause aus in Verbindung mit qualitativer Kundenberatung mithilfe von 'Thorsten'", so bringt es Juliane Lang auf den Punkt.

Die 33-Jährige sieht "Thorsten" als Forschungsobjekt. Sie rechnet, dass er in etwa einem halben Jahr tatsächlich seine Arbeit in den Geschäften aufnehmen wird. Die Kunden sollen den Roboter später umfassend bewerten. „Je mehr Kunden mitmachen, umso besser natürlich für die Auswertung.“ Ihre wissenschaftlichen Ergebnisse wird die Betriebswirtin nicht ungenutzt lassen. Sie hat sich für ein berufsbegleitendes Doktoratsstudium an der an der University of Salzburg Business School (SMBS) in Kooperation mit der Universität Lettlands in Riga entschieden und wird hierfür den Einsatz eines Telepräsenzroboters im Einzelhandel erforschen.

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