(dob) Die Krankheit verändert nicht nur das Leben des Betroffenen, sondern auch das der Angehörigen. Es ist deswegen um so wertvoller, dass es Menschen gibt, die anderen wieder Lebensmut geben und mit offenem Herzen für andere da sind. Monika Balk und Gisela Maierhaben sich darum verdient gemacht und die Multiple-Sklerose-Gruppe (MS-Gruppe) geprägt wie keine anderen. Vor 30 Jahren gründeten sie die Gemeinschaft mit großem Engagement. Mittlerweile wird die Gruppe von Angelika Stahl-Grundmann geleitet.
Die MS-Erkrankung verlangt ein besonderes Verstehen und erwartet eine außergewöhnliche Hilfe. Denn plötzlich ist alles anderes. Es gibt Krankheiten, die den Betroffenen alles abverlangen, was sie an Stärke, an Mut und Lebenswillen aufbringen können. "MS ist, wenn man sich vorkommt, als ob man den ganzen Tag mit eingeschlafenen Beinen herumgehen müsste oder wenn man Angst hat, nicht mehr schnell genug die Toilette zu erreichen", beschrieb eine an MS-Erkrankte beim 20-jährigen Jubiläum vor 10 Jahren die Situation. MS ist aber auch, wenn man voller Ideen steckt, diese aber nicht ausführen kann und wenn man spürt, dass man für einen Simulanten gehalten wird. Und schließlich ist MS auch, wenn man die Wohnung wechseln muss, weil man die Stufen nicht mehr schafft oder wenn die Familie an der neuen Situation kaputt zu gehen droht. Frieden kann keiner mit dieser Krankheit schließen.
Aber die meisten versuchen, die Krankheit zu akzeptieren, und so gut es geht mit ihr zu leben. Um mit all den erwähnten Sorgen und Nöten leben zu lernen und sich anzunehmen, ist es ganz wichtig, mit Gleichgesinnten zu reden und sich auszutauschen. Genau das wollten Monika Balk und Gisela Maier mit der Gründung dieser Gruppe den Betroffenen ermöglichen. Auch wenn Maier mittlerweile aufgrund ihres Alters in das zweite Glied zurückgetreten ist, handelt es sich um ihre Organisation, die sie liebevoll und mit wachem Blick all die Jahre begleitet.
Die Krankheit MS ist die häufigste Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie zeigt neben sehr guten Verläufen auch schwierige Formen, mit den vielfältigen Beeinträchtigungen wie Seh-, Sprach- und Gleichgewichtsstörungen, Bewegungseinschränkungen bis hin zu völliger Pflegebedürftigkeit verbunden sind. Bis heute ist MS nicht heilbar, dennoch ist eine medizinische, soziale und vor allem menschliche Betreuung möglich, und die Krankheit ist mittlerweile gut therapierbar. "Freude am Leben - trotz MS", so lautete stets Maiers Motto.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.